Management | Autor: Thorsten Clemann, Lukas Ney |

Erfolgreiche Existenzgründung (Teil 1)

Die Fitness- und Gesundheitsbranche bietet Gründungsmotivierten vielseitige Möglichkeiten zum Aufbau einer selbstständigen Existenz.

Berufliche Selbstständigkeit in der Fitness- und Gesundheitsbranche

Der Wunsch nach Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung lässt immer mehr Menschen in Deutschland über eine berufliche Selbstständigkeit nachdenken. Durch den kontinuierlichen Nachfrageanstieg bietet gerade die Fitness- und Gesundheitsbranche Gründungsmotivierten vielseitige Möglichkeiten zum Aufbau einer selbstständigen Existenz.

Im Hinblick auf die Frage, in welcher Branche man als Existenzgründer aktiv werden soll, lassen sich die meisten Gründungswilligen von den eigenen Interessen bzw. der eigenen beruflichen Vorprägung leiten. „Das eigene Hobby zum Beruf zu machen“ ist ein entscheidender Antriebsfaktor für viele Existenzgründer. Das stetige Wachstum der Fitness- und Gesundheitsbranche (vgl. DSSV, 2018) lässt den Markt auch für viele Start-up-Gründer attraktiv erscheinen – insbesondere dann, wenn man bereits im Vorfeld mit dem Fitness- Virus infiziert war und eine hohe Sportaffinität aufweist.

Umgekehrt steigt jedoch auch die Zahl der Studioinhaber, die von der Entwicklung des Marktes als Quereinsteiger profitieren möchten. Wer branchenfremd ist und sich dennoch eine eigene Existenz in der Fitness- und Gesundheitsbranche aufbauen will, muss sich deshalb bereits vor der potenziellen Gründung intensiv mit den spezifischen Branchenbesonderheiten auseinandersetzen.

Existenzsicherung und Chance zur Nachfolgeregelung
Nach Angaben des DIHK-Reports zur Unternehmensnachfolge 2016 besteht in Deutschland eine hohe Nachfrage nach Unternehmensnachfolgern. Die Chancen für die Übernahme eines etablierten Unternehmens sind in der Fitness- und Gesundheitsbranche besonders günstig. Viele Unternehmer stehen aktuell vor der Herausforderung, einen geeigneten Nachfolger für den eigenen Betrieb zu finden. Ein Generationenwechsel bzw. eine konzeptionelle Neuorientierung stellen nicht nur für potenzielle Nachfolger, sondern auch für Betreiber eine anspruchsvolle Aufgabe dar. Im Kontext der Existenzgründung und -sicherung bietet die Abgabe bzw. Übernahme eines bestehenden Unternehmens für beide Parteien jedoch auch interessante Möglichkeiten und ist daher eine Alternative zur Neugründung. Die Branche bietet hier unterschiedliche Franchise- und Lizenzsysteme, schlüsselfertige Konzepte sowie umfangreiche weitere Optionen an, von denen Existenzgründer und Betreiber gleichermaßen profitieren können.

Herausforderungen und Risiken der Existenzgründung
Der Aufwand, der mit einer Gründung verbunden ist, sollte nicht unterschätzt werden. Dies gilt sowohl für Neu-Gründer als auch für Nachfolgeinteressenten, die eine Betriebsübernahme planen. Deshalb ist es wichtig, den Schritt in die Selbstständigkeit wohl durchdacht und strukturiert zu planen. Mit der Selbstständigkeit gehen Veränderungen in der Einkommenssituation und manchmal auch erhöhte finanzielle Risiken einher bzw. können Hürden bei der Kapitalbeschaffung auftreten. Diese Situation erfordert für den Neu-Unternehmer gerade zu Beginn ein hohes unternehmerisches Geschick, zeitlichen Einsatz sowie das nötige mentale Durchhaltevermögen.

Fallstricke und die Angst vor dem „Bürokratiemonster“
Dass der Traum von der finanziellen Unabhängigkeit in vielen Fällen bereits in der Gründungsphase ins Wanken gerät, liegt oftmals an einer unzureichenden Planung. Eine gute Geschäftsidee alleine ist noch kein Erfolgsgarant für eine erfolgreiche Start-up-Gründung. Die Fähigkeit zur realistischen Einschätzung der unternehmerischen Chancen und Risiken ist unabdingbar für den wirtschaftlichen Erfolg. Was viele Gründungswillige von der Umsetzung ihrer Pläne abhält, sind fehlende Erfahrung und mangelndes Wissen über eine berufliche Selbstständigkeit sowie die Vorstellung, vor unüberwindbaren bürokratischen Hürden zu stehen.

Wer sich für eine Existenzgründung entschieden hat, sieht sich zunächst mit einer unübersichtlichen und möglicherweise beunruhigenden Anhäufung verschiedener Fragen konfrontiert:

Wo muss ich meine Selbstständigkeit anmelden? Welche Steuern muss ich zahlen? Welche Formen der sozialen Absicherung sind notwendig? Welche Ausgaben kommen auf mich zu? In welchem rechtlichen Rahmen bewege ich mich?

