Management | Autor: Florian Schmidt und Jürgen Wolff |

Man muss nur wissen, wo man suchen muss!

Informationen über neueste Trends, Marktentwicklungen, Branchenzahlen und die aktuelle wissenschaftliche Studienlage sind für Führungskräfte und Unternehmer heute wichtiger denn je, denn der Markt wächst und verändert sich schnell. fitness MANAGEMENT hat Andrés Jäger, Geschäftsführender Gesellschafter Fitnexx GmbH, und Patrik Meier, COO Kieser Training, dazu befragt, wie sie up to date bleiben und wo sie ihre Informationen sowie ihr Fach- bzw. Branchenwissen suchen und finden.

Top-Führungskräfte über erfolgreichen Wissenstransfer

fM: Wie und wo informieren Sie sich über Branchenentwicklungen, Marktkennzahlen, Trends, rechtliche Rahmenbedingungen, Studien etc.?

Andrés Jäger: Über Branchenentwicklungen und Trends der Fitnessbranche informiere ich mich für die Fitnexx GmbH gern in den Berichten zahlreicher fachspezifischer Veröffentlichungen online und in Printmedien.

Ich lese die fitness MANAGEMENT international, weil sie als Organ unseres Arbeitgeberverbands DSSV bei Weitem den größten Überblick über die Branche und sachliche Insiderinformationen für Fitnessstudiobetreiber bietet.

Aus der jährlichen Eckdaten-Studie des DSSV nehme ich die neuesten Marktkennzahlen und Entwicklungen der Fitnessbranche zur Kenntnis, die bis März 2020 recht erfreulich waren. Leider ist mit der Corona-Krise auch eine Branchenkrise verbunden.

In diesem (Anm. d. Red.: gemeint ist 2020) und auch im nächsten Jahr werden wir wohl zum ersten Mal seit Erhebung der empirischen Branchendaten keine Steigerung der Mitgliederzahlen mehr erleben.

Bezüglich Ihrer Frage zu den rechtlichen Rahmenbedingungen bin ich auch mit dem DSSV sehr zufrieden, denn als Mitglied erhalte ich den Newsletter, habe Zugang zur Rechtsberatung und kann mich beim Verband informieren. Darüber hinaus bekomme ich regelmäßig Infos über die neuesten Rechtsprechungen aus der Branche.

fM: Wie organisieren Sie in Ihrem Unternehmen den Informationsfluss und den Wissenstransfer?

Andrés Jäger: Den Informationsfluss halte ich ganz konservativ durch persönliche Gespräche mit meinen festangestellten Mitarbeitern und Trainern aufrecht, die ich immer wieder in den Studios besuche. Zudem bin ich für alle meine Mitarbeiter über Handy erreichbar.

Darüber hinaus arbeiten wir online und über soziale Medien wie WhatsApp-Gruppen (z. B. unter den Trainern). Hier leite ich kurze Infos an alle Fitnesstrainer weiter und erhalte umgekehrt Rückmeldungen über mögliche Probleme in den Studios.

Zum Thema Wissenstransfer: Wir arbeiten mit der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) zusammen, sodass ich gemeinsam mit meinen Studierenden immer wieder Zugang zu fachspezifischen Lehrangeboten und Publikationen habe und diese an meine Trainer und Mitarbeiter weitergeben kann. Je nach Bedarf machen wir hierzu auch immer wieder Teamgespräche oder Fortbildungen.

fM: Welche Rolle spielt dabei die fitness MANAGEMENT international als Branchenmedium und die fM ONLINE als tagesaktuelle Informationsquelle?

Andrés Jäger: Die fitness MANAGEMENT international ist als Informationsmedium für den klassischen Studioinhaber unentbehrlich, weil sie als renommierte Fachzeitschrift die branchenspezifischen Informationen bietet und durch den fM-Newsletter sowie regelmäßige E-Mails ergänzt wird. Letzteres war gerade in der Corona-Krise ganz wichtig, um aktuell und immer informiert zu sein.

