Digital, Fitness, Management | Autor/in: Carolin Schmidt & Florian Schmidt |

Prof. Dr. Andrea Pieter: „Kombination von Trainer:innen und digitalen Tools können Trainingserfolg optimieren“

Digitale Unterstützungstools können Trainer:innen nicht ersetzen. Sie können sich aber durch eine intelligente Nutzung positiv auf das Erreichen der Trainingserfolge auswirken. Ziel sollte sein, das Beste aus digital und analog zu nutzen, um die Betreuung der Kund:innen kontinuierlich zu optimieren. Davon profitiert auch die mentale Gesundheit. Prof. Dr. Andrea Pieter erläutert im Interview die Vorteile des Zusammenspiels von Trainer:innen und Digitalisierung.

Prof. Dr. Andrea Pieter im Interview über analoges und digitales Coaching

fM: Viele Studiobetreiber:innen stehen vor der Herausforderung, ihren Mitgliedern auch kleine Trainingserfolge sichtbar zu machen und die Motivation konstant zu fördern, um sie so 'bei der Stange' zu halten. Warum sind individuelle Ziele und eine zielgerichtete Motivation im Rahmen der Betreuung wichtig?

Prof. Dr. Andrea Pieter: Sich persönliche Ziele zu setzen ist einer der wirksamsten Anreize zum Sporttreiben überhaupt. Konkrete, individuell auf die Kund:innen zugeschnittene Ziele sind dadurch gekennzeichnet, dass die Kund:innen aufgrund ihrer Mittel und Fähigkeiten eine realistische Chance haben, diese auch zu erreichen.


 


Durch die Festlegung individueller, realistischer Ziele kann somit beispielsweise eine Überforderung zu Beginn des Trainings vermieden werden. Das Erreichen eines Ziels beinhaltet bei einem solchen Vorgehen aber immer auch ein Erfolgserlebnis, das motiviert und wiederum neue Zielsetzungen herausfordert.

Die kontinuierliche Erneuerung realistischer Ziele verhindert, dass die mentale Energie und Freude am Training verlorengehen.

Welche Chancen bieten in diesem Kontext analoge und digitale Unterstützungstools für ein noch individuelleres Coaching und ein noch umfassenderes Trainingserlebnis im Studio?

Mit analogen und digitalen Unterstützungstools können Coaching-Prozesse noch ziel- und bedarfsorientierter gestaltet werden. Es ist möglich, Trainingsfortschritte und die oben genannten Erfolgserlebnisse zu visualisieren und somit den Spaß und die Motivation zu erhöhen.

Insbesondere die digitalen Unterstützungstools bringen auch eine große Flexibilität für die Kund:innen mit sich, da sie ortsunabhängig durchgeführt werden können.


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Durch die intelligente Nutzung von entsprechenden analogen und digitalen Angeboten gewinnt man im Studio natürlich auch Zeit, um Kund:innen vor Ort noch individueller bei ihrer Zielerreichung zu unterstützen.

Mensch vs. Maschine: Schlagen Qualifikation und Empathie die Technologie? Wer hat in Sachen Motivation die Nase vorn und warum?

Nach wie vor ist in Sachen dauerhafte Motivation der Face-to-Face-Kontakt sozusagen im Vorteil. Trainer:innen können wesentlich individueller und mit mehr Fingerspitzengefühl auf Kund:innen eingehen als dies eine Fitness-App o. Ä. tun könnte. Der zwischenmenschliche Anteil im Trainingsprozess darf nicht unterschätzt werden.


„Trainer:innen sind als qualifizierte Partner:innen im Trainingsprozess von großer Bedeutung für ihre Klientel.“
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Prof. Dr. Andrea Pieter, Rektorin DHfPG


Trainer:innen können direkt ein individuelles Feedback geben, empathisch motivieren und sind als qualifizierte Partner:innen im Trainingsprozess von großer Bedeutung für ihre Klientel.

Gerade zum Trainingseinstieg oder für Menschen, die Probleme haben, sich selbst zum Sport zu motivieren, ist das analoge Training im Studio von großem Vorteil.

Wie lassen sich analoges und digitales Coaching vor Ort im Studio sinnvoll kombinieren, damit die Mitglieder langfristig 'am Ball' bleiben und aktiv in ihre Gesundheit investieren? Wie lässt sich dieser 'Spagat' bestmöglich umsetzen?

Eine qualifizierte Rundumbetreuung ist nach wie vor am besten durch die Trainer:innen vor Ort im Studio zu gewährleisten. Der Trainingserfolg und die Motivation können durch den zusätzlichen Einsatz von digitalen Tools aber erheblich gesteigert werden.


 


So ist beispielsweise die Kombination aus Live-Coaching und digitalem Coaching im Rahmen eines elektronisch gesteuerten Kraft- und Ausdauertrainings oder in digitalen Stressbewältigungskursen durchaus sinnvoll. Ziel sollte es sein, das Beste aus digital und analog zu nutzen, um die Betreuung der Kund:innen kontinuierlich zu optimieren.

Wie lassen sich die Bausteine 'Körperliche Fitness' und 'Mentale Fitness' am besten verbinden, um den Kund:innen ein umfassendes Gesundheitsangebot zu ermöglichen?

Zunehmend rückt neben der körperlichen auch die mentale Gesundheit in das Bewusstsein der Menschen. Dies bietet speziell für Studios die Chance, einen ganzheitlichen interdisziplinären Ansatz zu verfolgen und damit neue Zielgruppen anzusprechen.

Dies erfordert qualifizierte Trainer:innen, die neben klassischem Kraft- und Ausdauertraining auch Meditationen anleiten oder Entspannungskurse durchführen können oder in der Lage sind, Stressbewältigungsstrategien zu vermitteln.

Somit wird es möglich, ganz neue Mehrwerte zu schaffen und Kund:innen langfristig an das Studio zu binden.


Über die Interviewpartnerin

Prof. Dr. Andrea Pieter ist promovierte Erziehungswissenschaftlerin und Rektorin an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG). Sie beschäftigt sich hauptsächlich mit Fragen zur Gesundheitsbildung und Veränderung des Gesundheitsverhaltens.


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