Fitness | Autor/in: Anke Mächler |

Praxistipp: Gesundheitstage – Aquisetools für Firmenfitness

Gesundheitstage sind beliebte Maßnahmen, um sowohl Mitarbeiter:innen als auch Führungskräfte in Unternehmen für verschiedene Bereiche rund um das Thema Gesundheit zu sensibilisieren und zum aktiven Mitmachen zu motivieren. Wie Gesundheit durch diese Aktionen erlebbar gemacht und Interesse für weitere Angebote der Fitness- und Gesundheitsdienstleistenden geweckt werden kann, sind dabei zwei der wichtigsten Fragen.

Mitarbeiter:innen und Führungskräften mit Gesundheitstagen begeistern

Ein Gesundheitstag ist in den meisten Unternehmen ein fester Bestandteil der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BFG) und kann je nach Thema und Motto des Tages Schwerpunkte in den Bereichen Bewegung, Ernährung, Sucht und Psyche setzen.

Wichtig bei der Organisation eines Gesundheitstages ist, dass ihn die Beschäftigten und die Unternehmensleitung als echten Mehrwert wahrnehmen und nicht als „Pflichtveranstaltung“.

Dabei spielt der Themenschwerpunkt bzw. ein ansprechendes Motto eine große Rolle. Nur so kann Interesse für Gesundheitsthemen geweckt und auf aktuelle Situationen im Unternehmen eingegangen werden.

Mittel- bis langfristige Gesundheitsziele

Die Durchführung einer solchen Veranstaltung wird sicherlich nicht umgehend den Krankenstand im Unternehmen senken. Aber sowohl für das Unternehmen als auch für die BGF-Dienstleistenden ergeben sich individuelle Ziele, die ebenso mittel- wie langfristig ausgelegt sein können.

Beispielsweise haben Unternehmen mit dem Angebot von Gesundheitstagen die Möglichkeit, auf die Wichtigkeit der nachhaltigen Förderung eines gesunden Lebensstils ihrer Mitarbeiter:innen sowie auf die Einbindung des Themas „Gesundheit“ in die Unternehmenskultur hinzuweisen und damit unter anderem die Arbeitgeber:innenattraktivität zu steigern.

Auf der anderen Seite können Fitness- und Gesundheitsbetriebe Ziele wie Mitgliedergewinnung und Imageverbesserung oder den Einstieg in eine Tätigkeit als BGF/BGM-Anbieter:in erreichen.


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Unabhängig davon, welche strategischen Überlegungen hinter der Durchführung eines Gesundheitstages stehen, stellt sich die Frage, wie dieser bestmöglich organisiert werden kann. Die folgenden sechs Schritte aus Sicht der Dienstleistenden in der Fitness- und Gesundheitsbranche haben sich dabei bewährt:

Schritt 1: Verantwortlichkeit und Ansprechperson

Verantwortliche und Ansprechpersonen im Unternehmen und im Dienstleistungsbetrieb müssen benannt werden.

Schritt 2: Ist-Analyse

Eine sorgfältige Analyse des „Gesundheitszustandes“ und der bereits bestehenden Maßnahmen im Unternehmen bzw. der erfolgten Evaluation ermöglicht eine optimale Ausrichtung der Inhalte und Ziele auf Verbesserungspotenziale im nächsten Schritt.

Schritt 3: Zielsetzung

Was will das Unternehmen gemeinsam mit dem Dienstleistungsbetrieb durch einen Gesundheitstag erreichen? Die Ziele können vielfältig sein, sich von Jahr zu Jahr ändern und von Unternehmen zu Unternehmen variieren. Bei der Zielsetzung sollten Dienstleistende immer die Sichtweise des Unternehmens, aber auch die eigenen Interessen berücksichtigen.

Schritt 4: Planung und Organisation

Dienstleistungsbetriebe sollten sich stets fragen, ob sie die Umsetzung allein bewältigen können oder ob sie Kooperationspartner:innen für besondere Angebote benötigen, die über das eigene Portfolio hinausgehen (z. B. Expert:innen, Physiotherapiepraxen, Sportartikelhersteller:innen, Krankenkassen, Unfallversicherungen).

Diese Fragen können u. a. bei der Planung hilfreich sein:

  • Welche kurz-, mittel- und langfristigen Ziele werden mit dem Gesundheitstag verfolgt?
  • Welche Anforderungen hat die Zielgruppe? Sind die Aktivitäten auf die Zielsetzung und die Zielgruppe abgestimmt?
  • Wurden alle Mitarbeiter:innen informiert? Sind die Führungskräfte in die Organisation eingebunden?
  • Wurden Anmeldelisten für eventuelle Diagnostikangebote veröffentlicht?
  • Wurde der Datenschutz berücksichtigt?
  • Wurde der Arbeitsschutz in die Organisation eingebunden?
  • Sind Zugangsmöglichkeiten für alle Beschäftigten (zeitlich/räumlich) sichergestellt?

