Management, Markt | Autor: Jürgen Wolff |

Interview mit dem neuen Reed-CEO Benedikt Binder-Krieglstein

Benedikt Binder-Krieglstein (43) ist neuer CEO von Reed Exhibitions Deutschland, dem Veranstalter der FIBO. Er hat diese Funktion zusätzlich zur Position als CEO von Reed Exhibitions Österreich übernommen. fM hat mit ihm über seine Vision für die FIBO gesprochen.

Neuer CEO bei FIBO-Veranstalter: Benedikt Binder-Krieglstein im fM Interview

Zusammen mit Silke Frank, Event Director der FIBO, wird der neue CEO von Reed Exhibitions Deutschland, Benedikt Binder-Krieglstein, die Messe ins nächste Jahrzehnt führen. Die aktuell größte Aufgabe: Den Messeveranstalter durch die globale Pandemie bringen. Dabei spielt die Digitalisierung eine große Rolle. So fand die FIBO im Oktober 2020 erstmals als rein digitales Event statt und setzte damit wichtige Impulse in der Fitnessbranche. 2021 wird die FIBO wieder auf dem Kölner Messegelände stattfinden. Innovative, digitale Lösungen werden die Messe weiter begleiten.

fM: Mitten in der Corona-Pandemie haben Sie das Ruder von Reed Exhibitions Deutschland übernommen. Wie haben Sie die ersten Monate erlebt?

Benedikt Binder-Krieglstein: Der Zeitpunkt war sicherlich ungewöhnlich und natürlich waren die ersten Monate turbulent. Vergleichbar mit einem Schiff, dessen Steuer man im Sturm übernimmt.

Gerade in solch stürmischen Zeiten ist es wesentlich, Ruhe zu bewahren und den Weitblick zu behalten, sprich, das große Ganze nicht aus den Augen zu verlieren.

Ich habe versucht, stets mit dieser Einstellung an diese große Aufgabe heranzugehen. Hinter mir steht zudem ein Spitzenteam. Gemeinsam werden wir die kommenden Herausforderungen meistern.

fM:Seit 2017 sind Sie bereits CEO von Reed Exhibitions in Österreich. Wo sind die Unterschiede zu Deutschland?

Der wesentlichste Unterschied besteht darin, dass wir in Österreich deutlich mehr Publikumsmessen veranstalten, während in Deutschland der Fokus auf dem internationalen Fachmessebereich liegt.

Was wir gemeinsam haben, ist das Ziel, Menschen zusammenzubringen, um Business zu ermöglichen und Branchen zu stärken.

2020 war leider nicht das Jahr für große Messen, vieles lässt sich aber durch einen Wechsel der Perspektive lösen.

Es gilt, immer neue Wege zu finden, um unseren Ausstellern wie Besuchern die Vernetzung zu ermöglichen. Zum Beispiel durch eine Verlegung in den digitalen Raum, wie es etwa bei der letzten FIBO der Fall war. Solche Formate haben Potenzial für die Zukunft, nicht als Ersatz für Live-Messen, aber als sinnvolle Ergänzung. Wir werden unser digitales Know-how weiterhin für die Fitnessbranche einsetzen

fM: Von sicheren Prognosen konnten wir uns 2020 erst einmal verabschieden. Wie reagieren Sie darauf?

Wir sind es als Messeveranstalter gewohnt, langfristig zu planen und zu organisieren. Die Entwicklungen des vergangenen Jahres haben das unmöglich gemacht. Wie in 2020 werden wir auch 2021 gefordert sein, flexibler denn je zu agieren, gerade was die Verschiebung unserer Veranstaltungen angeht.

Darüber hinaus haben wir sehr intensiv an der Weiterentwicklung unserer digitalen Produkte gearbeitet, um unseren Kunden eine alternative Plattform anbieten zu können. Dies schafft für uns eine gute Ausgangsbasis, um die kommenden Veranstaltungen sowohl physisch als auch virtuell durchzuführen.

fM:Zusammen mit Silke Frank werden Sie die FIBO ins nächste Jahrzehnt führen. Was sind die ersten Themen, die Sie angehen wollen?

Unser oberstes Ziel ist es natürlich, die Messehallen in Köln wieder mit Leben zu füllen.

Auch wenn digitale Events gut funktionieren, können sie das reale Messeerlebnis nicht ersetzen. Gerade bei einer Messe wie der FIBO spielt das Live-Erlebnis eine wesentliche Rolle. Im realen Raum 'lebt' die Kommunikation, all unsere Sinne sind gefordert und auch das Netzwerken ist persönlich vor Ort einfach anders als zu Hause vor dem Computer.


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Auf der FIBO sind schon viele langfristige, vertrauensvolle Geschäftsbeziehungen entstanden. Den Mehrwert der Digitalisierung möchte dennoch niemand mehr missen. Daher steht eine digitale und virtuelle Vernetzung der Branche auch weit oben auf unserer To-do-Liste.

Die mit der FIBO@business und FIBO@home lancierten Digitalservices werden uns weiter begleiten und eine wertvolle Ergänzung zur Live-Veranstaltung darstellen. 

fM:Inwieweit kann die FIBO die vom Lockdown getroffene Branche unterstützen? 

Die Fitnessbranche wurde zweifelsohne durch den mehrmaligen Lockdown schwer getroffen. Sie hat aber auch die Chance, wieder gestärkt aus der Pandemie hervorzugehen.

Als internationale Plattform bietet die FIBO eine öffentlichkeitswirksame Gelegenheit zur Positionierung der Branche in Gesellschaft und Politik.

Darüber hinaus schafft sie die wichtige Möglichkeit zur Branchenvernetzung, denn nur gemeinsam sind wir stark.

Wir werden mit zusätzlichen Angeboten 365 Tage im Jahr für die Branche da sein und Zukunftsthemen aktiv vorantreiben.

fM: Viele Aussteller und Besucher sind aufgrund der unklaren Entwicklung der Pandemie verunsichert. Was können Sie ihnen entgegnen? 

Es ist wichtig, nicht den Mut zu verlieren und Ausdauer sowie Kraft zu zeigen.

Ich weiß, die aktuelle Zeit ist herausfordernd und ermüdend, wir dürfen aber das Wesentliche nicht aus den Augen verlieren: Es wird wieder bergauf gehen. Wir haben gelernt, mit dem Virus zu leben, und inzwischen gesehen, dass Messen mit Sicherheits- und Hygienekonzepten möglich sind.

Es gilt natürlich, stets die Zahlen sowie das Pandemiegeschehen im Blick zu haben, um je nach Situation mit einer gewissen Flexibilität und Wendigkeit reagieren zu können.

fM:Haben Sie einen persönlichen Bezug zur Fitnessbranche?

Jeder, der sich mit Sport und Fitness beschäftigt, weiß, dass großes Durchhaltevermögen, Kampfgeist, Konsequenz und letztlich Mut gefordert sind, um zum Erfolg zu kommen. Das hat für mich eine große Bedeutung. Die moderne Arbeitswelt kann der Gesundheit viel abverlangen.

Meine Fitnessroutine hat daher höchste Priorität für mich, egal ob beim Ausdauersport oder bei Kraft- und Kampfsporttrainings.

fM:Wir bedanken uns für das Gespräch.

Den vollständigen Artikel finden Sie in fMi 01/2021

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