Wert des Körpertrainings und realistische Ziele

Zwischen Idealbildern und Realität verlieren viele Trainierende den Blick für das Wesentliche. Warum realistische Ziele und Selbstakzeptanz entscheidend für nachhaltigen Trainingserfolg sind.
Lesezeit: 3 Minuten
Drei sportlich gekleidete Frauen, die eng beieinander stehen, sich umarmen und lachen. Rechts das Autorenbild von Albert Busek, einem Herren mit grauen Haaren und Brille.
Drei Frauen beim gemeinsamen Training: Körpertraining stärkt nicht nur die Muskulatur, sondern auch Selbstbewusstsein und Lebensfreude
Mode- und Fitnesszeitschriften sind voller wunderschöner Beispiele für eine wohl ausgeformte Muskulatur. Wir bewundern die geradezu künstlerische Entwicklung und respektieren die vielen Stunden harter Arbeit, die der Entwicklung eines starken und fitten Körpers zugrunde liegen. Für viele Menschen können solche Fotos aber auch entmutigend sein und die Gefühle negativ beeinflussen. Hohe Ansprüche an körperliche Perfektion nagen dann am Selbstbewusstsein und führen häufig zu negativen Reaktionen oder gefährden das regelmäßige Training insgesamt. Zu den Gefahren für die Millionen Fitnesssportler im deutschsprachigen Raum gehören die unrealistischen Ziele, die sich viele setzen.

Die meisten Menschen haben sich irgendwann schon einmal einen besseren oder anderen Körper gewünscht. Wir mögen viele positive Qualitäten haben, aber wenn unsere Hüften etwas breit sind oder der Bauch nicht flach genug ist, so kann es sein, dass wir alle positiven Aspekte unseres Lebens vergessen und nur noch in unseren vermeintlichen körperlichen Mängeln aufgehen. Wo steht denn geschrieben, dass eine Frau schmale Hüften haben oder ein Mann über 1,80 Meter groß sein muss, um als attraktiv anerkannt zu werden?

Machen wir uns nichts vor: Wir können nicht alle aussehen wie unser Lieblingsschauspieler oder Lieblingssportler. Die meisten von uns wollen einfach möglichst gut aussehen und sich fit fühlen. Einer der ersten höchst erfolgreichen Werbeslogans der Fitnessbranche kam von McFIT und brachte es buchstäblich auf den Punkt: „Einfach gut aussehen.“

Selbstakzeptanz lernen

Ehrgeiziges Streben nach dem idealen Körper verdrängt dieses einfache und erreichbare Ziel. Die heutige kommerzielle Hysterie der Glorifizierung von Jugend und Schönheit lenkt uns von unserer individuellen Schönheit ab und lässt uns nach etwas außerhalb von uns selbst suchen. Viele Menschen glauben, mit ihnen stimme etwas nicht, wenn sie nicht dem Bild entsprechen, das ihnen im TV, im Internet oder im Kino immer wieder vor Augen geführt wird.

Eine der besten Möglichkeiten, das Selbstwertgefühl zu steigern und Selbstvertrauen zu gewinnen, bietet regelmäßiges sportliches Training. Partielles Muskeltraining in den Sportstudios, im Verein oder Zuhause ist in dieser Hinsicht ganz besonders förderlich. Die meisten Menschen sind sich des damit einhergehenden und sehr positiven mentalen Aspekts überhaupt nicht bewusst. Es kommt wesentlich darauf an, ehrlich gegenüber sich selbst zu sein und sich selbst zu akzeptieren. Gegen ein Vorbild ist nichts einzuwenden, aber dabei muss es auch bleiben.

Realistische Trainingsziele

Man kommt an der Tatsache nicht vorbei, dass Selbstwertgefühl und körperliche Fitness Hand in Hand gehen. Gerade die Tatsache, dass wir uns selbst mögen, macht das Training für uns zur erfüllenden und umfassend positiven Erfahrung.

