Management | Autor: Stefan Haase |

Dauerhafter Bestand braucht Investitionen

Sie sind für jeden Unternehmer elementar: Investitionen sind entscheidend für das unternehmerische Fortkommen.


In diesem Artikel wollen wir zeigen, wie wichtig insbesondere strategische Investitionen sind, weil sie mehrdimensionale Aufgaben erfüllen.

Es gibt nichts existenzielleres

Investitionen sind aus verschiedenen Gründen von existenzieller Bedeutung: Neben dem buchhalterischen Vorteil in Bezug auf Ihren Unternehmenswert haben Investitionen auch eine weitere signifikante Funktion, weil Ihre Mitglieder wahrnehmen können, dass Ihre Fitness- und Gesundheitsanlage höchsten Ansprüchen gerecht wird und dass dies auch so bleiben wird. Ihre Investitionen sind in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung – sowohl hinsichtlich der Bestandssicherung als auch für das Image Ihrer Anlage und Ihr seriöses Unternehmertum.


„Investiert man in der Gegenwart nicht in die Zukunft, sollte man sich nicht wundern, wenn die Zukunft keine Gegenwart bekommt.“

Christa Schyboll


Definition des absolut Notwendigen

Als Investition bezeichnet man die langfristige Anlage von Finanzmitteln in Vermögensobjekten, die zukünftig Erträge realisieren sollen. Durch Investitionen wird grundsätzlich das Privatvermögen vermehrt und die Gewinne eines Unternehmens werden gesteigert. Investitionen sind somit keine Kosten im üblichen Sinne eines betrieblichen Werteverzehrs, wie zum Beispiel Personalkosten, Miete oder Ähnliches, sondern Vermögensgegenstände, die Ihr Anlagevermögen positiv beeinflussen.

Der Begriff „Investition“ bezieht sich allerdings nicht nur auf den Bereich der Betriebs- und Geschäftsausstattung, sondern auch auf Konzeptionen und Prozesse. Beide Bereiche zusammen sind die Eckpfeiler des Erfolges. Die Kombination aus beiden ist unabdingbar, um eine Unternehmung erfolgreich führen zu können. Seien Sie sich dessen immer bewusst.

Investitionsarten

Je nach Anlageobjekt wird unterschieden zwischen:

Kategorisierung nach dem Investitionsobjekt

  • Sachinvestitionen – Grundstücke, Gebäude, Maschinen
  • Immaterielle Investitionen – Lizenzen, Patente, Marken
  • Finanzinvestitionen – Wertpapiere, Aktien, Beteiligungen

Kategorisierung nach dem Investitionszweck

  • Errichtungsinvestitionen – Neugründung oder Kauf eines Unternehmens
  • Erweiterungsinvestitionen – Erweiterung des Leistungspotenzials
  • Ersatzinvestitionen – Ersatz nicht mehr nutzbarer Investitionsobjekte
  • Rationalisierungsinvestitionen – Ablösung durch verbesserte Investitionsobjekte
  • Umstellungsinvestitionen – mengenmäßige Änderung des Leistungsprogramms
  • Differenzierungsinvestitionen – inhaltliche Änderung oder Ergänzung des Leistungsprogramms
  • Sicherungsinvestitionen – Sicherung des Unternehmensfortbestandes

Es existiert eine Vielzahl von Investitionsformen. In diesem Beitrag konzentrieren wir uns auf die branchenüblichen Investitionsarten wie Ersatzinvestition, Erweiterungsinvestitioen und die sogenannten Differenzierungsinvestitionen. Letztere bewirkt eine Ausweitung des Leistungsprogramms auf neue Produkte und neue Märkte.

Die üblichen Investitionen stellen eine Erneuerung für Geräteparks dar, die zum großen Teil bereits bis auf den Erinnerungswert von einem Euro abgeschrieben sind. Die Praxis zeigt allerdings, dass die tatsächliche Nutzungsdauer häufig weitaus länger ist als der Abschreibungszeitraum es vorgibt. Aber: Allein dadurch werden optische, aber auch technische Defizite für Ihre Mitglieder wahrnehmbar, was zu nicht gewollten Vergleichen mit Ihrem Wettbewerb führen kann.

Erweiterungsinvestitionen erhöhen Ihr Leistungspotenzial, zum Beispiel durch einen elektronischen Zirkel. Sie werden teilweise dem bisherigen Gerätepark hinzugefügt oder ersetzen Teile der klassischen Geräte.

