Fitness, Management, Anzeige | Autor: Anke Sörensen |

Erfolgsgeschichte: Vom Studenten zum Franchisenehmer

Mangelnde Zielstrebigkeit kann man Tobias Rautenstrauch nicht vorwerfen. 2011 begann er seine Karriere bei FitnessLOFT als dualer Student des Bachelor-Studiengangs Fitnessökonomie an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG). Zehn Jahre später startete er mit dem FitnessLOFT Nordhausen, seinem ersten eigenen Studio, durch und ist damit seit 2020 der erste Franchisenehmer der Fitnesskette FitnessLOFT.

Vom Studenten zum Franchisenehmer – Interview mit Tobias Rautenstrauch

fM: Wann haben Sie das FitnessLOFT Nordhausen eröffnet und wie zufrieden sind Sie mit der Entwicklung des Studios?

Tobias Rautenstrauch: Wir haben am 1. Juni 2020 eröffnet. Ursprünglich war die Eröffnung für den 15. März 2020 geplant, diese hat sich wegen der Corona-Pandemie verzögert. So führte unter anderem der vollständige Lockdown in Italien Anfang 2020 zu Lieferengpässen bei den Fliesen für den Wellnessbereich. Als der Umbau fertig war, wollten wir am 14. April öffnen. Zu diesem Zeitpunkt befand sich ganz Deutschland im Lockdown, die ersehnte Eröffnung musste bis zum 1. Juni warten.



Unter dem Gesichtspunkt Corona läuft die Entwicklung sehr positiv und ich bin zufrieden. Wenn man von einer 'normalen' Studioeröffnung ausgeht, erfüllt sich die Planung für den Standort natürlich noch nicht.

2020 wollten wir rund 9,5 Monate öffnen (Mitte März bis Dezember), bedingt durch die behördlich angeordneten Schließungen waren es 2020 nur fünf Monate. Da kann die ursprüngliche Planung verständlicherweise nicht eingehalten werden.

fM: Was lernen Sie aus dem Lockdown?

Tobias Rautenstrauch: Während des ersten Lockdowns habe ich mit den Behörden vor Ort gesprochen, sodass wir als reine Verkaufsfläche und nicht als klassisches Fitnessstudio gewertet wurden.

Dadurch hatten wir einen verlängerten Vorverkauf. Zwar musste die Hälfte der Fläche (800 m2) mit Flatterband abgesperrt werden, aber so konnte ich weitere Mitgliedschaften generieren und mit mehr Mitgliedern starten.


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Zusätzlich wurden während des ersten Lockdowns meine Mitarbeiter umfassend bei der hauseigenen Akademie von FitnessLOFT weitergebildet. Der Ausbildungsleiter vermittelte ihnen das Wissen zur Fitnesstrainer-B-Lizenz, sodass jetzt jeder Mitarbeiter Trainingspläne schreiben kann. Bei uns gibt es dadurch keinen klassischen Servicebereich mehr. Unsere Mitarbeiter sind Allrounder und mischen nicht nur Shakes, sondern arbeiten auch im Trainingsbereich und führen zum Beispiel InBody-Analysen durch – auch unsere Teilzeitbeschäftigten.

Im zweiten Lockdown hatten wir mehrere LES MILLS-Schulungen für den Kursbereich. In der Region Nordhausen gab es dafür kaum Trainer. Darum ließ ich drei Trainer für Bodypump®, zwei für GRIT® und eine Trainerin für Bodybalance® ausbilden. So nutze ich die Zeit, um gestärkt aus der Situation hervorzugehen und nach dem Lockdown einen noch größeren Kursbereich anbieten zu können.

Momentan arbeite ich mit meinem Team sehr viel an digitalen Inhalten, um uns später die Arbeit im Livebetrieb zu erleichtern. Beispielsweise haben wir bereits den gesamten Content für 2021/2022 in Social Media fertig und einen Online-Shop ins Leben gerufen.

fM: Warum haben Sie sich für den Standort Nordhausen entschieden und was hat Sie davon überzeugt, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen?

Tobias Rautenstrauch: In den letzten zwei Jahren bei FitnessLOFT war das Thema Franchise mein Projekt, mit dem Ziel, mich selbstständig zu machen. In Absprache mit den beiden Geschäftsführern wollte ich einen eigenen Standort eröffnen, aber vorher das System so weit aufbauen, dass es anschließend als Franchisekonzept von FitnessLOFT vertrieben werden kann.

Damals verhandelte ich verschiedene potenzielle Objekte für das Unternehmen FitnessLOFT und potenzielle Franchisenehmer. Nordhausen war von Anfang an einer meiner Favoriten, für den viele Faktoren sprachen. Die Standortanalyse zu Einwohnerzahl, Potenzial und Mitbewerbern war sehr vielversprechend.


„Sehr wichtig ist […] die Standort- und Mitbewerberanalyse. Wie sieht das Preissystem der Mitbewerber aus, wie die Einkommensstruktur des Standortes?“
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Tobias Rautenstrauch, Geschäftsführer FitnessLOFT Nordhausen


In der Kernstadt leben knapp 40.000 Einwohner, 85.000 im Landkreis. Das Objekt liegt an einer der Hauptstraßen der Stadt und gleichzeitig in der Nähe der Hochschule.

Auch das Objekt, die Halle des ehemaligen Fahrzeugteilegroßhandels Wessel + Müller AG mit knapp sieben Meter hohen Decken, gefiel mir. Hier konnte ich alles sehr offen gestalten, was perfekt in das Konzept von FitnessLOFT passt – die optimale Wahl für mein erstes eigenes Studio.

fM: Welche Vorteile bietet FitnessLOFT gegenüber anderen Franchisepartnern?

