Gesundheit | Autor: Magdalena Schönhuth |

Stressbewältigung mit Kraft-Zirkeltraining

Die weltweit steigende Zahl an Fitnessstudios sowie stetig wachsende Mitgliederzahlen der letzten Jahre verdeutlichen, dass der eigenen Gesundheit immer größere Beachtung geschenkt wird. Dabei ist seit Längerem zu beobachten, dass gesundheitsorientierte Fitnessprogramme unter der Aufsicht von qualifizierten Fachkräften nicht nur zu körperlichen Verbesserungen beitragen, sondern auch die psychische Gesundheit positiv beeinflussen. Doch ist dieser Effekt auch für das individuelle Stresserleben zu beobachten?

DHfPG-Science-Lab: Weniger Stress durch Kraft-Zirkel?

Hintergrund

Die heutige Arbeits- und Lebenswelt ist durch hohe zeitliche, kognitive und emotionale Anforderungen geprägt. Nicht selten hat dies Auswirkungen auf das psychische Befinden wie z. B. das individuelle Stresserleben.

Eine mögliche positive Bewältigungsform von Stress stellt körperliche Aktivität dar. Die positive Wirksamkeit körperlicher Aktivität auf die physische Gesundheit ist vielfach nachgewiesen.

Beeinflusst das Kraft-Zirkeltraining positiv?

Doch auch die psychische Gesundheit scheint positiv beeinflusst zu werden. Hier bietet die Fitness- und Gesundheitsbranche eine optimale Möglichkeit, durch sportliche Aktivität unter professioneller Anleitung von multidisziplinär geschultem Personal (Trainingslehre, Coaching, Stressmanagement) vorteilhaft auf die Psyche einzuwirken.

Ein in Fitnessstudios häufig angebotenes gesundheitsorientiertes Trainingsprogramm stellt das Kraft-Zirkeltraining dar. Ob die Teilnahme an solch einem vierwöchigen Kraft-Zirkel das individuelle Stresserleben positiv beeinflusst, wurde in der vorliegenden Studie näher untersucht.

Methodik

Es erfolgte eine klassische Prä-Post-Messung, d. h., das individuelle Stresserleben wurde vor und nach der Durchführung des vierwöchigen Kraft-Zirkeltrainings mittels des Fragebogens „Stress- und Coping-Inventar (SCI)“ schriftlich festgehalten.

Das SCI erfasst Stresskomponenten wie die Stressgesamtbelastung, körperliche und psychische Stresssymptome sowie individuelle Stressbewältigungsstrategien.

Interventions- und Kontrollgruppe machten mit

Die untersuchte Stichprobe setzte sich aus einer Interventionsgruppe (IG; n = 49, Durchschnittsalter: 48 Jahre; 71 Prozent weiblich, 29 Prozent männlich) und einer Kontrollgruppe (KG; n = 49, Durchschnittsalter: 35 Jahre; 43 Prozent weiblich, 57 Prozent männlich) zusammen.

Die Interventionsgruppe führte zweimal wöchentlich den standardisierten Kraft-Zirkel unter Aufsicht von qualifiziertem Personal durch. Jede Trainingseinheit beinhaltete eine fünfminütige Aufwärmphase auf dem Fahrradergometer.

Zirkel aus elf Kraftgeräten

Im Anschluss folgten mindestens zwei und maximal drei Zirkelrunden mit elf Kraftgeräten (z. B. Rumpfbeugen an der Bauchmaschine, Beinpresse horizontal sitzend, Armbeugen an der Armbeugemaschine).

Die Trainingseinheit wurde mit einem erneuten zehnminütigen Ausdauertraining auf dem Fahrradergometer abgeschlossen. Die Kontrollgruppe nahm nicht an dem Trainingsprogramm teil.

Ergebnisse

Die Ergebnisse zeigen, dass das individuelle Stresserleben durch die regelmäßige Teilnahme an einem vierwöchigen Kraft-Zirkel im Vergleich zur Kontrollgruppe positiv beeinflusst wurde.

Das heißt, der erlebte Stress konnte durch das Zirkeltraining und die professionelle Betreuung insgesamt reduziert werden.

Stressgesamtbelastung

Die Gesamtbelastung konnte in der Interventionsgruppe im Durchschnitt um 6,43 Punkte gesenkt werden. In allen drei Unterkategorien (Stress durch Unsicherheit, Stress durch Überforderung, Stress durch Verlust/negative Erlebnisse) zeigten sich deutliche Verbesserungen (siehe Abb. 1).

Die Gesamtbelastung in der Kontrollgruppe verringerte sich hingegen durchschnittlich nur um 0,13 Punkte. In allen drei Unterkategorien (Stress durch Unsicherheit, Stress durch Überforderung, Stress durch Verlust/negative Erlebnisse) zeigten sich keine erkennbaren Verbesserungen (siehe Abb. 2).

Stresssymptome

Die Stresssymptome konnten in der Interventionsgruppe im Durchschnitt um 5,92 Punkte gesenkt werden (siehe Abb. 1). In der Kontrollgruppe verringerten sich diese jedoch kaum, durchschnittlich nur um 0,16 Punkte (siehe Abb. 2).

Copingstrategien

Für die Strategien 'Positives Denken', 'Aktive Stressbewältigung' sowie 'Soziale Unterstützung' konnten in der Interventionsgruppe positive Effekte festgestellt werden (siehe Abb. 1).

In der Kontrollgruppe konnte dieser Effekt statistisch nicht bestätigt werden (siehe Abb. 2).

Fazit

Das Ziel der Studie bestand darin, zu untersuchen, ob sich ein vierwöchiges gesundheitsorientiertes Fitnessprogramm in Form eines Kraft-Zirkels positiv auf das individuelle Stresserleben auswirkt.

Die Ergebnisse belegen eindeutig, dass das individuelle Stresserleben durch eine regelmäßige Teilnahme an diesem Trainingsprogramm reduziert werden konnte.

Dies spiegelte sich zum einen in einer verringerten Gesamtbelastung und in verminderten körperlichen und psychischen Stresssymptomen wider. Zum anderen zeigte sich ein verbesserter Umgang mit Stress in alltäglichen Situationen.

Psychische Gesundheit positiv beeinflusst

Die Teilnehmer verbesserten sich nicht nur darin, Stress durch positives Denken zu reduzieren, sondern auch darin, Stress durch aktive Stressbewältigung erst gar nicht entstehen zu lassen.

Zudem fühlten sie sich durch ihr soziales Umfeld besser unterstützt. Die Ergebnisse unterstreichen die Theorie, dass körperliche Aktivität nicht nur die physische, sondern ebenso die psychische Gesundheit, hier in Form des individuellen Stresserlebens, positiv beeinflusst.

Betreuungspersonal bietet Sichertheit und Effektivität

Fitnessstudios bieten mit ihren zahlreichen gesundheitsorientierten Fitnessprogrammen und der professionellen Betreuung eine optimale Basis, um körperlich aktiv zu sein.

Sie liefern somit einen wesentlichen Beitrag zur Aufrechterhaltung und Verbesserung der physischen und psychischen Gesundheit ihrer Mitglieder. Gut ausgebildetes Betreuungspersonal gewährleistet hierbei höchstmögliche Sicherheit und die Effektivität dieser Programme.

Magdalena Schönhuth

Alter: 27 Jahre
Duales Studium: Fitness-Point GmbH
Abschluss:B. A. Fitnessökonomie (DHfPG) 
Aktueller Arbeitgeber: Holoplot GmbH, Berlin (Teamleitung Personal & Admin)

Den vollständigen Artikel finden Sie in fMi Ausgabe 01/2020

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