Fitness, Gesundheit, Markt |

Stark und schön

Dr. med. Gabriela Kieser betont in ihrem Vortrag mit anschließendem Austausch im Hamburger UKE den Zusammenhang von Krafttraining und ästhetischem Erscheinungsbild.

"Ein Bad im Jungbrunnen kann ich Ihnen leider nicht anbieten", erklärte die Schweizer Ärztin Dr. Gabriela Kieser. Aber die Enttäuschung der mehr als 80 Gäste hielt sich in Grenzen. Denn in Ihren Ausführungen eröffnete sie den Anwesenden eine lohnenswerte Perspektive. Die Muskulatur besitzt Qualitäten eines Jungbrunnens und, Stärke und Schönheit gehören zusammen.

Doch, was ist überhaupt schön? Wohlwissend, dass unser Schönheitsideal kulturellen Faktoren und dem Wandel der Zeit unterliegt, "unser Schönheitsempfinden korreliert mit evolutionär vorteilhaften Eigenschaften". Beispielsweise wurde in Zeiten von Nahrungsmangel der beleibte Mensch durchaus als attraktiv wahrgenommen, verkörperte er doch mit seiner Leibesfülle Gesundheit, Wohlstand und Fruchtbarkeit. Waren zu Rubens Zeiten Üppigkeit und blasse Haut en vogue, ist es heute in unserem Kulturkreis die jugendliche, schlanke und sportliche Figur.

Diesem Schönheitsideal näher zu kommen, ist Vielen Vieles wert. Aber nicht auf alle Parameter haben wir Einfluss. Genetisch festgelegt und damit unveränderbar sind beispielsweise Alter, Größe, Proportionen oder die Verteilung des Fettanteils. "Darüber hinaus können wir aber auf die meisten Faktoren, die das optische Erscheinungsbild bestimmen, massiv Einfluss nehmen", so die Ärztin weiter. "Dazu gibt es keine bessere Maßnahme als Krafttraining. Denn die optische Erscheining eines Menschen hängt maßgeblich von der Muskulatur beziehungsweise von der Muskelspannung ab. Kraftrainng und Muskelmasse verbessert Körperzusammensetzung und Haltung, strafft die Figur und fördert obendrein Gesundheit und Wohlbefinden."

Die Ärztin warnte davor, zur Gewichtsreduktion ausschließlich auf Diäten zu setzen. "Rund 50 Prozent eines Gewichtsverlustes bei einer Diät resultieren aus dem Verlust von Muskelmasse." Genau das aber ist das Problem. "Muskeln sind ein stoffwechselaktives Gewebe. Schwinden sie, sinkt auch der Grundumsatz. Das ist die Ursache des Jo-Jo-Effekts." Stattdessen empfiehlt sie, nicht nur die Energieaufnahme zu senken, sondern neben gesundem, eher Eiweiß-betontem Essen zusätzlich zwei- bis dreimal pro Woche ein hochintensives Krafttraining zu betreiben. "Dann steht einem kraftvollen, schönen Leben nichts mehr im Wege", so Dr. Gabriele Kieser abschließend.

Die Empfehlung für eine "gesunde Lebensgestaltung" von Dr. Gabriela Kieser im Überblick:
- HIT: 1 - 2 x pro Woche 30 Minuten
- aktiver Lebensstil: täglich 30 Minuten forsches Gehen oder 10.000 Schritte
- Wasserzufuhr: 2 Liter
- Essen: gesundes, eher eiweiß-betontes Essen
- Genussmittel: wenig Kaffee und Alkohol
- Schlaf: genügend (sieben bis acht Stunden)
 

Weitere Informationen: Kieser Training

Ebenfalls interessant

Corona, Digital, Fitness, Anzeige

Gemeinsam statt einsam

Live-Fitnesstraining in den Wohnzimmern: Die Mrs.Sporty-Community muss auch während der Corona-Krise nicht auf Gemeinschaft verzichten. Wie das funktioniert?

Mehr

Corona, Digital, Fitness, Anzeige

Rund um den Globus

Indoorcycling-Fans aufgepasst: Die Indoor Cycling Group (ICG®) bietet ab sofort kostenlose Cycling-Videos für jederman auf dem Streamingportal Vimeo on Demand.

Mehr

Fitness

Stark, stärker, Big Z

Wie trainieren Top-Athleten? Das verrät der litauische Strongman Žydrūnas Savickas aka Big Z in Teil 2 unserer Reihe 'Muskeln, Kraft und Trainingsform'.

Mehr

Fitness

How to Muskelaufbau

Wie können Muskeln möglichst effektiv aufgebaut werden? Warum ist weniger Gewicht manchmal besser und worauf sollte überhaupt geachtet werden?

Mehr