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Gesundheitskompetenz in Deutschland

Auch in Zeiten wachsender Digitalisierung ist eine umfassende Gesundheitskompetenz keinesfalls selbstverständlich, was aktuelle Studienergebnisse belegen.

Eine aktuelle Studie belegt, dass jeder Zweite Deutsche eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz aufweist. Das bestätigt der Ergebnisbericht „Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in Deutschland“ der Universität Bielefeld. Die repräsentative Studie zeigt: Über 54 Prozent der Befragten weisen eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz auf. Lediglich 7 Prozent verfügen aktuell über eine sehr gute bzw. 38 Prozent über eine ausreichende Gesundheitskompetenz. Trotz wachsender Informationsquellen fällt es vielen Bundesbürgern nach wie vor schwer, relevante gesundheitsbezogene Informationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und auf die eigne Lebenssituation anzuwenden.

Mangelnde Gesundheitskompetenz erschwert vielen Befragten in der Praxis den Umgang und die qualitative Beurteilung relevanter Informationsquellen. Es fällt Betroffenen oftmals schwer, auf Basis der vorliegenden Quellen individuell zielführende gesundheitsbezogene Entscheidungen zu treffen. Somit geht mit einem zunehmenden Informationsfluss nicht zwangsläufig auch ein höherer Informationsgrad der Betroffenen einher. Die Ansprüche hinsichtlich der persönlichen Gesundheitskompetenz werden zukünftig noch deutlich komplexer werden, denn diese Kompetenz ist eine unverzichtbare Grundvoraussetzung, um die wachsenden Herausforderungen (demografisch, gesellschaftlich, sozial etc.) erfolgreich zu meistern und sich im komplexen Gesundheitssystem zurecht zu finden. 

Auf Basis der umfangreichen Studienergebnisse der Bielefelder Forscher hat ein Expertenkreis deshalb jüngst einen umfassenden „Aktionsplan Gesundheitskompetenz“ erarbeitet. In Kooperation mit der Hertie School of Governance und dem AOK Bundesverband wurde am 19. Februar 2018 der zusammen erarbeitete Aktionsplan vorgestellt. Die Maßnahmen des Aktionsplans setzen sowohl an einer Verbesserung der persönlichen, wie auch an der organisationalen bzw. systemischen Gesundheitskompetenz an und umfassen insgesamt 15 konkrete Handlungsempfehlungen, wie diese im Sinne einer umfassenden „Health Literacy“ zukünftig gezielt gefördert werden können.

Mehr Informationen zur Studie der Universität Bielefeld: Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in Deutschland

Mehr Informationen zum Aktionsplan Gesundheitskompetenz

 

 

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