Fitness, Gesundheit | Autor: Uschi Moriabadi |

Wie Clubs das Interesse an Yoga nutzen können

Das Interesse an Yoga ist weiterhin ungebrochen. Laut einer repräsentativen Studie des Berufsverbandes der Yogalehrenden in Deutschland e. V. (BDY) von 2018 haben bereits 16 Prozent (11,3 Mio.) der deutschen Bevölkerung Yoga-Erfahrung und 12,8 Millionen Menschen können sich vorstellen, in den nächsten zwölf Monaten mit Yoga zu beginnen.

Yoga – eine jahrtausendealte aus Indien stammende Lebensphilosophie – erlebt nun schon seit vielen Jahren hier im Westen, aber auch im Ursprungsland Indien eine „Neugeburt“. Yoga passt in die aktuelle Zeit – in eine Zeit des Lärms, der steigenden Ansprüche, der Schnelligkeit, der schlechten Nachrichten – und zu den oft erhöhten Anforderungen sowohl im Beruflichen als auch im Privaten. Viele Menschen suchen inzwischen nach Alternativen und ergänzenden Angeboten zum klassischen Training an den Geräten bzw. im Kursbereich, um ihr allgemeines Wohlbefinden zu verbessern. So nennen die Befragten der Studie (BDY, 2018) die Steigerung des körperlichen (66 %) und geistigen Wohlbefindens (64 %) als Hauptgründe für den Beginn des Yoga-Trainings und 86 Prozent der aktuell Yoga-Praktizierenden haben in der Folge positive Veränderungen an sich wahrgenommen:
49 Prozent fühlen sich ausgeglichener, ruhiger und entspannter, körperlich fitter nehmen sich 46 Prozent der Befragten wahr und 14 Prozent gaben an, sich insgesamt wohler zu fühlen.

Die Deutsche Akademie für traditionelles Yoga e. V. formuliert dazu auf ihrer Homepage: „Ein geschmeidiger Körper, eine erweckte und harmonische Gefühls- und Gedankenwelt, innere Kraft und Selbstsicherheit, Optimismus, Nächstenliebe, Empathie, innere Ruhe und mentale Klarheit sind Effekte einer regelmäßigen Hatha-Yoga-Praxis.“

Sehr oft wird Yoga leider immer noch auschließlich mit Esoterik assoziert. Yoga kann aber auch ein ganz pragmatisches Training sein, das den Körper und den Geist auf die abschließende Meditation vorbereitet, in der der Praktizierende auf der seelisch-geistigen Ebene zur Ruhe kommt und sein inneres Gleichgewicht findet.

Das richtige Angebot machts

Der immer größer werdenden Nachfrage nach Yoga steht ein sehr differenziertes und vielfältiges Angebot gegenüber. Für viele Interessierte bietet das Internet eine optimale Plattform zur ersten Information zum Thema:
• Was ist Yoga?
• Wo kommt es her?
• Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen?
• Welche Vor- und Nachteile gibt es im Vergleich zu anderen Trainingsformen?
• Wer darf Yoga ausüben?
• Wo kann ich Yoga machen?
• Welcher Yoga-Stil ist für mich der richtige?
• Was kosten Yoga-Stunden etc.?

Diese Informationen können zukünftige Yoga-Anbieter für ihre Kunden online bereitstellen. So erschließen sie sich eine neue Kundengruppe – eventuell Menschen, die sich primär über Yoga informieren wollen und in der Folge durch die Recherche auf das gesamte Angebot der Anlage aufmerksam werden. Hier greift das digitale Marketing sozusagen indirekt.

Des Weiteren ist interessant, dass die Mehrheit der Befragten, nämlich 54 Prozent, zu Hause Yoga praktizieren und die allermeisten (79 %) Yoga zu Beginn in einem Kurs erlernt haben. Das eröffnet Anbietern im Fitness-, Gesundheits- und/oder Beautybereich eine gute Möglichkeit, wertvolle zusätzliche Umsätze durch Kursangebote im Bereich Yoga zu generieren.

Welche Voraussetzungen gibt es?

Neben einem adäquaten Raumangebot hängt der Erfolg der Yoga-Angebote hauptsächlich von den Personen ab, die die Kurse durchführen und die Teilnehmer betreuen. Für die Arbeit im Club braucht es keine „Erleuchteten“, die mehrere Jahre in Indien gelebt haben, sondern gut ausgebildete Yoga-Lehrerinnen und -Lehrer mit einem freundlichen, empathischen Wesen, die den Teilnehmern Yoga als wertvolle Intervention näherbringen und sie für ein regelmäßiges Training begeistern.

Eine gute Yoga-Ausbildung sollte das grundlegende Wissen zu theoretischen Hintergründen von Yoga vermitteln, die exakte Ausführung und den methodischen Aufbau der verschiedenen Asanas (Körperhaltungen) erklären und praktisch festigen und die zielgerichtete Anwendung von Pranayamas (Atemübungen) und Meditationen sowie die benötigten Korrekturtechniken (Hands-on) thematisieren, sodass die zukünftigen Yoga-Lehrerinnen und -Lehrer nach bestandener Prüfung Yoga-Kurse für verschiedene Leistungslevels im Fitness-, Gesundheits- und Beautybereich erfolgreich anbieten können.

Digitale Angebote als Zugabe

Viele Yoga-Begeisterte, die regelmäßig an Kursen teilnehmen, praktizieren auch zu Hause und nutzen dabei die Möglichkeit, sich über ein Online-Video anleiten zu lassen.

Fitness- und Gesundheitsanbieter können dies für ihre Yoga-Mitglieder nutzen, indem sie online Yoga-Videos oder auch kurze Meditationen ihrer Yoga-Trainerinnen und -Trainer zur Verfügung stellen. „Ganz nebenbei“ optimiert diese Maßnahme die Kundenbindung.

Fazit

Neben Gerätetraining, Fitnesskursen und anderen Angeboten können Unternehmen der Fitness-, Gesundheits- und Beautybranche Yoga-Stunden in ihr Portfolio aufnehmen und durch den Einsatz von qualifiziertem Personal und einer gezielten Online-Präsenz zusätzliche Umsätze generieren.

Uschi Moriabadi

Uschi Moriabadi ist ausgebildete Diplom- Sportlehrerin sowie Yoga-Lehrerin. Für die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement sowie für die BSA-Akademie ist sie als Dozentin tätig. Uschi Moriabadi ist eine gefragte Autorin zu den Themen Yoga, Pilates, Fitness und Gesundheit.

Auszug aus der Literaturliste

Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland e. V. (2018). Yoga in Zahlen. Zugriff am 14.10.2019. Verfügbar unter https://www.yoga.de/site/assets/files/2433/bdy_yoga_in_zahlen_2018-02-09.pdf

Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de.

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Den vollständigen Artikel finden Sie in fMi Ausgabe 06/2019

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