Prävention statt Behandlung: Exercise for Health Summit 2025 sendet klares Signal

Beim Exercise for Health Summit 2025 forderte EuropeActive eine stärkere EU-Strategie für Prävention und körperliche Aktivität zur Entlastung der Gesundheitssysteme.
Lesezeit: 4 Minuten
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Teilnehmende einer internationalen Fachkonferenz im Plenarsaal diskutieren beim EuropeActive Exercise for Health Summit
Beim EuropeActive Exercise for Health Summit kommen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Fitnessbranche zusammen, um die Rolle von Bewegung für Gesundheit und Prävention zu diskutieren
Beim Exercise for Health Summit 2025 im Europäischen Parlament forderten EU-Politik, Gesundheitswesen und Fitnessbranche eine stärkere Verankerung von Prävention und körperlicher Aktivität in der europäischen Gesundheitspolitik. EuropeActive betonte die Rolle von Bewegung als wirksames Mittel gegen nichtübertragbare Krankheiten.

AUF EINEN BLICK

  • EU-Gesundheitspolitik im Fokus: Beim Exercise for Health Summit diskutierten rund 100 Fachleute im Europäischen Parlament über Bewegung als Präventionsinstrument.
  • Politische Unterstützung: EU-Kommissar:innen und Abgeordnete betonten die Dringlichkeit, körperliche Aktivität stärker in Strategien gegen nichtübertragbare Krankheiten einzubinden.
  • Wissenschaftliche Evidenz: Expert:innen warnten vor Millionen zusätzlicher Krankheitsfälle bis 2050 durch Bewegungsmangel.
  • Praxis und Innovation: Vertreter:innen der Fitnessbranche zeigten, wie strukturierte Trainingsangebote und digitale Lösungen Prävention unterstützen können.
  • Gemeinsames Fazit: Europa muss den Wandel von Behandlung hin zu Prävention konsequent politisch verankern.

Die Veranstaltung 'Exercise for Health Summit 2025' hat im Europäischen Parlament eine eindeutige Botschaft gesendet: Körperliche Aktivität muss künftig eine deutlich stärkere Rolle in der europäischen Gesundheits- und Präventionspolitik spielen.

Bei der zweiten Ausgabe des von EuropeActive organisierten Events kamen am 4. Dezember 2025 rund 100 Vertreter:innen aus EU-Politik, Gesundheitswesen, Wissenschaft sowie der Fitness- und Bewegungsbranche zusammen. Sie diskutierten über die wachsende Bedeutung von Bewegung für Prävention und öffentliche Gesundheit.

Ausgerichtet wurde der Summit von der Europaabgeordneten Nina Carberry. Im Fokus stand die Frage, wie Europa dem zunehmenden Bewegungsmangel und der steigenden Zahl nichtübertragbarer Krankheiten begegnen kann.

Diese Erkrankungen, darunter Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes, Krebs und psychische Erkrankungen, belasten die europäischen Gesundheitssysteme und Volkswirtschaften zunehmend.

Die Teilnehmenden waren sich einig, dass ein grundlegender Perspektivwechsel notwendig ist: weg von einer überwiegend behandlungsorientierten Gesundheitspolitik, hin zu konsequenter Prävention.

Bewegung als wirksames Mittel zur Prävention

Politische Unterstützung für diesen Ansatz kam aus mehreren Ressorts der Europäischen Kommission. EU-Kommissar für Generationengerechtigkeit, Jugend, Kultur und Sport Glenn Micallef warnte vor dem Ausmaß der Inaktivitätskrise in Europa.

Rund die Hälfte der Bevölkerung bewege sich nicht ausreichend, mit weitreichenden Folgen für die körperliche und mentale Gesundheit. Bewegung sei eines der wirksamsten und effizientesten Mittel zur Prävention, betonte Glenn Micallef.

Entsprechend werde Prävention eine zentrale Rolle im kommenden EU-Aktionsplan für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie bei der Überarbeitung der Empfehlungen zur gesundheitsfördernden körperlichen Aktivität spielen.

Auch EU-Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi unterstrich die Bedeutung körperlicher Aktivität für die europäische Gesundheitsagenda. In einer Videobotschaft sprach er sich für eine stärkere Verbindung von Bewegung, gesellschaftlicher Resilienz und Gesundheitspolitik aus.

Ergänzend thematisierte Giorgio Guazzugli Marini von der Europäischen Kommission strukturelle Barrieren für Bewegung und plädierte für bessere bewegungsfreundliche Rahmenbedingungen sowie eine stärkere Förderung von Bewegungsbildung.

Notwendigkeit strategischer Prävention

Wissenschaftliche Daten untermauerten den politischen Handlungsbedarf. Laut Prognosen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung könnte unzureichende körperliche Aktivität bis 2050 zu zwölf Millionen zusätzlichen Fällen nichtübertragbarer Krankheiten führen.

Expert:innen betonten daher die Notwendigkeit strategischer Investitionen in Prävention, die langfristig sowohl gesundheitliche als auch wirtschaftliche Vorteile bringen.

Auch die Fitness- und Gesundheitsbranche positionierte sich klar als Teil der Lösung. Vertreter:innen von Unternehmen und Organisationen zeigten, wie strukturierte Trainingsangebote, digitale Technologien und communitybasierte Programme einen aktiven Lebensstil fördern können.

EuropeActive machte deutlich, dass der Sektor bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und aktiv zur Erreichung gesundheitspolitischer Ziele beizutragen.

Wandel von Behandlung zu Prävention

Das gemeinsame Fazit des Exercise for Health Summit 2025: Europa muss den Wandel von Behandlung zu Prävention entschlossen vorantreiben.

Voraussetzung dafür sind politisches Engagement, eine enge Zusammenarbeit zwischen Gesundheitswesen und Fitnessbranche sowie nachhaltige Investitionen in bewegungsfreundliche Strukturen. Bewegung gilt dabei zunehmend als Schlüssel zu einem gesünderen und resilienteren Europa.


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