Gezieltes Muskeltraining hebt das Selbstbewusstsein, solang man sich um realistische Ziele und die Ausschöpfung des persönlichen körperlichen Potenzials bemüht. Jeder fühlt sich besser, wenn der Körper besser funktioniert. Muskeltraining schafft Selbstvertrauen und gibt uns das Gefühl, etwas zu leisten und zu erreichen – ob als Breiten- oder als Leistungssportler. Regelmäßiges Training allein kann aber kein gesundes Selbstbewusstsein schaffen, wenn man unrealistisch und nicht bereit ist, seinen genetisch bedingten Körperbau zu akzeptieren.

Gesellschaftlicher Wandel

Wir werden nicht nur von den Bildern des Fernsehens, des Internets und des Kinos beeinflusst, sondern unser Selbstbewusstsein hängt auch von unserer sexuellen Anziehungskraft ab. Das Training nach dem Bodybuildingsystem hat in unserer Gesellschaft die herkömmliche Auffassung dessen, was attraktiv ist, in den letzten Jahrzehnten ganz wesentlich geprägt. Dazu mussten einige Tabus gebrochen werden. Heute zeigen auch Frauen stolz das Ergebnis ihres regelmäßigen Trainings.

Die gesellschaftliche Anerkennung ist in den letzten Jahrzehnten ganz erheblich gestiegen. Vor 44 Jahren veröffentlichte das traditionsreiche US-Magazin TIME ein Bild von US-Präsident Ronald Reagan mit zwei Kurzhanteln. Es erschien damals, zu Beginn der ersten großen Fitnesswelle, wie der Aufbruch in eine neue Zeit. Auch bei den Männern hat sich das Schönheitsideal bis in die breitesten Schichten der Gesellschaft gewandelt. Starke Muskeln sind erstrebenswert und für mehr und mehr Trainierende ist ein Sixpack das ultimative Ziel.

Ob Mann oder Frau – entscheidend ist, dass man bei allen Idealvorstellungen auf den persönlichen Grad körperlicher Perfektion hinarbeitet. Um sich schön zu fühlen ist man nicht auf die Zustimmung anderer angewiesen. Sobald man ausschließlich für sich selbst und die persönliche Verbesserung trainiert, werden sich die innere Zufriedenheit und das Wohlbefinden im Körper manifestieren und die Menschen um einen herum werden entsprechend reagieren.

Trainingstipps für Einsteiger

Hier sind einige wichtige Tipps für Trainierende im Anfangsstadium zur Entwicklung einer positiven Einstellung, mit der man optimal von Trainingsanstrengungen profitiert:

• Akzeptieren Sie sich so, wie Sie sind.

• Gehen Sie schrittweise vor, von Tag zu Tag. Sie können nicht mit dem Training beginnen und sich sagen: „In einem Jahr sehe ich aus wie ein Bodybuildingchampion.“ Erstens wird das nicht der Fall sein und zweitens ist der Plan viel zu langfristig.

• Sagen Sie sich selbst: „Ich gehe heute trainieren, weil ich mich dann heute besser fühle.“

• Setzen Sie sich ein Kurzzeitziel, zum Beispiel: „In den nächsten Wochen trainiere ich meine schwächeren Muskelpartien besonders intensiv.“

• Sie sollten folgende Einstellung haben: „Ich werde besser aussehen und werde dabei Schritt für Schritt vorgehen.“

Was immer Sie dann als bestmögliches Ergebnis erreichen, hält Sie nicht davon ab, Ihre Grenzen gegebenenfalls noch weiter auszuloten. Aber bis zu diesem Punkt Ihrer Entwicklung sind Sie schon mal gekommen. Viel Erfolg.

Diesen Artikel kannst du folgendermaßen zitieren:

Busek, A. (2026). Wert des Körpertrainings und realistische Ziele. fitness MANAGEMENT international, 1 (183), 114–115.

Les Mills FIBO 2026

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Für fitness MANAGEMENT berichtet

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