Schritt 5: Durchführung eines Gesundheitstages

Das Erstellen einer Checkliste kann für den reibungslosen Ablauf sehr hilfreich sein:

  • Sind alle Räume vorbereitet und die Stände sowie Dekorationselemente vollständig aufgebaut?
  • Funktioniert die technische Ausstattung und sind alle benötigten Materialien vor Ort?
  • Sind Beschriftungen und Wegweiser angebracht? Ist das Programm an den entscheidenden Orten sichtbar platziert?
  • Ist die Evaluation in Form von Dokumentation und Fotos sichergestellt?
  • Hat ein Briefing des Teams bzw. der Kooperationspartner:innen stattgefunden?

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Als Programmpunkte selbst kommen für einen Gesundheitstag Mitmachaktionen infrage, wie beispielsweise Koordinationsparcours mit Slackline oder 20- bis 30-minütige Schnupperkurse zu Yoga oder Functional Training.

Die Schnupperkurse sollten hinsichtlich der Teilnahme und Akzeptanz evaluiert werden, damit der Dienstleistungsbetrieb im Anschluss an den Gesundheitstag die gefragtesten Kurse in den eigenen Räumen oder im Unternehmen anbieten kann.

Anmeldebarrieren minimieren

Während des Gesundheitstages können Listen zur Anmeldung bereitgestellt werden, um die Motivation aus dem Gesundheitstag direkt in eine aktive Handlung umzusetzen und Anmeldebarrieren zu minimieren.

Zusätzlich ist auch der Einsatz von Diagnostiktools möglich, wie z. B. Körperfettmessungen, Blutzucker- oder Koordinationstests. Die verschiedenen Angebote im Rahmen der Diagnostik sollten im Vorfeld terminiert werden, um einen geregelten Ablauf sicherzustellen und Wartezeiten zu vermeiden.

Wichtig ist auch die Möglichkeit einer Nachbesprechung der Ergebnisse bzw. einer Nachbetreuung – sofern erforderlich.

Neben Infoständen und Check-ups „lebt“ ein Gesundheitstag auch von Kurzvorträgen zur Information über und Sensibilisierung für Gesundheitsthemen. Hier muss vor allem auf ein sinnvolles Zeitfenster geachtet werden.

Zu lange und zu fachliche Vorträge könnten inhaltlich überfordern und das Zeitbudget der Teilnehmenden strapazieren, besonders da gerade auch Beschäftigte angesprochen werden sollen, die bislang keinen Zugang zu Gesundheitsthemen hatten.

Kurze Vorträge mit spannenden Themen

Eine Dauer von 20 bis maximal 30 Minuten sollte daher für Vorträge kalkuliert werden. Die Möglichkeit, im Anschluss Fragen zu stellen bzw. Informationen zu weiterführenden Angeboten zu erhalten, sollte auf alle Fälle gewährleistet sein.

Diese sogenannten Impulsvorträge können die Handlungsfelder Ernährung, Bewegung, Stress und Sucht abdecken, sollten aber immer entsprechend des Schwerpunktes bzw. Mottos des Gesundheitstages gewählt werden. Auch Themen mit aktuellem Bezug eignen sich hier sehr gut.

Großen Anklang finden auch speziellere Themen, wie z. B. Schlaf, Burn-out, Resilienz, Achtsamkeit und Schichtarbeit.

Schritt 6: Nachbereitung

Nach Abschluss des Gesundheitstages ist die Reflexion für das weitere Vorgehen von großer Bedeutung. Sowohl das Unternehmen als auch der Dienstleistungsbetrieb sollte wissen, was gut lief und was besser gemacht werden könnte.

Das Feedback der Beschäftigten und Teilnehmenden ist hier genauso wichtig wie das der beteiligten Akteur:innen und Partner:innen.

Damit die Wirkung des Gesundheitstages nicht verpufft, ist es empfehlenswert, weiterführende gesundheitsspezifische Schritte und Maßnahmen anzukündigen und den Mitarbeitenden Anreize zu schaffen, sich über diesen Tag hinaus mit Gesundheit und gesundheitsbewusstem Arbeiten und Leben zu beschäftigen.


Fazit

Für die gelungene Ausrichtung eines Gesundheitstages ist es maßgebend, dass die Angebote auf die Zielgruppe abgestimmt sind und damit ein Bedürfnis geweckt wird. Dabei kann auch das Motto bzw. der Name der Veranstaltung eine wesentliche Rolle spielen.

Ziel sollte nicht das Konsumieren von Angeboten und Informationen sein, sondern ein aktives Erleben von Gesundheitsförderung. Dazu gehört es auch, dass die Beschäftigten immer wieder etwas Neues erfahren und die Neugierde geweckt wird.

Gerade Schnupperkurse helfen dabei, Hürden abzubauen und durch Ausprobieren ein Gefühl für das Angebot zu bekommen, ohne sich direkt binden zu müssen. Wichtig ist es auch, auf niedrigschwellige Angebote zu achten, die im ersten Moment nicht überfordern.

Das ist besonders bei denjenigen Beschäftigten wichtig, die noch keine Affinität zu Bewegung haben.


Über die Autorin

Anke Mächler war nach ihrem Sport- und Germanistik-Studium viele Jahre als Geschäftsführerin und Inhaberin eines BGM/BGF-Dienstleistungsunternehmens tätig. Heute gibt sie ihre Erfahrung als BGM-Beraterin und Dozentin an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) sowie als Referentin an der BSA-Akademie weiter.

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