Interview mit Tom Geppert: „Funktionaler, flexibler und schneller verfügbar“

FitX entwickelt seine Trainingsflächen weiter. Tom Geppert erklärt, wie Mitgliederbedürfnisse, Gerätevielfalt und Betreuung das Konzept prägen.
Lesezeit: 6 Minuten
Porträt eines lächelnden Mannes neben einer modernen Trainingsfläche mit Laufbändern.
Tom Geppert spricht über die Anforderungen an zukunftsfähige Trainingsflächen bei FitX
FitX entwickelt seine Trainingsflächen weiter und reagiert damit auf veränderte Trainingsgewohnheiten und Mitgliederbedürfnisse. Tom Geppert, Team Lead Training & Service Education, erklärt im Interview, wie mehr Gerätevielfalt, neu strukturierte Bereiche und eine bessere Verteilung der Trainingsangebote das Training und die Betreuung in den Studios verändern sollen.

fM: FitX hat in den vergangenen Jahren begonnen, Studios und Trainingsflächen neu zu gestalten. Welche Entwicklungen im Markt und im Trainingsverhalten haben diesen Schritt notwendig gemacht?

Tom Geppert: Die regelmäßige Renovierung unserer Bestandsstudios ist zentraler Bestandteil unserer Strategie. So können wir unseren Mitgliedern auch über die Studioeröffnung hinweg hohe Qualität bieten und unsere Studioumgebungen kontinuierlich weiterentwickeln.

Wir haben das Mitgliederfeedback in den vergangenen Jahren sehr stark in den Fokus gerückt und dabei einige klare Entwicklungen erkannt. Besonders auffällig ist, dass deutlich mehr junge Menschen den Zugang zum Krafttraining gefunden haben. Gleichzeitig sehen wir, dass Krafttraining längst kein rein männlich geprägtes Thema mehr ist; auch immer mehr Frauen trainieren gezielt mit Gewichten.

Darüber hinaus gewinnen hybride Trainingsformen, funktionelles Training und Calisthenics zunehmend an Bedeutung. Mitglieder wünschen sich heute mehr Trainingsvielfalt, individuelle Gestaltungsmöglichkeiten und Bereiche, die unterschiedliche Trainingsstile miteinander verbinden. Diese Entwicklungen haben uns dazu bewegt, unsere Studios und Trainingsflächen konsequent weiterzuentwickeln.

Wodurch zeichnet sich das neue Flächen- und Designkonzept konkret aus? Welche Elemente oder Bereiche sind charakteristisch für die neue Generation der FitX-Studios?

Das neue Flächenkonzept zeichnet sich vor allem durch mehr Trainingsfreiheit, größere Gerätevielfalt und eine noch stärkere Orientierung an dem tatsächlichen Nutzungsverhalten unserer Mitglieder aus. Dank neuem Design- und Beleuchtungskonzept entsteht zusätzlich eine helle, einladende und motivierende Trainingsumgebung.

Im Kraftbereich haben wir die Möglichkeiten deutlich erweitert – sowohl für klassisches Gerätetraining als auch für freies Training. Bei stark nachgefragten Geräten, wie z. B. den beliebten Kabelzugstationen oder der Beinpresse, wurde aufgestockt. Insgesamt legen wir heute mehr Fokus auf Unterkörpertraining, das insbesondere bei vielen weiblichen Mitgliedern eine hohe Relevanz hat.

Im Mittelpunkt unserer Flächenplanung stehen immer die Mitglieder und ihre Bedürfnisse.

Auch auf der allgemeinen Trainingsfläche wurden Kabelzüge integriert, um freieres und vielseitigeres Training zu ermöglichen. Gleichzeitig haben wir die Gerätevielfalt erweitert, beispielsweise durch zusätzliche Varianten wie sitzende und liegende Beinbeuger- oder Butterfly- und Butterfly-Reverse-Geräte. Im Cardiobereich wurden die Laufbandkapazitäten erhöht und für ein optimiertes Trainingserlebnis unter anderem durch moderne Indoor Cyclingbikes inklusive Display-Panel ergänzt. Außerdem sind die beliebten Vario-Geräte von Technogym zurückgekehrt.