In diesen für uns tragischen Zeiten des Lockdowns hat sich gezeigt, dass die Fitnessbranche einen aktiven und politisch einflussreichen Arbeitgeberverband wie den DSSV braucht, der gezielte Lobbyarbeit für unsere Branche betreibt und sich für alle Betreiber politisch und rechtlich einsetzt. Jeder Kollege und jede Kollegin, die nicht Mitglied sind, sollten sich überlegen, ob sie nicht beitreten.

Alle Fitnessbetreiber in Deutschland sollten dem Verband und seinem Spitzenpersonal dankbar sein, weil die behördliche Schließungszeit (Corona) ohne den DSSV noch viel länger angedauert hätte!


 

fM: Wie und wo informieren Sie sich über Branchenentwicklungen, Marktkennzahlen, Trends, rechtliche Rahmenbedingungen, Studien etc.?

Patrik Meier: Kieser Training ist spezialisiert auf gesundheitsorientiertes Krafttraining an Maschinen und positioniert sich sehr bewusst zwischen dem Medizin- und dem Fitnessmarkt. Für diese spezifische Ausrichtung gibt es weder Branchenvertreter noch Marktkennzahlen oder Trends. Wir beobachten aber sowohl den Medizin- als auch den Fitnessmarkt sowie generell Verbrauchermärkte.

Außerdem informieren wir uns über verschiedene Instrumente und Kanäle – sei es über extern publizierte Markt- und Branchenanalysen, die interne Medienbeobachtung, über Kongresse, Messen oder über den direkten Austausch mit führenden Wissenschaftlern und Experten. Natürlich erstellen wir auch eigene Analysen.

Zentral ist für uns tatsächlich der enge Austausch mit unseren Franchisenehmern und Mitarbeitenden über Erfahrungen mit unseren Kunden in über 160 Studios weltweit. Darüber hinaus haben wir eine gut vernetzte Forschungs- und Entwicklungsabteilung, die methodisch nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie nach Antworten auf offene Fragen sucht, diese dokumentiert und zur Verfügung stellt.

fM: Wie organisieren Sie in Ihrem Unternehmen den Informationsfluss und den Wissenstransfer?

Patrik Meier: Wichtig zu wissen ist: Kieser Training folgt keinen Trends, sondern fokussiert sich auf das Krafttraining an Maschinen. Dabei fördern und bieten wir das, was den effektiven und effizienten Aufbau von Muskelmasse, Kraft und Knochen fördert. Das bedeutet: Bei allem, was wir tun, geht es uns darum, den Nutzen für unsere Kunden zu maximieren.

Relevante Erkenntnisse – z. B. aus der Forschungsabteilung – fließen in die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeitenden in der eigenen Ausbildungsinstitution, in unsere eigene Maschinenentwicklung, unser Trainingskonzept, die Produkt- und Angebotsentwicklung sowie die gesamte Organisation von Kieser Training ein. Die Mitarbeiter aus den Ressorts und Studios arbeiten hier eng on- und offline über Projektgruppen zusammen.

fM: Welche Rolle spielt dabei die fitness MANAGEMENT international als Branchenmedium und die fM ONLINE als tagesaktuelle Informationsquelle?

Patrik Meier: Beide Kanäle informieren uns über die Entwicklungen im Fitnessmarkt – off- und online. Wir erkennen, dass die fitness MANAGEMENT professionell und tagesaktuell (z. B. auf Facebook) über Marktentwicklungen berichtet, aber auch Wissen für das Betreiben eines Fitnessstudios vermittelt.


Fazit:

Informationen schaden nur denen, die sie nicht haben. Nur wer up to date und bestens informiert bleibt, kann sein Unternehmen langfristig effektiv führen und die Kunden begeistern.

Hier lohnt es sich, auf die richtigen Medien und Informationsplattformen zu setzen und dem Thema Wissensmanagement trotz des oft stressigen und fordernden Tagesgeschäfts mehr Beachtung zu schenken.

Denn Wissen und Informationen haben noch einen weiteren entscheidenden Vorteil: Wenn man sie sinnstiftend teilt, ist ihr Nutzen nochmals um ein Vielfaches höher.

Diesen und weitere Artikel finden Sie in der fMi 04/2020 & für Abonnenten EXKLUSIV vorab.

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fMi 04/2020