Gesundheit | Autor: Manuela Reusing |

Gruppentraining - Über die Kunst, ein guter Kurstrainer zu sein

Den noch beinahe druckfrischen Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2017 zufolge stand im Jahr 2016 neben dem gerätegestützten Krafttraining das Gruppentraining im Mittelpunkt von Weiterbildungsmaßnahmen der Fitness- und Gesundheitsbranche. 89,0 Prozent der Einzelbetriebe, 76,0 Prozent der Kettenbetriebe und 62,6 Prozent der Mikrostudios bildeten ihr Personal im Jahr 2016 im Bereich Gruppentraining aus und weiter.

Gruppentraining
Über die Kunst, ein guter Kurstrainer zu sein

Den noch beinahe druckfrischen Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2017 zufolge stand im Jahr 2016 neben dem gerätegestützten Krafttraining das Gruppentraining im Mittelpunkt von Weiterbildungsmaßnahmen der Fitness- und Gesundheitsbranche. 89,0 Prozent der Einzelbetriebe, 76,0 Prozent der Kettenbetriebe und 62,6 Prozent der Mikrostudios bildeten ihr Personal im Jahr 2016 im Bereich Gruppentraining aus und weiter. Und das aus gutem Grund: Nach wie vor ist für viele Fitnesskunden das Trainingserlebnis in der Gruppe wichtig. Deshalb spielt auch das angebotene Kursprogramm oft schon bei der Wahl des Studios eine bedeutende Rolle. Das Training mit Gleichgesinnten, die Animation durch die Musik und den Kursleiter sowie dessen Betreuung und Anleitung tragen bei vielen Menschen dazu bei, regelmäßig den „inneren Schweinehund“ zu besiegen.

Doch was ist es genau, das Mitglieder letztlich langfristig in den Kursen hält, sie Erfolge erzielen lässt, sie zufriedenstellt oder im besten Fall sogar begeistert und dadurch wiederum langfristig dem Unternehmen treu bleiben lässt? Allein ein breit gefächertes Angebot an Kursen reicht nicht aus. Einen entscheidenden Beitrag leistet der Kurstrainer selbst.

Die Funktionen des Kursleiters
Die vielfältigen Aufgaben, die der Kursleiter im Rahmen seiner Tätigkeit zu erfüllen hat, sind nicht immer allen bewusst, manchmal nicht einmal ihm selbst. Sie tragen jedoch maßgeblich zum Erfolg des einzelnen Gruppenfitnessprogramms, des gesamten Gruppentrainingsbereichs und damit einen wesentlichen Teil zum Erfolg des ganzen Unternehmens bei. Konkret kann man die Aufgaben des Kursleiters fünf verschiedenen Funktionen zuordnen:

•Der Lehrer
Der Kursleiter übernimmt in seiner Funktion als Lehrer eine hohe Verantwortung für seine Teilnehmer. Aus diesem Grund muss jeder einzelne Kurs sorgfältig vorbereitet werden. Hierbei sind die Ziele klar zu definieren und die Inhalte auf die Zielgruppe abzustimmen. Jede einzelne Übung sollte der Trainer erklären, vormachen und gegebenenfalls korrigieren sowie die Teilnehmer über fachliche Zusammenhänge informieren können.

•Der Dienstleister
Ehrliche Hinwendung zum Kunden, Anteilnahme an seinen Wünschen, Zielen und an seiner Person: das ist es, was der Kunde sucht und wertschätzt. Dies bezahlt er nicht nur mit Geld, sondern vor allem mit Treue, Sympathie und manchmal sogar mit Freundschaft. Eine hohe Dienstleistungs- oder Servicequalität der Mitarbeiter wird von den Mitgliedern u. a. durch Stammkundentreue (minimierte Fluktuation), aktive Weiterempfehlung und letztlich wirtschaftlichem Erfolg belohnt. Hervorragende Dienstleistungen und ein exzellenter Service sollten daher im Interesse aller Mitarbeiter sein. Dieser Funktion als Dienstleister muss sich also auch jeder Kursleiter bewusst sein. Zu einer guten Dienstleistung innerhalb des Betriebes kann jeder Kursleiter beitragen, indem er zum Beispiel Rahmenbedingungen entsprechend der Kursart und der Zielgruppe schafft und als Ansprechpartner für die Kursteilnehmer vor und nach dem Kurs zur Verfügung steht. Weitere Kriterien sind das rechtzeitige Erscheinen zum Kurs und die Integration neuer Teilnehmer in die bestehende Gruppe.

