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Erfolgreich mit Betrieblichem Gesundheitsmanagement

40 Prozent seines Umsatzes erwirtschaftet das POM Gesundheitszentrum Jena bereits heute mit BGM, in drei Jahren sollen es zwischen 60 und 70 Prozent sein. Tilmann Süß setzt auf Kooperationen mit Unternehmen, auf das Netzwerk „Betriebliche Gesundheitsförderung Thüringen“ und auf „Buerobic“.

40 Prozent seines Umsatzes erwirtschaftet das POM Gesundheitszentrum bereits heute mit Betrieblichem Gesundheitsmanagement, in drei Jahren sollen es zwischen 60 und 70 Prozent sein. Einfach nur ein Rabattmodell zu haben, sei nicht sein Anspruch, erklärt Tilmann Süß, Geschäftsführer und Gesellschafter des POM Gesundheitszentrums. Er setzt auf vielfältige Kooperationen mit zahlreichen Jenenser Unternehmen, auf das Netzwerk „Betriebliche Gesundheitsförderung Thüringen“ und auf „Buerobic“. fitness MANAGEMENT sprach mit dem 30-jährigen Sportwissenschaftler und Pädagogen, der sein Lehrjahr im Angkor Inter Fitness in Siem Reap, im Norden Kambodschas verbrachte.

Was für ein Blick! Das POM Gesundheitszentrum hält, was es auf seiner Webseite verspricht: Training über Jena. Seit seiner Eröffnung 2001 lädt das POM in die beiden obersten Ebenen des traditionsreichen „Bau 59“ ein. Mitten im Zentrum Jenas liegt der zwischen 1959 und 1965 als Forschungshochhaus des VEB Carl Zeiss Jena errichtete Zeiss Bau 59. Die 14. und 15. Etage haben ihren Reiz: das Stadtzentrum zu Füßen, den früheren Forschungsturm der Carl Zeiss AG vor Augen und das weite Thüringer Land mit der Leuchtenburg im Blick.

Weitblick bewies auch Tilmann Süß, als er mit seinem Gesellschaftspartner darüber nachdachte, wie es gelingen könnte, das POM Gesundheitszentrum in den Bereichen Gesundheitsförderung, Therapie und Fitness noch kundenorientierter aufzustellen. Seine sportliche Leidenschaft als Judoka und Sambo-Kämpfer, eine Mischung aus Judo und Ringen, und sein pädagogisches wie strategisches Interesse, Menschen in Bewegung zu bringen, erwiesen sich für dieses Vorhaben als förderlich. Während seines Bachelor-Studiums der Sportwissenschaften in Jena erhielt er über den Hochschulsport das Angebot, im POM Gesundheitszentrum als Trainer und Kursleiter zu arbeiten. Sein anschließendes Lehramtsstudium in den Fächern Sport und Politische Wissenschaft entsprach seinem Wunsch, Menschen mit Begeisterung Neues zu vermitteln.

Apropos Weitblick. Zwischenzeitlich hatte sein gut vernetzter wie umtriebiger Geschäftspartner Gernot Heckel in Siem Reap, im Norden Kambodschas, das Angkor Inter Fitness eröffnet. „Das erste Studio mit westlichem Standard. Regelmäßig ist von uns Personal vor Ort, um unseren Standard und Qualität in der Ausbildung von einheimischen Trainern zu gewährleisten“, wie Tilmann Süß betont. Das Angebot, als Assistent der Geschäftsführung in einem Gesundheitszentrum für einen begrenzten Zeitraum mitzuarbeiten, kam wie gerufen. „Ich hatte die Möglichkeit, nach Studienende Auslandserfahrung zu sammeln, meine Sprachkenntnisse zu erweitern und schrittweise Führungsverantwortung zu übernehmen“, blickt er dankbar bei allen familiären Verpflichtungen als junger Vater einer Tochter auf das Jahr in Südostasien zurück.

"Buerobic" - das von Tilmann Süß und Gernot Heckel entwickelte PC-gestützte Trainingsprogramm am Arbeitsplatz

Eckdaten des POM: 1.800 qm Gesamtfläche, 15 Mitarbeiter (davon 1 DHfPG-Bachelor-Absolvent "Gesundheitsmanagement"), 12 Wettbewerber im Umkreis von 3 km, ca. 1.000 Mitglieder, Durchschnittsalter 45 Jahre, 40 % Frauen, mehr als 100 Kurse, 12 oder 24 monatige Vertragsdauer / 60,-/70,- Euro Beitrag brutto (50,- Euro für Studenten)

Zurück in Jena. „Die Rückkehr ins POM war für mich wie eine alte, wieder aufgeflammte Liebe“, so Tilmann Süß. Kein Wunder, dass er sich entgegen seiner ursprünglichen Planung  entschied, statt mit dem Referendariat zu beginnen, auf das Angebot seines Geschäftspartners einzugehen und die Geschäftsführung des POM zu übernehmen. Allen Herausforderungen zum Trotz, der Anfang hätte schwieriger ausfallen können. „Das über die Jahre aufgebaute und gepflegte Netzwerk meines Geschäftspartners in die Jenenser Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ist die Basis für den aktuellen Erfolg des POM“, weiß Tilmann Süß die Verdienste seines Partners zu würdigen.