Tobias Rautenstrauch: Mein Werdegang ist natürlich etwas Besonderes, da ich von 2011 bis Ende 2019 in der FitnessLOFT Gruppe angestellt war, in sämtlichen Abteilungen gearbeitet habe und mit allen Partnern und Lieferanten der Unternehmensgruppe bereits seit Jahren vernetzt bin. Das ist für einen externen Franchisenehmer anders, aber auch hier wird eine enge Vernetzung mit vielen Lieferanten seitens des Franchisegebers angestrebt.

Die Unternehmenskette FitnessLOFT hat 29 eigengeführte Standorte, an denen sehr viel Eigenerfahrung in Bezug auf Marketingmaßnahmen und Vertriebsmaßnahmen gesammelt werden kann. Neue Ideen werden zuerst an eigenen Standorten getestet, bevor sie an die Franchisenehmer weitergegeben werden. Das Risiko trägt hier somit der Franchisegeber und nicht direkt der Franchisenehmer. Bei anderen Franchisegebern steht das System, aber es gibt wenig eigene Standorte, alles andere sind Franchisebetriebe.

Ein Riesenvorteil ist, dass ich die Kostenstruktur gering halten kann. Es gibt keine versteckten Kosten, beispielsweise bei Druckdaten für Flyer. Bei FitnessLOFT erhalte ich Druckdaten und kann die Druckerei frei wählen, verhandele eins zu eins die Konditionen. Ich muss nicht über FitnessLOFT bestellen, die Bearbeitung mitzahlen und lande dann statt 5 bei 10 EUR pro Flyer.

Diese Kostenstruktur spiegelt sich auch in der Einkaufspolitik wider. FitnessLOFT hat sehr gute Konditionen für sich und die Franchisenehmer ausgehandelt. FitnessLOFT gibt einen groben Rahmen an Lieferanten vor. Die finale Auswahl ist aber nicht auf einen Hersteller oder Lieferanten beschränkt, man kann aus einem Portfolio mit verschiedensten Varianten auswählen und sich sein Studio mit ganz eigenem Flair zusammenstellen.

Bei uns in Nordhausen stehen sowohl Geräte von Matrix als auch von milon, Ziva und Elbesport. Nach dem Lockdown bekommen wir noch einen Zirkel von Nautilus.

fM: Was empfehlen Sie Fitnessprofis, die selbst mit dem Gedanken spielen, Franchisenehmer zu werden?

Tobias Rautenstrauch: Am Anfang steht die Frage: Welches Konzept möchte ich eröffnen? Mikrostudio, Ladyfitness, EMS-Studio oder klassisches Fitnessstudio?

Der Franchisemarkt bietet wahnsinnig viele Varianten und verschiedene Systeme. Welcher Franchisegeber passt zu mir? Welcher Standort kommt infrage? Diese beiden Fragen spielen wechselseitig miteinander. Abhängig von der Marktsituation ist es gegebenenfalls wirtschaftlich nur rentabel, in das Discount- oder in das Premiumsegment einzusteigen.

Sehr wichtig ist dabei die Standort- und Mitbewerberanalyse. Wie sieht das Preissystem der Mitbewerber aus, wie die Einkommensstruktur des Standortes? In Nordhausen befinde ich mich im Premium-Discount-Bereich. Unser Basisbeitrag startet aktuell bei 19,90 EUR zzgl. Gebühren (Start-, Jahrespauschale), inklusive aller Leistungen liegen wir bei 29,90 EUR monatlich. In diesem Preissegment gibt es aktuell nur einen Mitbewerber vor Ort, der allerdings weniger Leistung bietet. Alle anderen Anbieter liegen deutlich über unseren Preisen.

An anderen Standorten kann der Franchisenehmer bei FitnessLOFT auch mit einem hochpreisigen Modell arbeiten (z. B.: 49,90 EUR monatlich inklusive aller Leistungen).

So bietet FitnessLOFT für viele Standorte verschiedene Preismodelle und ist nicht nur an ein Preissegment gebunden. Das gibt dem Franchisenehmer die Freiheit, den Standort zu analysieren, die Mitbewerberlage zu prüfen und sich danach für ein Preismodell zu entscheiden – von Discount bis Premium ist alles möglich. Bei der finalen Auswahl des Preissystems wird der Franchisenehmer bereits von FitnessLOFT begleitet.


 

Mehr über den Interviewpartner

Tobias Rautenstrauch hat in der FitnessLOFT Gruppe sämtliche Abteilungen durchlaufen und führt nun in Nordhausen sein erstes eigenes Studio mit 15 Mitarbeitern.

Schon ein halbes Jahr nach seinem Start bei FitnessLOFT in Gifhorn übernahm Tobias Rautenstrauch dort die Studioleitung.

Die Geschäftsführer Dr. Simon F. Stolze und Günter Becker erkannten rasch sein Potenzial und holten ihn anderthalb Jahre später als Assistent der Geschäftsführung in die Zentrale nach Braunschweig. Dort begleitete er sämtliche Entwicklungen des Unternehmens FitnessLOFT von damals drei auf heute über dreißig Standorte.

In seiner Zeit bei FitnessLOFT leitete er verschiedene Abteilungen, von Qualitäts- und Expansionsmanagement über zentralen Einkauf und Marketing bis hin zum Aufbau des Franchisesystems.

Parallel dazu schloss er sein Master-Studium an der DHfPG in Prävention und Gesundheitsmanagement mit dem Fokus auf 'Marketing & Vertrieb' und 'Finanzen & Controlling' ab.

2020 eröffnete er in Nordhausen auf über 1.600 Quadratmetern sein erstes eigenes Fitnessstudio.

Den vollständigen Artikel finden Sie in fMi 02/2021

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