•Der Animateur
Der Begriff „Animation“ in der Bedeutung der lateinischen Übersetzung meint: jemand dazu bewegen, etwas zu tun; einen Anstoß geben. Ausführlicher definiert die Deutsche Gesellschaft für Freizeit den Animationsbegriff: „Animation ist gezielte – vorherrschend professionelle – Hilfe zum Handeln von Einzelnen oder Gruppen, die bestimmte Probleme im soziokulturellen Bereich (Erholung, Spiel, Sport, Reisen und Unterhaltung) zu lösen haben“. Der Kursleiter soll sich seiner Aufgabe als Animateur bewusst sein, denn der Spaß am gemeinsamen Trainieren und gute Laune sind für die meisten Kursteilnehmer sehr wichtig. Beides soll der Kursleiter durch seine Erscheinung, seine Ausstrahlung, sein Auftreten und im Umgang mit den Kunden vermitteln. Er muss ständig präsent sein, seine Alltagssorgen in den Hintergrund stellen und sich aktiv und freundlich um seine Kursteilnehmer kümmern. Mit auftretenden Problemen und Kritik vonseiten der Teilnehmer sollte er immer konstruktiv und professionell umgehen, im Gespräch positive Formulierungen anwenden und generell einen freundlichen Eindruck hinterlassen.

•Das Vorbild
Den Kursteilnehmern ein Vorbild sein, ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, welche dennoch an dieser Stelle erwähnt werden muss. Der Kursleiter soll das vorleben, was er den Kursteilnehmern vermittelt – Gesundheit, Fitness, Freundlichkeit und Spaß. Sein äußeres Erscheinungsbild und sein gesamtes Auftreten werden von den Kunden sehr bewusst wahrgenommen – und das nicht nur während des Kurses. Aus diesem Grund sollte der Kursleiter für seine persönliche körperliche Fitness sorgen, angemessene Kleidung tragen, ein gepflegtes Äußeres vorweisen, sich in guter Haltung präsentieren und stets freundlich auf die Teilnehmer zugehen.

•Der Kollege
Meist arbeitet der Kursleiter in einem Team. Daher sollte er sich aktiv um ein gutes Verhältnis zu seinen Kollegen kümmern, sich fachlich austauschen, über Neuheiten in seinem Bereich informieren und sich dem Kunden als Teil des Teams präsentieren. Die Trainer sollen sich gegenseitig bei speziellen Problemen oder Wünschen der Kunden unterstützen und voneinander profitieren.

Die Qualifikationsmöglichkeiten
Um den Anforderungen an einen guten Kursleiter gerecht zu werden, stehen mehrere Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung zur Wahl. Eine ganz gezielte und überwiegend kurze Ausbildung in speziellen Programmen bietet den Vorteil, dass der Kurstrainer zügig für die Leitung eines Kursangebots eingesetzt werden kann. Als Nachteil dieser speziellen Programmschulungen bzw. -einweisungen könnte die eingeschränkte Einsatzmöglichkeit des Kursleiters genannt werden, da er ausschließlich zur Leitung eines bestimmten Kurses qualifiziert wurde. Für das Unternehmen ist jedoch eine breitere Aufstellung des Kursleiters in mehrfacher Hinsicht sinnvoll und vorteilhaft: von der Leitung mehrerer, thematisch unterschiedlicher Kurse, über die kurzfristige Vertretung eines anderen Kursleiters bis hin zur Planung und Umsetzung qualitativ hochwertiger, freier Kursangebote. Um so vielschichtig einsetzbar zu sein, bieten sich grundlegende, aufeinander aufbauende Ausbildungen an, die Kurstrainer in den dargestellten vielfältigen Funktionen schulen und sensibilisieren z. B. durch die Vermittlung von Fachwissen, unter anderem in den Bereichen Anatomie/Physiologie, Trainingslehre und Didaktik / Methodik im Gruppentraining. Werden alle beschriebenen Funktionen vom Kursleiter vollumfänglich erfüllt, steht dem Erfolg des Kurses nichts mehr im Wege: Zufriedene oder gar begeisterte Mitglieder, die gerne und regelmäßig Kurse besuchen und die ihre Ziele erreichen, werden dem Fitness- und Gesundheitsanbieter lange Zeit treu bleiben.

Eine Grundvoraussetzung für diese zahlreichen Aufgaben ist eine solide fachliche Qualifikation. Die BSA-Akademie bietet auf nebenberuflichem Weg vielfältige Möglichkeiten für alle angehenden Kursleiter, von der Basisqualifikation bis hin zu Profiabschlüssen.

Auch die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement DHfPG bietet bspw. im Rahmen des Bachelor-Studiengangs „Fitnesstraining“ an, den Schwerpunkt auf eine professionelle Kursleitung zu setzen.

Weitere Informationen unter: www.dhfpg-bsa.de

 

Manuela Reusing
ist Dozentin an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement / BSA-Akademie in den Fachbereichen Fitness / Gruppentraining und Mentale Fitness / Entspannung.
Zudem ist sie seit vielen Jahren als Kursleiterin im Fitness-Studio und als Personal Trainerin tätig.

Literatur
DSSV Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheitsanlagen (Hrsg.) (2017). Eckdaten 2017 der deutschen Fitness-Wirtschaft. Hamburg: Hrsg.

Den vollständigen Artikel finden Sie in fMi Ausgabe 03/2017

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fMi Ausgabe 03/2017

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