Gesundheit | Autor: Uschi Moriabadi |

STRESSkompetenztraining

Negativer Stress ist ein gesundheitlicher Hauptrisikofaktor in der heutigen Zeit. Für die Fitness- und Gesundheitsbranche kann das eine dreifache Chance bieten!

Negativer Stress ist ein gesundheitlicher Hauptrisikofaktor in der heutigen Zeit. Immer mehr Menschen klagen über zu viel Druck am Arbeitsplatz, Hektik, Zeitmangel, soziale Einschränkungen und vieles mehr, was das allgemeine Wohlbefinden beeinträchtigt. Für die Fitness- und Gesundheitsbranche kann das eine dreifache Chance bieten!

Stressfaktoren in Deutschland
Haben wir nicht alle schon einmal den Begriff „Stress“ im Alltag verwendet? Kennen wir nicht alle Situationen, in denen wir uns „gestresst“ fühlen – sowohl im Arbeitsleben als auch im Privaten? „Stress“ ist für viele ein Sammelbegriff für ungute Gefühle, Über- bzw. Unterforderung, Zeitmangel, Erfolgsdruck und/oder auch soziale Konflikte. Laut einer Studie der Techniker Krankenkasse aus dem Jahr 2016 fühlen sich sechs von zehn Menschen in Deutschland gestresst – unabhängig davon, ob beruflich oder privat. Jeder empfindet ihn allerdings anders. Stress ist individuell. So kann z. B. Termindruck im Büro für den einen eine Herausforderung und für den anderen eine Überlastung darstellen. Klar ist allerdings, dass negativ empfundener Stress ein erhöhtes Gesundheitsrisiko darstellt.

Chancen für Studiobetreiber
Für Fitness- und Gesundheitsstudios, die sich dem Thema „Stress“ annähern, könnten sich drei Chancen ergeben:
1. Integration von Stresskompetenztraining als Präventionsmaßnahme für Kunden und
2. damit ein erweitertes Angebot bzw. eine zusätzliche Einnahmequelle und
3. die Möglichkeit, Stressmanagement zur Teamoptimierung einzusetzen.

Integration von Stresskompetenztraining als Präventionsmaßnahme für Kunden
Bewegung und eine gesunde Ernährung sind Grundpfeiler einer guten Gesundheit. Das wird unseren Kunden im Alltagsgeschäft immer wieder klargemacht. Neben einem individuell abgestimmten Trainingsplan wird den Kunden in vielen Studios inzwischen auch eine Ernährungsberatung angeboten, um ihnen zu einem besseren Wohlbefinden zu verhelfen. Doch das genügt nicht unbedingt bei einem stressgeplagten Menschen, der bereits Stresssymptome wie Schulter- und Nackenverspannungen, Schlafstörungen, Gedankenkreisen, Gereiztheit, Lustlosigkeit u. Ä. verspürt. Hier kann ein zusätzliches Angebot in Form eines „Stresskompetenztrainings“ den Erfolg unterstützen.

Ausgebildete Stressberater, Bachelor of Arts Gesundheitsmanagement oder Trainer mit speziellen Zusatzausbildungen können sowohl eine Einzelberatung als auch einen Gruppenkurs über mehrere Wochen anbieten, in denen Wissen zum Thema Stress vermittelt und der Teilnehmer zur Selbstreflexion motiviert wird sowie Strategien bzw. Techniken erlernt, die ihm den Umgang mit Stress erleichtern. Inhaltliche Schwerpunkte eines Stresskompetenztrainings sollten sein:
1. Ressourcen aktivieren
2. Bewertungsmuster erkennen und verändern
3. Handlungs- und Verhaltensstrategien anwenden
4. Spannung regulieren

Durch ein derartiges Zusatzangebot können die Kunden von einer ganzheitlichen Betreuung „ihres“ Studio profitieren und ihr Wohlbefinden steigern.

Ein erweitertes Angebot bzw. eine zusätzliche Einnahmequelle für den Betrieb
Neben den klassischen Bewegungsangeboten im Geräte- bzw. Kursbereich und einer Ernährungsberatung bieten viele Fitness- und Gesundheitsanlagen inzwischen auch Wellnessmöglichkeiten wie Sauna, Dampfbad und/oder Massagen. Ein Stresskompetenztraining als Einzelberatung oder als Kurs kann für den Betrieb eine zusätzliche Einnahmequelle generieren. Des Weiteren kann die Öffnung der Kurse bzw. der Einzelberatung für Nichtmitglieder mögliche neue Kunden in die Anlage locken.