Ein neuer Bestandteil ist der BASICS-Bereich mit sechs verschiedenen Hammer Strength-Geräten für ein effektives und gezieltes Ganzkörpertraining aller Muskelgruppen. Damit lösen wir sukzessive den ehemaligen Zirkelbereich ab. Der große Vorteil: Diese Geräte sind individuell einstellbar und funktionieren „FOR ALL OF US“ – von Einsteiger:innen, die ein einfaches Zirkeltraining absolvieren möchten, bis hin zu ambitionierten Kraftsportler:innen mit hohen Gewichten. Sie kombinieren robuste Bauweise, gute Biomechanik und eine breite Trainingszugänglichkeit.

Auch unser Functional Fitness-Bereich, die „Turnecke“, wurde deutlich erweitert. Wir setzen hier auf noch mehr Fläche und ein neues Rig. Dadurch entstehen zusätzliche Möglichkeiten für ein vielseitiges funktionelles Training – von Klimmzügen über Core-Übungen bis hin zu komplexen Ganzkörperbewegungen. Im Lady Gym, unserem exklusiven Bereich für Frauen, berücksichtigen wir bei Neubauten mittlerweile mehr Fläche sowie eine gezielte Geräteerweiterung für zielgruppenspezifisches Training. Auch hier ziehen vermehrt die beliebten Kabelzüge ein. An ersten Standorten, wie beispielsweise in Düsseldorf-Derendorf, wurden zudem bereits Cardiogeräte integriert – ein Konzept, das zukünftig weiter ausgebaut werden kann.

Nach welchen Prinzipien plant FitX heute Trainingsflächen? Welche Rolle spielen dabei Themen wie Funktionalität, Orientierung, Aufenthaltsqualität, Betreuung und Studioorganisation?

Im Mittelpunkt unserer Flächenplanung stehen immer die Mitglieder und ihre Bedürfnisse. Unser Ziel ist es, ein möglichst intuitives, motivierendes und effizientes Trainingserlebnis zu schaffen. Funktionalität spielt dabei eine zentrale Rolle: Wege sollen logisch sein, Geräte sinnvoll gruppiert und Trainingsbereiche klar strukturiert.

Über den Interviewpartner

Tom Geppert

Tom Geppert

übernahm nach seinem Studium der Sportwissenschaft (2016 Bachelor of Arts, 2018 Master of Arts) die Studioleitung bei FitX in Jena-Burgau. Ende 2022 wurde er Field Coach „Training“ und betreute die Trainerentwicklung, 2024 Product Manager Training Experience bei FitX. Seit Juni 2025 verantwortet Tom Geppert als Team Lead den Bereich Training & Service Education bei FitX.

Foto: FitX Deutschland GmbH

Gleichzeitig achten wir stark auf Orientierung und Aufenthaltsqualität. Mitglieder sollen sich im Studio schnell zurechtfinden, wohlfühlen und ihre Trainingsziele ohne Hürden verfolgen können. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Betreuung.

Dass Mitarbeitende rund um die Uhr vor Ort sind, ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Betreuungskonzepts. Die Gestaltung der Fläche soll Trainerinnen und Trainern ermöglichen, präsent, ansprechbar und nah am Trainingsgeschehen zu sein. Gleichzeitig unterstützt eine gute Studioorganisation einen reibungslosen Betrieb und hilft dabei, Stoßzeiten besser zu verteilen und Trainingsbereiche effizient zu nutzen.

Welchen konkreten Mehrwert soll die neue Trainingsflächenstruktur den Mitgliedern bieten – funktional und emotional?

Funktional bietet die neue Struktur vor allem mehr Möglichkeiten, mehr Flexibilität und eine bessere Verfügbarkeit beliebter Trainingsoptionen. Mitglieder finden schneller passende Trainingsgeräte, haben weniger Wartezeiten und können ihr Training individueller gestalten.

Weitere Interviews und Hintergründe

In weiteren Interviews sprechen Marcel Kloos und Alicia Goetze über das optimale Trainingserlebnis.

Lies außerdem unseren Artikel „Die Zukunft der Trainingsfläche“ als Einstieg zum Interview.

Indem du auf das entsprechende Bild oberhalb dieses Textes klickst, gelangst du direkt zum jeweiligen Artikel.

Durch die Aktualisierung unseres Flächenkonzepts werden außerdem die hoch frequentierten Bereiche entzerrt. Es gibt nicht nur mehr Geräte und passende Alternativen, die zusätzlichen Geräte befinden sich auch in anderen Bereichen. Die Mitglieder verteilen sich in Stoßzeiten verstärkt über die gesamte Fläche, was das Trainingserlebnis deutlich entspannt.