Diese nur beispielhafte Aufzählung möglicher Fragestellungen verdeutlicht, dass man in der Gründungsphase auf eine Sache keinesfalls verzichten kann: die „richtigen“ Informationen. Selbst unternehmerische Naturtalente kommen nicht umhin, sich über notwendige Behördengänge oder steuerliche Besonderheiten zu informieren, um nicht schon in der Frühphase der selbstständigen Betätigung „Schiffbruch zu erleiden“. Aber nicht nur gesetzliche Vorgaben spielen eine erfolgskritische Rolle.

Vom Gründer zum Manager – Passion, Berufung und Verantwortung
Die Gründer erwarten im Verlauf des Prozesses zunehmend klassische Führungsaufgaben. Um ein Fitnessunternehmen erfolgreich zu führen, benötigen die Existenzgründer neben Soft Skills umfangreiches fachliches und kaufmännisches Know-how. Dies umfasst unter anderem das Wissen über betriebswirtschaftliche Kennzahlen, Controlling-Systeme, Rechtsgrundlagen und adäquate Marketing- und Vertriebskanäle. Letzten Endes ist das Spektrum der Aufgaben, die über Erfolg und Misserfolg nach der Gründung entscheiden, sehr breit gefächert, sodass von Beginn an vielfältige Fähigkeiten und Kompetenzen des Unternehmers erforderlich sind.

Jetzt neu: BSA-Lehrgang Existenzgründung
Der Lehrgang „Existenzgründung“ der BSA-Akademie hat das Ziel, die Teilnehmer betriebswirtschaftlich in den Themen Selbstständigkeit und Unternehmensgründung speziell im Fitness-, Gesundheits- und Freizeitmarkt zu qualifizieren, damit sie ihr eigenes Unternehmen gründen können.

Mehr Infos: https://www.bsa-akademie.de/lehrgaenge/management/existenzgruendung.html

Qualifizierte Aus- und Fortbildung als Erfolgsfaktor
Nur wer die aktuellen Branchen-Trends, die relevanten Besonderheiten und Herausforderungen des Fitness- und Gesundheitsmarktes kennt, kann sich erfolgreich im Markt positionieren. Eine erfolgreiche Positionierung geht deshalb immer Hand in Hand mit einer professionellen Qualifikation und Weiterbildung. Besonders für Quereinsteiger sind das nötige Fachwissen, relevante Branchenkenntnisse sowie eine fundierte, trainingswissenschaftliche Basisqualifikation Grundvoraussetzung für eine zielführende Existenzgründung. Aufgrund der Besonderheiten der Branche sowie der flachen Hierarchien laufen beim Start-up-Gründer meist alle relevanten Führungsstränge zusammen. Somit ist ein interdisziplinäres Führungsverständnis speziell für Gründer besonders wichtig.

Nehmen Sie als Gründer diese Herausforderungen an und arbeiten Sie gemäß dem Motto des Pioniers und Erfinders Thomas A. Edison:

Ausblick
Erfahren Sie in der nächsten Ausgabe (03/2018), welche effektiven Praxis-Tools Sie nutzen können, um aus ersten Geschäftsideen konkrete und nachhaltig funktionierende Geschäftsmodelle entwickeln zu können.

www.dhfpg-bsa.de

Lukas Ney
Lukas Ney studierte Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Gesundheitsmanagement an der Universität des Saarlandes UdS. Es folgten berufliche Stationen im In- und Ausland. Darüber hinaus war er am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre der UdS tätig, wo er an verschiedenen Forschungsprojekten beteiligt war. Während und nach dem Studium gründete er zwei Start-ups. Seit ist er als Dozent, Tutor und Autor für die DHfPG/BSA- Akademie im Fachbereich Ökonomie tätig.

Thorsten Clemann
Thorsten Clemann studierte Betriebswirtschaftslehre, mit Schwerpunkt Marketing an der HTW Saarbrücken. Schon frühzeitig bildete er sich an der BSA-Akademie in Fitness, Ernährung, Management und BGM weiter und sammelte sowohl bei seiner beruflichen Tätigkeit als Trainer als auch im Marketing und Vertrieb umfangrreiche praktische Erfahrungen in der Fitness- und Gesundheitsbranche. An der DHfPG schloss er das Master-Studium „Prävention und Gesundheitsmanagement“ an. Er ist als Dozent, Autor und Tutor für die DHfPG/BSA-Akademie im Fachbereich Ökonomie tätig.

Auszug aus der Literaturliste
DSSV Arbeitgeberverband Deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen. (2018).
Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2018.
Ries, E. (2015). Lean Startup. Schnell, risikolos und erfolgreich Unternehmen gründen (4. Aufl.). München: Redline.
Tanski, J., Schreier, A. & Thoma, S. (2014). Existenzgründung (Haufe Taschen Guide, 6. Auflage). Freiburg: Haufe.

Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de

Den vollständigen Artikel finden Sie in fMi Ausgabe 02/2018

Zum Abonnement
fMi Ausgabe 02/2018