Unterschätzte Differenzierungsinvestitionen

Für den Unternehmenserfolg entscheidend sind die sogenannten Differenzierungsinvestitionen, weil sie eine Anlage vom Wettbewerb abgrenzen und deshalb einen unmittelbaren Einfluss auf die Wettbewerbssituation haben. Leider werden Investitionen oftmals nicht dahingehend geprüft, inwieweit die überaus wichtige Differenzierung vorhanden ist oder nicht. Prüfen Sie bei den nachstehenden sechs Fragen zur Entscheidungsfindung, ob die jeweils genannte Sinnhaftigkeit einer Anschaffung für Sie positive oder negative Auswirkungen hat:

  • Schafft die Investition ein Alleinstellungsmerkmal (engl.: Unique Selling Proposition, kurz: USP) und passt dieses zu Ihrer Kernzielgruppe?
  • Fördert die Investition theoretisch die Mitgliederbindung und das Markenimage Ihrer Anlage?
  • Beeinflusst die Investition die Kundenmeinung positiv und übertrifft es die Erwartung der Kunden erheblich?
  • Kann das Mitglied durch diese Investition eine stetige Weiterentwicklung Ihrer Anlage hinsichtlich Konzeptionen, Equipment und Sonstigem wahrnehmen?
  • Wird dem Bestandsmitglied durch diese Weiterentwicklung etwas genommen?
  • Sind Risikofaktoren vorhanden? In welchem Grad? Ja – Nein

Beurteilen Sie jeden dieser Aspekte nach Wirkungsgrad in Prozent, nach Begründung und nach Alternativen. Erst dann können Sie sicher sein, dass Ihre Investition sinnvoll ist.

Vermarktung von Investitionen

Eine Präsentation dient dazu, einem Publikum etwas vorzustellen – in der Regel, um es zu verkaufen oder einen anderen Nutzen daraus zu ziehen. Eine Präsentation ist also immer zielorientiert. Präsentieren allein reicht allerdings nicht mehr, um in unserer heutigen Zeit eine Investition erfolgreich zu vermarkten.

Heute sprechen wir von „zelebrieren“ (lat.: „celebrare“ = häufig besuchen; festlich begehen; feiern, preisen – zu „celeber“ = häufig; berühmt, gefeiert). Erkennen sie den Unterschied? Zelebrieren beinhaltet Emotionen und Begeisterung. Das bedeutet aber auch, dass Sie einen Spannungsbogen aufbauen! Sie erzeugen dadurch Neugier. Die momentane und vergangene Realität sieht aber leider ganz anders aus. Ersatzinvestitionen „beglücken“ vorwiegend Bestandsmitglieder und Differenzierungsinvestitionen locken mögliche Neuinteressenten an. Fragen Sie sich einmal, wie Sie diese beiden Kundengruppen bisher mit Neugierde „bedienen“? Eigentlich nur die Bestandsmitglieder, wenn überhaupt.

Differenzierungsinvestitionen „schreien“ geradezu nach umfassender Vermarktung auf allen verfügbaren Kanälen. Beschreiben Sie dabei immer den Nutzen für den Menschen und niemals was Ihre Investition im Standard kann. Werden Sie geheimnisvoll in Ihren Aussagen, denn somit bauen Sie Spannung auf und erzeugen Neugier.

Strategisch die Zukunft gestalten

Planen Sie Ihre Investitionen weitreichend. Der Planungszeitraum, den Sie jährlich fortschreiben, sollte zwischen drei und fünf Jahren liegen. Lassen Sie Ihre Mitglieder an diesen Planungen teilhaben, damit sichtbar wird, wie seriös und vorausschauend Sie als Unternehmer agieren. Mitglieder wollen wissen, was Sie mit deren monatlichen Mitgliedsbeiträgen „anstellen“ und welcher Nutzen dadurch geschaffen wird. Denken Sie daran, dass der Erwartungshorizont der Menschen stetig steigt und sie diesen immer erfüllt sehen wollen. Ihr Motto sollte deshalb lauten: „Die Lorbeeren von gestern sind der Kompost von morgen“. Der genannte Planungshorizont zeigt das Kommende auf und gibt Ihren Mitgliedern ein Sicherheitsgefühl.

Eine agile und transparente Methodik bewirkt, dass Sie im lokalen Einzugsgebiet aktiv die Zukunft gestalten und mögliche Wettbewerber nur noch reagieren können. Der Begriff „First Mover“ bekommt hierdurch eine zusätzliche, institutionelle Bedeutung.

Stefan Haase

Stefan Haase, Betriebswirt und Industriekaufmann, war langjähriger Partner einer renommierten Unternehmensberatung, zuletzt in der Funktion des betriebswirtschaftlichen Leiters. Er ist Mitglied des DIN/CEN-Normungsausschusses für Fitnessanlagen und zudem als Dozent, Autor und Tutor für die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) tätig.

Den vollständigen Artikel finden Sie in fMi 04/2020

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fMi 04/2020

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