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Fitness mal anders: Fitness und Athletik in der Wasserrettung

Körperliche Leistungsfähigkeit ist in vielen Berufszweigen wichtig für die Ausübung der Tätigkeiten – in manchen Berufszweigen ist Fitness darüber hinaus essenziell, weil es auch um Leben und Tod geht. Im 3. Teil unserer Artikelreihe beschäftigen wir uns mit Fitness und Athletik bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V. (DLRG). Im fM Interview mit Carsten Rosenberg, Mitglied im Team der Presse- und Medienarbeit (PuMa) der DLRG.

Wie stellt die DLRG die Fitness ihrer Rettungsschwimmer sicher? fitness MANAGEMENT hat dazu Carsten Rosenberg vom Team der Presse- und Medienarbeit (PuMa) der DLRG in einem Interview befragt. Er ist seit 1992 DLRG-Mitglied und seit 18 Jahren im Wasserrettungsdienst des Ostseebades Prerow tätig. Carsten Rosenberg ist ausgebildeter DLRG-Wachführer, DLRG-Bootsführer und international qualifizierter Gefahrengutachter.

fM: Welchen Stellenwert haben körperliche Fitness und Athletik für die Wasserrettung bei der DLRG?
Carsten Rosenberg:
Körperliche sowie geistige Fitness und Athletik sind sehr wichtige Bestandteile im Wasserrettungsdienst der DLRG. Von der körperlichen Leistungsfähigkeit der Einsatzkräfte hängt im Zweifelsfall ein Menschenleben ab.

Daher muss jede DLRG-Einsatzkraft ihre körperliche Einsatzfähigkeit mindestens einmal pro Jahr im Rahmen eines Tests unter Beweis stellen. Im Wasserrettungsdienst ist mehr gefordert als gute Schwimmfähigkeit, denn Rettungsgeräte wie zum Beispiel Rettungsbretter erfordern eine gute Grundfitness.

fM: Wie ist der Bereich Fitness und Athletik strukturell, zeitlich und auch in Bezug auf Zusatzangebote in die Ausbildung der Rettungsschwimmer eingebunden?
Carsten Rosenberg:
Die Rettungsschwimmausbildung ist zunächst ein Teil der Breitensportausbildung im Bereich Schwimmen. Aber auch hier geht es nicht ohne entsprechendes Schwimmtraining, denn ohne saubere Schwimmtechnik bringt die beste Fitness wenig. In den Bereichen des Tauchens (Strecken- und Tieftauchen) ist gegebenenfalls ein anaerobes Training als Vorbereitung sinnvoll.

fM: In welchen Bereichen der körperlichen Fitness liegt im Verlauf der Ausbildung bei der DLRG das Hauptaugenmerk?
Carsten Rosenberg:
In den aufbauenden Ausbildungen rückt der Faktor Fitness und Athletik besonders bei den Wassertrainingseinheiten noch weiter in den Fokus. DLRG-Spezialkräfte, wie beispielsweise Strömungsretter, müssen vor Beginn des Ausbildungslehrganges ihre Fitness im Cooper-Test beweisen.

fM: Mangelnde Fitness ist nicht nur ein Problem bei einer Berufsgruppe oder einer Institution. Kann die DLRG überhaupt auffangen, was unsere Gesellschaft vorher über Jahre hinweg versäumt hat?
Carsten Rosenberg:
Ja, kann sie! Die Frage ist, wann und wie die Menschen den Weg zur DLRG finden.

Aber grundsätzlich ist das Training im Wasser eine gemeinsame Basis. Schwimmen beansprucht fast die gesamte Körpermuskulatur, ist gut für das Herz-Kreislauf-System und fördert so die Gesundheit und Fitness der Gesellschaft.

fM: Das Aufgabengebiet eines Rettungsschwimmers umfasst ein breites Spektrum verschiedener Tätigkeiten. Ist es für Sie überhaupt möglich, die verschiedenen Einheiten und deren individuell unterschiedlichen Anforderungen an Fitness und Athletik auf einen Standard zu bringen? Wie begegnen Sie dieser Herausforderung in der Praxis?
Carsten Rosenberg:
Indem wir uns genau anschauen, welche Muskelgruppen beim Einsatz von Rettungsgeräten besonders beansprucht werden, kann man hier falls nötig mit einem gezielten Krafttraining unterstützen.

Daneben steht vor allem eine gute Kondition und Grundfitness im Mittelpunkt unserer Trainingseinheiten.

fM: Die Fitness- und Gesundheitsbranche ist in den Bereichen Training, Prävention und Rehabilitation sehr gut aufgestellt und verfügt deutschlandweit über eine gewachsene Infrastruktur mit immer mehr zertifizierten Anbietern (DIN 33961). Inwieweit können lokale Fitness- und Gesundheitsdienstleister die DLRG mit ihrem professionellen Angebot unterstützen?
Carsten Rosenberg:
Lokale Fitness- und Gesundheitsdienstleister inklusive der Krankenkassen können an verschiedenen Stellen und auf verschiedene Arten die ehrenamtliche Arbeit der DLRG unterstützen. So können zertifizierte Trainerinnen und Trainer etwa im Rahmen von Fortbildungen die ehrenamtlichen Ausbilderinnen und Ausbilder schulen. Hier sind die jeweiligen DLRG-Ortsgruppen vor Ort die richtigen Ansprechpartner.

Gerade im Bereich Gesundheits- und Präventionssport kann die DLRG durch entsprechende Förderungen noch mehr Übungsleiterinnen und Übungsleiter qualifizieren. Aber diese Ausbildungen kosten Geld und werden in der Regel von unseren Mitgliedern selbst finanziert. Die DLRG finanziert sich fast ausschließlich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen und auch für uns gilt: 'Ohne Moos nichts los'. Hier freut sich jede DLRG-Ortsgruppe über Unterstützung und Förderung.

fM: Fitness und Athletik haben immer auch eine mentale Komponente. Für Rettungsschwimmer können die mentalen Belastungen bei Einsätzen extrem sein. In welchem Maß müssen Sie solche mentalen Aspekte bei der Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung berücksichtigen?
Carsten Rosenberg:
Es bringt im Einsatz niemandem etwas, wenn man körperlich fit ist, aber mental nicht auf die Situation reagieren kann. Daher ist das Üben von Situationen und vor allem von Stresssituationen, wie sie im Einsatz vorkommen, ein wichtiger Faktor der Vorbereitung.

Zur Person

Carsten Rosenberg (34) ist seit 1992 DLRG-Mitglied und seit 18 Jahren im Wasserrettungsdienst des Ostseebades Prerow tätig. Er verfügt über Qualifikationen als DLRG-Wachführer, DLRG-Bootsführer sowie Internationaler Risk Assessor der ILSE (qualifizierter Gefahrengutachter der International Life Saving Federation of Europe) und ist Mitglied im Team der Presse- und Medienarbeit (PuMa) der DLRG.

Den vollständigen Artikel finden Sie in fMi Ausgabe 04/2019

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