WHO-Kriterien: Fitness für mehr Lebensqualität

Fitnessstudios tragen mit knapp 12 Millionen Mitgliedern wesentlich dazu bei, dass die Bevölkerung die Empfehlungen der WHO für körperliche Aktivität erreicht.
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WHO-Empfehlungen für Sport
WHO-Empfehlungen für Sport
Die vergangenen Wochen haben deutlich gezeigt, wie sehr den Mitgliedern deutschlandweit der Besuch in ihrem Fitnessstudio fehlt. Mit 11,66 Millionen Mitgliedern in 9.669 Fitnessstudios und einer Reaktionsquote von 14 Prozent erzielte die Fitnessbranche im letzten Jahr in Deutschland ein neues Hoch. Damit tragen Fitnessstudios wesentlich dazu bei, dass die Bevölkerung die Empfehlungen für körperliche Aktivität der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erreicht.

Mit Sport trainiert man die Muskeln, stärkt das Immunsystem und er ist wichtig für die physische und psychische Gesundheit. Gesunde Routinen und regelmäßige Bewegung tragen zum Wohlbefinden bei und erhöhen die Lebensqualität. Der Mangel an Bewegung dagegen kann im schlimmsten Fall die Lebenszeit beschränken. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht klare Bewegungsempfehlungen und Bewegungskriterien aus, um das Risiko von Erkrankungen zu minimieren. Demnach sollen Erwachsene ab 18 Jahren pro Woche mindestens 2,5 Stunden moderat und 1,25 Stunden intensiv körperlich aktiv sein. Einzelne Trainingseinheiten sollten dabei mindestens zehn Minuten umfassen, zudem ist es wichtig, dass mindestens zweimal pro Woche muskelstärkende Aktivitäten stattfinden. Laut Robert Koch-Institut erreichen mit 45 Prozent nur knapp die Hälfte der Deutschen diese Empfehlungen in Bezug auf Ausdaueraktivitäten in ihrer Freizeit.

Fitnessstudios für mehr Aktivität in allen Regionen

Das Sportsatellitenkonto (SSK), ein Projekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) und des Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BISp), misst die volkswirtschaftliche Relevanz des Sports. Im Rahmen seiner Erhebungen hat das SSK untersucht, welchen Beitrag Sport zu den Bewegungsempfehlungen der WHO leistet und dabei interessante Fakten für die Fitness- und Gesundheitsbranche ermittelt. Bei Erwachsenen über 16 Jahre erreichen 34 Prozent allein durch Sport und sportliche Aktivitäten die Empfehlungen der WHO, treiben also ausreichend Sport pro Woche. Obwohl die Bevölkerung sich insgesamt noch zu wenig bewegt, spielt Sport eine wesentliche Rolle bei ihrer Aktivierung. Fitness- und Gesundheitsanlagen in Form von Einzel-, Kettenbetrieben und Mikrostudios tragen mit ihren vielfältigen Angeboten in allen Regionen Deutschlands dazu bei, immer mehr Menschen in Bewegung zu bringen. Seit 2015 ist die Zahl der Mitglieder um 2,2 Millionen gewachsen.

Status beeinflusst Fitnesslevel

Je nach Alter, dem Lebensabschnitt sowie dem sozialen und ökonomischen Status kommt es zu erheblichen Unterschieden im Aktivitätslevel verschiedener Bevölkerungssegmente. Das lässt sich leicht erklären: Ein Berufseinsteiger mit kleinen Kindern hat in der Regel weniger Zeit, Sport zu treiben, als beispielsweise ein seit mehreren Jahren Berufstätiger mittleren Alters mit jugendlichen Kindern und entsprechend mehr Freiraum. Die aktivste Altersgruppe sind Jugendliche zwischen 16 und 19 Jahren. 54 Prozent erzielen – auch durch den Schulsport – ausreichend körperliche Aktivität. Diese nimmt nicht linear von Jung nach Alt ab. Zwar bilden die 20- bis 29-Jährigen die zweitaktivste Gruppe (46 %), in der Altersklasse von 30 bis 39 Jahren sinkt die sportliche Aktivität allerdings auf einen Tiefstand (26 %), um in der mittleren Altersklasse von 40 bis 49 Jahren und 50 bis 59 Jahren wieder auf 38 Prozent zu steigen. Ab 60 Jahren nimmt das Interesse an Sport zwar nicht ab, verlagert sich aber in Richtung gesundheitsorientierter Angebote, was insbesondere ortsansässige Fitness- und Gesundheitsanlagen zielgruppengenau bedienen können. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Menschen mit einem hohen Bildungsstand und einem hohen Einkommen sich häufiger ausreichend bewegen als andere Bevölkerungsgruppen und bewusst in ihre Gesundheit investieren.

Top 3: Radsport, Fitness und Laufen

Interessant ist, in welchem Maß die verschiedenen Sportarten laut Sportsatellitenkonto zur Erfüllung der WHO-Empfehlungen in Bezug auf die körperliche Aktivität betrieben werden. Nach dem Radsport (15 %) liegt Fitness mit 14 Prozent deutlich an zweiter Stelle, gefolgt von Laufen (9 %), Wandern (7 %) und der Vereinssportart Fußball (5 %). Auch bei den häufig ausgeübten Sportarten kann Fitness punkten und liegt mit 24 Prozent auf Rang 3, hinter Radsport und Schwimmen. Besonders positiv: Zwei Drittel der Fitnesstreibenden geben an, dass sie ihren Sport mindestens zweimal pro Woche oder auch häufiger betreiben. Auch gesundheitsbezogene Sportarten wie Pilates, Yoga oder Gymnastik werden regelmäßig besucht und binden damit die Mitglieder stark an „ihre“ Fitnesseinrichtung.

Regionale Verteilung und vielfältige Angebote

Diese Zahlen zeigen, wie wichtig die Fitness- und Gesundheitsbranche ist. Der Status hat sich in den vergangenen Jahren gefestigt, wie die „Eckdaten 2020“ eindrucksvoll belegen. Mit einer Steigerung um 5,1 Prozent auf 11,66 Millionen Mitglieder und einer Reaktionsquote von durchschnittlich 14,0 Prozent (Vorjahr 13,4 Prozent) erreichte die Fitnessbranche 2019 ein neues Hoch. Dabei zeigt die Reaktionsquote das Verhältnis von Mitgliedern zu Einwohnern an. Auf der Deutschlandkarte lässt sich die regionale Verteilung in den einzelnen Bundesländern ablesen. Die Stadtstaaten liegen ganz vorn: Mit einer Reaktionsquote von 19,2 Prozent steht Hamburg an der Spitze, gefolgt von Bremen (17 %) und Berlin (15,4 %). Danach folgen mit jeweils 15,0 Prozent das einwohnerstärkste Bundesland Nordrhein-Westfalen sowie Baden-Württemberg und das Saarland. Die Schlusslichter bilden die Bundesländer Thüringen (9,7 %), Sachsen-Anhalt (8,9 %) und Mecklenburg-Vorpommern (8,5 %). Gesamt gesehen haben in Deutschland Kettenbetriebe mit 52,7 Prozent die meisten Mitglieder, 41,7 Prozent der Bevölkerung trainieren in Einzelstudios und 5,6 Prozent in Mikrostudios. Aufgrund ihrer Angebotsvielfalt sind gerade Fitness- und Gesundheitsanlagen in der Lage, verschiedene Bevölkerungsschichten, Alters- und Interessengruppen in allen Regionen Deutschlands zu erreichen und zu mehr Bewegung zu motivieren.

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