Heute, acht Jahre nach der Eröffnung, erwirtschaftet das POM Gesundheitszentrum bereits 40 Prozent des Umsatzes mit seinen Aktivitäten auf dem Gebiet „Betriebliches Gesundheitsmanagement“, Tendenz steigend. Tilmann Süß hat eine klare Vorstellung von dem, wie sich das Geschäftsmodell BGM weiterentwickeln wird. „In drei Jahren, 2021, soll das POM zwischen 60 und 70 Prozent seines Gesamtumsatzes aus der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF), dem Arbeitsschutz und dem Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) erzielen.“ Der 30-Jährige hält inne, denkt kurz nach und ergänzt: „Ja, zwei Drittel, das ist das Ziel.“

Der Anfang ist gemacht. Im Bereich BGF arbeitet das POM Gesundheitszentrum heute zusammen mit 31 Unternehmen, vornehmlich sind es kleine und mittlere Unternehmen. Stolz verweist Tilmann Süß da-rauf, dass nur zwei Firmen in den letzten Jahren ihre Aktivitäten verlagert, alle anderen die Zusammenarbeit fortgeführt hätten. Der Einstieg erfolgt häufig über im Unternehmen oder im POM durchgeführte Schnupper- oder Gesundheitstage. Die Ausrichtung ist klar. Tilmann Süß möchte als Sportwissenschaftler und Pädagoge bei den Arbeitnehmern die Lust auf Bewegung wecken und das Gesundheitszentrum als Partner ins Gespräch bringen.

Ein Rabattmodell „darf nur der Einstieg sein“.
Aus den Einstiegsveranstaltungen ergeben sich häufig Folgeengagements, vielfach Präventionskurse in Form von Rückenschulungen oder Laufkursen. Stets gehen Tilmann Süß und sein Team dabei auf die Vorschläge ihrer Kunden ein. Als Dienstleister verfährt er so, wie es der jeweilige Partner gerne hätte: einmalig oder wiederholend, begrenzt beispielsweise auf 10 Kurse oder auf ein Jahr, die Ausstattung im Unternehmen nutzend oder zurückgreifend auf ein Set mitgebrachter Matten und Kleingeräte, im Unternehmen oder im POM-Zentrum.

Andere Unternehmen nutzen das angebotene Rabattmodell, bei dem der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern einen Zuschuss für eine Mitgliedschaft im POM gewährt. Tilmann Süß aber will mehr: „Der Abschluss eines Rabattmodells ist nicht mein Anspruch. Eine solche Kooperation darf nur der Einstieg sein.“ Auf die Frage nach dem Warum zitiert Tilmann Süß sinngemäß Oliver Walle, Dozent an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement. „Ein Rabattmodell dient nur dazu, dass die Gesunden immer gesünder werden, die Sportaffinen noch mehr Sport treiben“, erinnert er sich an die äußerst interessante wie lehrreiche Präsenzphase im Rahmen des BSA-Lehrganges „Fachkraft für Betriebliches Gesundheitsmanagement“. „Wir aber wollen alle die gewinnen“, so Oliver Walle weiter, „die noch keinen Sport oder wenig Fitness betreiben. Das schaffen wir nur durch eine enge Kooperation mit dem Unternehmen über das Rabattmodell hinaus.“

Der Kontakt mit dem Universitätsklinikum Jena zeigt beispielhaft, wie sich Tilmann Süß eine Zusammenarbeit vorstellt. Partner des Uniklinikums für Präventionskurse ist die Techniker Krankenkasse (TK), das POM Gesundheitszentrum wiederum offizieller Partner der TK. Das POM bietet für Klinikmitarbeiter mittwochs in der Zeit von 12.00 bis 17.00 Uhr drei bis vier 45-minütige Rückenschulungen an. Bis zu 80 Mitarbeiter nutzen derzeit das Angebot „Rücken & Balance“.

