Gesundheit | Autor: Jola Jaromin-Bowe |

Food Blogging

Food Blogs gibt es wie Sand am Meer. Wie setzt man sich also als Ernährungsexperte qualitativ von der Masse der Food Blogger ab, um einen Zugewinn für das eigene Unternehmen zu generieren?

Wer ausschließlich Rezepte auf seinem Facebook-Profil anbietet, geht unter. Neben einer höheren Sichtbarkeit und Reichweite des jeweiligen Unternehmens muss das Ziel sein, einen Mehrwert-Content für Follower und User zu generieren. Das Aufgreifen aktueller Ernährungstrends, Umfragen oder die Diskussion von Ernährungsmythen erzielen weitaus höhere Reichweiten und ein größeres Engagement der Community. Die Folge daraus ist eine Verschiebung des Aufwands von der reinen Beitragserstellung hin zur Moderation des Inhaltes, der Kommentare und Anfragen. Dies erfordert nicht nur einen höheren zeitlichen Aufwand, sondern bedingt auch eine fachlich fundierte und wissenschaftlich korrekte Moderation, um das gewünschte Image und eine höhere Kundenbindung zu erreichen. Lohnt sich dieser Aufwand?

Generation C
Seit 2013 spricht Google von der „Generation C“ und definiert diese anhand ihres Interesses für „Connection, Community, Creation und Curation“. Beschrieben wird mit dieser Definition keine Altersgruppe, sondern vielmehr eine Geisteshaltung der Vernetzung und aktiven Nutzung von Medien und Produkten. Medien werden nicht mehr nur konsumiert, sondern aktiv genutzt, geteilt und kommentiert. Dass die Nutzung von Social Media keinesfalls mehr ein Jugendphänomen ist, belegen aktuelle Zahlen der Forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen GmbH, kurz Forsa, wonach über alle Altersgruppen hinweg mehr als 80 Prozent der Internetnutzer mehrmals wöchentlich einen Messenger-Dienst nutzen.

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Innofact aus dem Jahr 2017 interessieren sich 77 Prozent der Befragten im Alter zwischen 16 und 39 für das Thema Ernährung und 71 Prozent für die Themen Sport und Fitness. Diese Zahlen werden nur von den Kategorien Musik und Kino/Film getoppt. Doch wie nutze und verwalte ich dieses Interesse?

Content is King
Wie schafft man es als Ernährungsberater, diese Zahlen für sein Business in der Fitnessbranche zu nutzen? Die Chance der Kundenbindung, ein Imagegewinn und zusätzliche Umsätze machen den Bereich spannend und geben den Unternehmen einen besonderen Stellenwert.

Bill Gates prägte schon im Jahre 1996 das Zitat „Content is King“, welches bis heute nicht an Bedeutung verloren hat, sondern eher im Gegenteil zur obersten Regel im Social-Media-Bereich geworden ist. Inhalte müssen hochwertig und einzigartig sein, dem User echten Mehrwert bieten und dazu auch noch leicht auffindbar, gut zugänglich, leicht verständlich und teilbar, also „sharable“ sein

Vom Marketing zum Coaching
Neben öffentlichen Profilen, die eher Marketingzwecken dienen, bietet sich die Erweiterung der Betreuung bestehender Kunden in sozialen Netzwerken an. Ein solches E-Coaching kann dabei zwar keinesfalls das persönliche Coaching ersetzen, aber signifikanten Mehrwert für Kunden und Unternehmen bieten.

Dieses E-Coaching könnte zum Beispiel wie folgt aussehen:
Teilnehmer von Gruppenkursen bekommen die Möglichkeit einer geschlossenen Gruppe beizutreten. Während der zehn Wochen Kursdauer erhalten die Teilnehmer hier neben zusätzlichen Rezepten auch Vorschläge für Übungen und Challenges, die neben einer weitaus höheren Gruppendynamik und Motivation der Teilnehmer auch zu einer durchschnittlich höheren Gewichtsreduktion führen.

Auch Klienten, die eine therapeutische Einzelbetreuung in Anspruch nehmen, haben die Möglichkeit eine zusätzliche Betreuung per Messaging zu buchen. Neben der schnelleren Zielerreichung der Klienten können dadurch Absagequoten sowie die Kundenzufriedenheit deutlich verbessert werden.

Eine Studie der University of Queensland kann diese Beobachtungen untermauern und berichtet von einer Steigerung der Gewichtsreduktion um das Zweieinhalbfache bei Patienten, die über einen Zeitraum von zwölf Wochen durch soziale Medien betreut wurden.

Zeitfresser oder Geschäftsmodell?
Sowohl aus therapeutischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht sollte die Nutzung der sozialen Netzwerke zum festen Handwerkszeug eines Ernährungsberaters gehören. Die Steigerung von Therapieerfolg, Image und Kundenzufriedenheit rechtfertigt am Ende des Tages auch einen höheren Preis.

Grundlage aller Angebote ist die optimale fachliche Betreuung durch Experten. Darüber hinaus ist eine Abstimmung im Unternehmen über Ziele und Inhalt sowie den damit verbundenen Zeitaufwand unerlässlich. Ein Redaktionsplan und eine klare Struktur sowie die Definition klarer Regeln für die Nutzer innerhalb der Gruppen und Angebote sind essenziell.

Social Media sollte auch heute noch Chefsache sein und bietet für Ernährungsfachkräfte die Chance, sich in der Fitnessbranche zu etablieren.

www.dhfpg-bsa.de

Jola Jaromin-Bowe
Jola Jaromin-Bowe ist Diplom-Oecotrophologin, zertifizierte Ernährungsberaterin und Sportlehrerin. Das Studium der Ernährungswissenschaften schloss sie im Jahr 2006 an der Justus-Liebig-Universität Gießen erfolgreich ab. Sie ist u. a. tätig als Dozentin an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement/ BSA-Akademie.

Den vollständigen Artikel finden Sie in fMi Ausgabe 05/2018

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