Fitness, Gesundheit, Anzeige | Autor: Theresa Römmele |

Science Lab: Effektivität eines gerätegestützten Beweglichkeitstrainings

Im Kontext der Trainingsangebote von Fitness- und Gesundheitseinrichtungen gewinnen Konzepte zur Verbesserung der Bewegungsamplitude, wie das gerätegestützte Beweglichkeitstraining, zunehmend an Bedeutung. Wie effektiv ein solches Training die Bewegungsreichweite verbessert, wurde in der nachfolgend dargestellten Bachelor-Thesis der DHfPG untersucht.

Vorbeugen ohne Probleme – Bewegungsreichweite mit Training verbessern

Laut einer Befragung des Statista Research Department (2018) sind 30 Prozent der Befragten mit der eigenen Beweglichkeit unzufrieden. Dabei bieten die zu erwartenden Effekte eines Beweglichkeitstrainings, wie es in Fitness- und Gesundheitseinrichtungen angeboten wird, erwiesenermaßen vielfältige Vorteile.

Zum einen vergrößert sich die Bewegungsamplitude des Gelenks, über das der gedehnte Muskel hinwegzieht, und dies wirkt Muskelverkürzungen entgegen (Dietrich, 1989, S. 6). Zum anderen kann damit die Leistung in bestimmten Sportarten verbessert werden (Gleim & McHugh, 1997, S. 297).


 


Die Durchführung eines Trainings zur Verbesserung der Beweglichkeit ist für viele Mitglieder von Fitness- und Gesundheitseinrichtungen ein wichtiges Ziel. Vor allem bezüglich der korrekten Ausführung spezifischer Dehnübungen herrscht bei vielen Kunden häufig Unsicherheit. (Gimbel, 2014, S. 126).

Konzepte zur Beweglichkeitsverbesserung, bei denen geführte Bewegungen an speziellen Geräten ausgeführt werden, stellen hierbei eine potenzielle Lösung dar.

Welche Auswirkungen ein gerätegestütztes Beweglichkeitstraining auf die Bewegungsreichweite in ausgewählten Muskel-Gelenk-Systemen hat, untersuchte eine Bachelor-Thesis der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG).


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Methodik

Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurden die Effekte eines sechswöchigen gerätegestützten Beweglichkeitstrainings auf die Bewegungsamplitude von Mitgliedern eines gesundheitsorientierten Fitnessstudios untersucht.

Dabei wurde die Veränderung der Bewegungsreichweite durch ein klassisches Prä-Post-Design mit dazwischenliegender Trainingsintervention gemessen und mit einer Kontrollgruppe verglichen.

Die betrachtete Probandenstichprobe umfasste zu Beginn der Studie insgesamt 44 Personen, wovon 29 der Experimentalgruppe (EG) und 15 der Kontrollgruppe (KG) zugeordnet waren.

Beide Gruppen nahmen zwischen den Messzeitpunkten an einer sechswöchigen Trainingsintervention teil, in der zwei Trainingseinheiten pro Woche absolviert wurden. Die Kontrollgruppe führte hierbei ein standardisiertes Krafttraining an einem weitverbreiteten Gerätezirkel aus.

Die Experimentalgruppe durchlief das gleiche Training, ergänzte die Einheiten allerdings jeweils um ein gerätegestütztes Beweglichkeitstraining für die hüftbeugende Muskulatur, die Brust- sowie die Ischio-cruralmuskulatur.

Bei diesem geführten Beweglichkeitstraining wurden insgesamt vier Dehnübungen für die spezifische Zielmuskulatur mithilfe spezieller Geräte ausgeführt. Das Belastungsgefüge umfasste dabei jeweils vier Trainingssätze mit 20 Sekunden Belastungsdauer und 30-sekündiger Belastungspause.


 


Vor Beginn und nach Abschluss des sechswöchigen Trainings wurde die Beweglichkeit der betroffenen Muskel-Gelenk-Systeme getestet. Hierzu kam eine modifizierte Variante des Muskelfunktionstests nach Janda (2000) zum Einsatz.

Die erreichte Bewegungsamplitude in Brust- und Hüftbeugemuskulatur wurde mithilfe eines Goniometers gemessen, wohingegen die Beweglichkeit der Ischiocruralmuskulatur über den Finger-Boden-Abstand bei der Rumpfbeuge bei ausgestreckten Beinen operationalisiert wurde.

Ergebnisse

Abzüglich der Drop-outs konnten nach Ende der Datenerhebung insgesamt 36 vollständige Datensätze, 23 aus der EG und 13 aus der KG, zur Auswertung verwendet werden. Der Vergleich der Mittelwerte der Beweglichkeitsveränderung zwischen der Prä- und Post-Messung lässt erkennen, dass die EG gegenüber der KG größere Effekte auf die Beweglichkeit erzielen konnte.

Wie der Abbildung 1 entnommen werden kann, überstieg die prozentuale Vergrößerung der Bewegungsreichweite der EG in der hüftbeugenden Muskulatur, der Ischio-cruralmuskulatur sowie der Brustmuskulatur die Werte der KG.

Nach inferenzstatistischer Prüfung konnte bestätigt werden, dass sich die Bewegungsreichweite der EG in allen betrachteten Muskel-Gelenk-Systemen signifikant verbessert hatte, was als Beleg für die Effektivität des gerätegestützten Beweglichkeitstrainings angesehen werden kann.

Fazit

Die vorgestellte Bachelor-Thesis hatte das Ziel, die Auswirkungen eines gerätegestützten Beweglichkeitstrainings auf die Verbesserung der Bewegungsreichweite zu untersuchen.

Die Untersuchungsergebnisse konnten zeigen, dass sich die Beweglichkeit von Mitgliedern von Fitness- und Gesundheitseinrichtungen aufgrund der Ergänzung des regulären Krafttrainings durch ein Beweglichkeitstraining an speziellen Geräten in einem Zeitraum von sechs Wochen signifikant verbesserte.

Die Ausführung angeleiteter Übungen an speziell dafür konzipierten Geräten stellt damit eine effektive Alternative dar, um die Beweglichkeit von Fitnesskunden zu steigern.

Die einfache Durchführung sowie die geführten Bewegungen des gerätegestützten Beweglichkeitstrainings steigern möglicherweise die Attraktivität dieses Trainings, was dazu beitragen kann, dass Mitglieder von Fitness- und Gesundheitsanlagen ihr Beweglichkeitstraining regelmäßiger und damit langfristig effektiver durchführen.


Über die Autorin

Theresa Römmele 

Alter: 24 Jahre

Duales Studium: SHINTO VitalGesundSchlank GmbH

Abschluss: B. A. Gesundheitsmanagement

Aktuelle Tätigkeit: Trainerin im SHINTO VitalGesundSchlank GmbH

 

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