Laufkurse mit Tilmann Süß im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF)

„Zusammen sind wir viel stärker.“
Zusammenarbeit, Partnerschaften und Kooperationen misst Tilmann Süß eine große Bedeutung bei. „Zusammen sind wir viel stärker“, bringt er sein Verständnis auf den Punkt. So ist das Gesundheitszentrum Mitbegründer des Netzwerkes „Betriebliche Gesundheitsförderung Thüringen“, einem Verbund von derzeit 20 Fitness- und Gesundheitsanlagen mit dem gemeinsamen Ziel, Thüringer Firmen und ihren Mitarbeitern BGF-Maßnahmen in einer einheitlich hohen und abgesicherten Qualität im gesamten Bundesland anzubieten, gleich, ob am Wohnort oder am Firmenstandort. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, sei man laufend auf der Suche nach weiteren Partnern.

Im Bereich Arbeitsschutz begleitet das POM derzeit zehn Firmen vornehmlich bei Fragen der Arbeitsplatzergonomie. Auch hier verweist der Geschäftsführer auf die Zusammenarbeit mit externen Fachleuten und deren jahrelange Erfahrung.

Die unternehmerischen Herausforderungen „Wiedereinführung nach Arbeitsunfähigkeit“ und vor allem „Unterstützung in der Vorbeugung vor erneuten Ausfällen“ bündelt das POM Gesundheitszentrum im Bereich „Betriebliches Eingliederungsmanagement“ (BEM). Dazu haben Tilmann Süß und Gernot Heckel das PC-gestützte Trainingsprogramm am Arbeitsplatz „Buerobic“ entwickelt. „Buerobic will Haltungs- und Bewegungsbeschwerden reduzieren, das Ausfallrisiko vermindern und die Konzentration der Mitarbeiter steigern“, führt er aus. Das insgesamt neunminütige Trainingsprogramm für die unteren und oberen Extremitäten sowie den Rumpf will Freude an der Bewegung vermitteln und Mitarbeiter anleiten, auch am Arbeitsplatz in Bewegung zu investieren. Der Mitarbeiter entscheidet dabei, wann er wie lange in seiner Pause aktiv sein möchte. „Das Unternehmen kann das Bewegungspotenzial seiner Mitarbeiter beispielsweise durch Wettbewerbe unter den Abteilungen mit ausgelobten Preisen weiter fördern“, fügt er an. Alle drei Monate werden neue Übungen in einer Choreographie eingespielt. „Mit Buerobic bieten wir Fitnessstudios ein Tool, wie sie den Einstieg in ein Unternehmen schaffen oder ein bestehendes Paket erweitern können“, fasst Tilmann Süß seine Idee zusammen. Von dem Erfolg ist er überzeugt. 100 Mitarbeiter hat er mit dem ersten Partner „Kinder- und Jugendhäuser Jena“ bereits für Buerobic gewonnen. „Weitere Firmen haben zwischenzeitlich Interesse signalisiert. Daher rechne ich bis Ende des Jahres mit bis zu 1.000 Mitarbeitern.“

Bewusstsein „hin zu mehr Bewegung“
Das Betriebliche Gesundheitsmanagement ist für Tilmann Süß eine strategische Aufgabe, eine Managementaufgabe. Ziel sei es, „im gesamten Unternehmen den Bewusstseinswandel hin zu mehr Bewegung aktiv zu begleiten“. Dass im Alltag die Grenzen zwischen BGM, BGF und BEM nicht so klar sind und viele, hauptsächlich Personalverantwortliche mit BGM- oder BGF-Verantwortung, sich bei aller strategischen Abstimmung im gleichen Atemzug auch entsprechende Maßnahmen für die Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Mitarbeiter wünschen, nimmt er entspannt zur Kenntnis: „Das Wichtigste ist erreicht, wenn wir Menschen in Bewegung bringen.“

Tilmann Süß steht am Fenster, sein POM Gesundheitszentrum im Blick. Die Frage nach einer möglichen Expansion hat er für sich schon beantwortet. Nicht ob Expansion ist für ihn die Frage, sondern wann. „Ja, eine Erweiterung der aktuell 1.800 Quadratmeter großen Anlage halte ich für durchaus denkbar. Sie hängt entscheidend davon ab, wie schnell wir im Bereich Betriebliches Gesundheitsmanagement wachsen.“ Spätestens 2021 bei einem erwarteten Umsatzanteil von 60 bis 70 Prozent im Bereich BGM am Gesamtumsatz wird Tilmann Süß nicht nur die Aussicht aus der 14. und 15. Etage im Blick haben, sondern auch die Expansion des POM.

www.pom-zentrum.de

Tilmann Süß, Geschäftsführer und Gesellschafter des POM Gesundheitszentrums (Planet of Motion) in Jena

Den vollständigen Artikel finden Sie in mfhc Ausgabe 02/2018

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