Fitness, Management, Markt | Autor: Anke Sörensen |

Mitarbeiterführung – Interview mit Isabella Kling: „Die Kundennähe macht uns aus“

Die Corona-Pandemie lässt sich nur im Team bewältigen. Mit der richtigen Motivation bringt jeder einzelne Mitarbeiter seine Kompetenzen und Persönlichkeit ein und leistet so einen wertvollen Beitrag. Tim Josko und Isabella Kling erläutern, warum sie vor allem auf persönliche Betreuung setzen.

Isabella Kling, Fitnessunternehmerin Mrs.Sporty, im Interview zu Mitarbeiterführung

Motivierte Mitarbeitende sind das A und O für Erfolg. Das ist nicht neu. Doch die vergangenen Monate haben gezeigt, wie wichtig qualifizierte Fachkräfte gerade für die Fitnessbranche sind. Die Studiobetreiber mussten ihre Teams halten, ihnen Zukunftsängste nehmen, sie weiterbilden und bei Transformationsprozessen mitnehmen.

Gemeinsam wurden analoge und digitale Lösungsstrategien entwickelt. Wer in der Lage war, schnell zu reagieren, mithilfe seiner Beschäftigten glaubwürdig Kundennähe und echtes Interesse zu vermitteln und so die emotionale Bindung zum Studio zu stärken, wurde mit treuen Mitgliedern belohnt.

Unsere Expertin

Isabella Kling, Inhaberin von sechs Mrs.Sporty Clubs, macht die besten Erfahrungen damit, dass jede Mitarbeiterin ihre Interessen verwirklichen kann.

Mrs.Sporty zeichnete sich während der Corona-Pandemie durch besondere Kundennähe aus. Wie wichtig sind in diesem Zusammenhang Ihre Mitarbeiterinnen?

Isabella Kling: Ich kann von ganzem Herzen sagen, dass die Kundennähe uns ausmacht und wir sie wirklich leben. Bei uns ist jede Trainerin eine Betreuerin, die jede der bei ihr trainierenden Frauen beim Namen kennt, ebenso wie die dazugehörende gesundheitliche Geschichte.

Wir führen in sehr kurzen Zeitabständen persönliche Trainergespräche (PTGs) mit den Kundinnen durch und liefern über den Trainingsplan hinaus umfassende Ernährungskonzepte. So taucht die Trainerin wirklich in den Lifestyle der einzelnen Kundin ein und es entsteht ein Verhältnis von Nähe.

Die Mitglieder bleiben durchschnittlich sehr lange als Kundinnen erhalten, die Hälfte ist schon fast zehn Jahre bei uns. Unser Ziel ist es, die Frauen durch ihr ganzes Leben zu begleiten.



Ihre Zielgruppe besteht ausschließlich aus Frauen. Beschäftigen Sie auch Trainer? Achten Sie bei der Rekrutierung ihrer Mitarbeiterinnen auf besondere fachliche und soziale Kompetenzen?

Wir sind auch Trainern gegenüber offen, beschäftigen bei uns aber derzeit nur Trainerinnen. Bei der Bewerbung suchen wir ganz gezielt neben der Trainerkompetenz nach empathischen Persönlichkeiten, die sich in die Kundinnen hineinversetzen und auf Menschen zugehen können.


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Das ist von der Persönlichkeitsstruktur her eine Voraussetzung, die uns und unsere Mitarbeiterinnen ausmacht und auf die wir in den Gesprächen und in der Ausbildung achten. Empathie ist quasi unsere DNA.

Wir sehen uns als Familie und die vielen lange anhaltenden Mitgliedschaften spiegeln diese Nähe wider. Wichtig ist auch die Gabe, ganz konkret die Ziele jeder einzelnen Kundin zu erkennen und sie dahin zu bringen, diese auch zu erreichen.

Mit welchen Maßnahmen motivieren und binden Sie qualifizierte Nachwuchskräfte langfristig?

Ich beschäftige in meinen Studios sehr gern dual Studierende und bilde auch Fitnesstrainerinnen als Lehrlinge aus. Diesen Lehrberuf gibt es in Österreich. Dabei bin ich immer auf der Suche nach jungen Menschen, die ich als Trainerinnen für die wunderschöne Arbeit mit Menschen motivieren kann.

Ich habe das Glück, dass die Fluktuation bei mir sehr gering ist, auch weil ich versuche, meine Trainerinnen immer mit Weiterbildungsmaßnahmen auf dem neuesten Stand zu halten.



Das geschieht mit virtuellen Schulungen an der Mrs.Sporty Academy oder durch die Einarbeitung in neue Faszientechniken oder Abnehmprogramme, bei denen wir stark in die Ernährungsthemen einsteigen.

Es tut sich immer etwas Neues auf dem Markt und die Trainerinnen können sich hier gezielt verwirklichen. Eine liebt Ernährung und bildet sich in dieser Richtung weiter, die andere steht auf Power Circle und möchte Frauen mit HIIT-Training an ihre Grenzen bringen.

Die dritte interessiert sich für Fusionetics zur Faszienarbeit und arbeitet mit den Frauen daran, ihre Verklebungen zu lösen. Diese Vielfältigkeit ist wichtig, um permanent zu nutzen, was in unserem Beruf alles möglich ist. So bleibt die Arbeit interessant und abwechslungsreich.

Welche Rolle spielen qualifizierte und motivierte Mitarbeiterinnen für die Unternehmensweiterentwicklung und die digitale Transformation Ihrer Studios?

Unsere Mitarbeiterinnen waren für die sehr raschen Digitalisierungsprozesse während der Pandemie extrem wichtig. Jede Einzelne hat ihre Fähigkeiten zur Erstellung von Videos, zur Durchführung von Zoom-Meetings für das persönliche Trainergespräch oder für den digitalen Kundenkontakt eingebracht. Wir leben davon, dass die Trainerinnen motiviert sind. Ich kann keine sechs Clubs allein durch eine COVID-Phase stemmen.

Das Engagement der Mitarbeiterinnen ist elementar, um auf unsere Mitglieder zuzugehen, sie zu motivieren und aufzufangen. Sie haben die Kundinnen einzeln angerufen und gefragt: Was brauchst du jetzt? Was können wir für dich tun? Können wir dir ein digitales Training nach Hause liefern? Magst du auf unsere Plattform kommen? Wollen wir virtuell ein persönliches Trainergespräch führen?

Ohne diese Unterstützung und das Commitment, dass wir jetzt alle zusammen helfen, hätten wir es nicht geschafft.


Über die Interviewpartnerin

Isabella Kling ist Inhaberin von sechs Mrs.Sporty Clubs. Die Linzerin wurde mit dem Titel Best Franchisee of the World 2019 ausgezeichnet und beschäftigt derzeit 37 Mitarbeiterinnen.


Perspektiven 2022 – weiteres Interview:

Tim Josko, Geschäftsführer der Josko Fitness GmbH, setzt auf familiären Zusammenhalt: „Bedürfnis nach individuellen Lösungsansätzen“.


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fMi 06/2021