Stressmanagement zur Teamoptimierung einsetzen
Besonders in der Dienstleistungsbranche sind die Mitarbeiter persönlich stark gefordert: Arbeitszeiten am Abend, auch mal am Wochenende, ständig geforderte Präsenz dem Kunden gegenüber und meistens eng getaktete Betreuungstermine stellen für den ein oder anderen große Herausforderungen dar, die durchaus zu Stresssymptomen führen können – auch bei Mitarbeitern in der Fitness- und Gesundheitsbranche. So kann es nicht nur für die Kunden sinnvoll sein, ein Stresskompetenztraining zu besuchen, auch das Team in einer Fitness- und Gesundheitsanlage kann von diesem Training profitieren.

Schwerpunkte eines Stresskompetenztrainings
Hier einige Beispiele bezogen auf die vier inhaltlichen Schwerpunkte des Stresskompetenztrainings:

1. Ressourcen aktivieren
Wo liegen die Stärken des Teams und jedes einzelnen Mitarbeiters? Eine entscheidende Frage, die sicher nicht von allen Geschäftsführern beantwortet werden kann. Werden sich aber alle ihrer Stärken, Fähigkeiten und Fertigkeiten bewusst und die Mitarbeiter dementsprechend eingesetzt, wird die Motivation im Team steigen und in der Folge die Arbeit positiver empfunden.

2. Bewertungsmuster erkennen und verändern
Im Studioalltag gibt es immer wieder Situationen, die durch individuelle Bewertungsmuster geprägt sind, z. B. Auseinandersetzungen zwischen den Teammitgliedern oder das Mitarbeiterverhalten gegenüber den Kunden. So mag es manchmal „besondere Kunden“ geben, die von einigen Mitarbeitern durchaus als „stressig“ eingestuft werden. In diesem Fall heißt es, Bewertungsmuster zu erkennen und zu verändern, um dem Kunden ohne Stress, vielmehr mit ehrlicher Freude, begegnen zu können.

3. Handlungs- und Verhaltensstrategien anwenden
Auf Basis der veränderten Bewertungsmuster können im Team bestimmte Handlungs- und Verhaltensstrategien gemeinsam entwickelt werden, die einen freundlichen und respektvollen Umgang sowohl im Team als auch mit den Kunden ermöglichen. In der Folge werden weniger stressauslösende Situationen entstehen, schwierige Situationen entspannter bewältigt und das ganze Klima im Betrieb positiv beeinflusst.

4. Spannung regulieren
Eine große Arbeitsbelastung und hohe Ansprüche an sich selbst sind nur zwei Faktoren, die bei den Mitarbeitern intensive Spannung aufbauen. Zusätzlich werden bei einigen noch das Privatleben, die Familie und Freunde eine Herausforderung darstellen, d. h. es muss auch für einen Spannungsausgleich gesorgt werden. Manchmal passiert es, dass gerade das nicht gelingen will, weil man sich ja auch in der Freizeit noch verpflichtet fühlt, „etwas für sich zu tun“. So wird durch ein intensives Training, durch das man sich mal so richtig auspowern kann, noch mehr körperliche Spannung aufgebaut und der Kreislauf beginnt von Neuem. Sinnvoller wäre es, die Spannung durch einen Spaziergang, eine entspannende Yogastunde, kreative Tätigkeiten o. Ä. abzubauen sowie Körper und Geist zur Ruhe kommen zu lassen, um dadurch wieder neue Energie entstehen zu lassen. Natürlich braucht es dafür auch ein wenig Zeit, die in den Arbeitsplänen berücksichtigt werden sollte. Gleichen sich Aktivierung und Erholung aus, werden die Ausfalltage durch Krankheit im Team weniger und die Mitarbeiter kommen frisch und motiviert in den Betrieb.

Abschließend ist festzustellen, dass sich die Einführung eines Stresskompetenztrainings durch ausgebildete Stressberater für Kunden, Mitarbeiter und den Betrieb auf mehreren Ebenen auszahlen kann.

www.dhfpg-bsa.de

Uschi Moriabadi
ist Diplom-Sportlehrerin mit Studienschwerpunkt Leistungssport. An der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement/BSA-Akademie ist sie seit vielen Jahren als Dozentin im Bereich Entspannung/Stressreduktion tätig. Uschi Moriabadi ist zudem eine gefragte Autorin zu den Themen Yoga, Pilates, Fitness und Gesundheit.

Für eine Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de.

Den vollständigen Artikel finden Sie in fMi Ausgabe 04/2018

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fMi Ausgabe 04/2018

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