Emotional geht es vor allem um Motivation, Zugehörigkeit und ein positives Trainingserlebnis. Wir möchten Fitness „FOR ALL OF US“ bieten und dafür Räume schaffen, in denen sich unterschiedliche Zielgruppen gleichermaßen willkommen fühlen – egal ob Einsteiger:innen, ambitionierte Kraftsportler:innen oder gesundheitsorientierte Trainierende. Eine moderne, offene und durchdachte Trainingsfläche trägt maßgeblich dazu bei, dass Mitglieder gerne ins Studio kommen und langfristig motiviert bleiben.

Wie überprüfen Sie, ob das neue Konzept die Bedürfnisse und den Geschmack der Mitglieder trifft? Welche Rolle spielen Nutzungsdaten, Mitgliederfeedback oder Beobachtungen aus dem Studioalltag?

Sowohl im Vorfeld als auch nach größeren konzeptionellen Veränderungen führen wir Feedbackprozesse durch, um die Bedürfnisse unserer Mitglieder besser zu verstehen.

Dabei spielen unterschiedliche Quellen eine wichtige Rolle: Mitgliederfeedback, Nutzungs- und Trackingdaten, Beobachtungen im Studioalltag sowie die Erfahrungen unserer Trainerinnen und Trainer direkt auf der Fläche. Gerade die Kombination aus datenbasierten Erkenntnissen und unmittelbarer, täglicher Praxiserfahrung ermöglicht es uns, fundierte Entscheidungen zu treffen und Konzepte kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Wie verändert die neue Flächengestaltung die Arbeit der Trainerinnen und Trainer? Wird Betreuung dadurch sichtbarer, effizienter oder persönlicher?

Ja, die neue Flächengestaltung verändert auch die Arbeit unserer Trainerinnen und Trainer spürbar. Früher konzentrierte sich ein großer Teil des Trainingsgeschehens auf einzelne hochfrequentierte Bereiche, insbesondere den Freihantelbereich.

Durch die bessere Verteilung von Trainingsmöglichkeiten über die gesamte Fläche wirkt das Studio heute subjektiv offener und weniger überladen. Das ermöglicht es Trainerinnen und Trainern nun, noch präsenter und wirksamer auf der Fläche zu agieren, schneller mit Mitgliedern in Kontakt zu kommen und Betreuung noch präsenter im Trainingsalltag zu verankern.

Ist geplant, künftig alle FitX-Studios nach diesem Konzept umzugestalten? Und wie flexibel ist das Konzept – wird es kontinuierlich weiterentwickelt?

Das Konzept wird kontinuierlich und schrittweise weiterentwickelt. Fitnessmärkte, Trainingsgewohnheiten und Mitgliederbedürfnisse verändern sich stetig – darauf möchten wir flexibel reagieren können.

Wie eingangs beschrieben, modernisieren wir unsere Bestandsstudios regelmäßig und passen sie sukzessive an aktuelle Standards an. Die neuen Konzepte fließen dabei selbstverständlich direkt in die jeweils anstehenden Remodellings und Neubauten ein.

Welche Merkmale werden Trainingsflächen in den kommenden fünf Jahren erfolgreich machen? Welche Trends sind besonders relevant?

Trainingsflächen werden sich auch künftig weiterentwickeln und neue Trends werden weiterhin mit einbezogen. Wir werden in der gesamten Fitnessbranche sicherlich sowohl mehr digital unterstützte als auch neue analoge Trainingslösungen sehen. Entscheidend wird aus unserer Sicht aber nicht allein die Hardware sein.

Eine moderne Trainingsfläche muss intuitiv, motivierend und effizient sein.

Geräte werden immer wichtiger Bestandteil bleiben – den wirklichen Unterschied machen jedoch die Menschen. Trainerinnen und Trainer, die Mitglieder täglich begleiten, motivieren und unterstützen, bleiben ein zentraler Erfolgsfaktor.

Die Evidenz zeigt immer wieder, dass persönliche Betreuung, Beziehung und Kompetenz einen großen Einfluss auf Zufriedenheit, Trainingserfolg und Mitgliederbindung haben. Deshalb glauben wir daran, dass die Kombination aus modernen Trainingsflächen, hochwertigen Geräten und kompetentem, präsentem Personal auch in Zukunft der Schlüssel zu erfolgreichen Studios sein wird.

Helle Trainingsfläche mit mehreren schwarzen Kraftgeräten und Holzelementen
Fitness trainer

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