Fitness, Markt, Anzeige | Autor: Anke Sörensen |

EMS-Franchise Erfolgsstory in Südafrika: „Ich schätze die Freiheit und Vielseitigkeit hier”

Boris Leyck wanderte 2007 nach Südafrika aus, wo er mit einem Franchisekonzept vierzig EMS-Studios eröffnet hat und weiter expandieren will. Für die fitness MANAGEMENT international (fMi) ist er nicht nur wegen dieser Erfolgsstory interessant, sondern auch, weil er der Leser ist, der am weitesten von uns entfernt lebt. Grund genug, ihn zu ungewöhnlichen Entscheidungen, seiner Liebe zu Zweirädern, dem EMS-Markt und seinem Leben in Kapstadt zu befragen.

Johannesburg, Pretoria, Durban, Kapstadt: EMS-Training in Südafrika

Eigentlich sollte es nur ein Zwischenstopp werden. Als Boris Leyck 2007 Deutschland verließ, spielte Fußball beruflich die Hauptrolle in seinem Leben.

Nach einem Studium der Sportökonomie in Bayreuth hatte er beim Deutschen Fußball-Bund die Organisation von Länderspielen, DFB-Pokal- und Champions League Finalen betreut und anschließend als Marketing- und Eventmanager der Deutschen Telekom beim 'Sommermärchen' 2006 weiter Karriere gemacht.

Südafrika statt Brasilien

Im Zuge der FIFA Fußball-WM 2010 machte er sich selbstständig und ging nach Südafrika mit dem Ziel, danach in Brasilien die WM 2014 vorzubereiten. Doch dann kam alles anders.

Im März 2010 war Leyck bei einem ehemaligen Studienkollegen in München zu Gast und probierte in dessen neu eröffnetem Bodystreet-Studio sein erstes EMS-Training aus. Die Technologie von miha bodytec begeisterte ihn dermaßen, dass er sofort beschloss, in Kapstadt ein eigenes EMS-Studio zu eröffnen.

Überzeugungsarbeit und Expansionspläne

Seine niederländische Frau Sandra reagierte zunächt skeptisch auf die Pläne und dachte „I lost the plot”, erzählt der gebürtige Frankfurter. Um sie von der Idee zu überzeugen, flogen beide erneut nach Deutschland.

10.000 Kilometer Flug für 20 Minuten Probetraining klangen zwar verrückt, lohnten sich aber langfristig doch: In den vergangenen acht Jahren eröffneten die beiden als eingespieltes Team jedes Jahr vier bis sechs neue BODYTEC-Studios im Franchisesystem.

Corona-Krise durchkreuzt Expansionspläne

Während der Fünfzigjährige sich um die Bereiche Finanzen und Operation kümmert sowie das Konzept weiterentwickelt, ist Sandra Leyck für Marketing, Expansion und Standortauswahl zuständig.

Geplant waren zehn weitere Studios in den nächsten zwei Jahren, doch durch die Corona-Pandemie wurde erst einmal ihre Expansionsstrategie durchkreuzt. Zurzeit ist, wie überall auf der Welt, Krisenmanagement gefragt, denn in Südafrika ist man als Unternehmer auf sich allein gestellt und kann kaum mit staatlicher Unterstützung rechnen.

Südafrikas Fitnessszene ist outdooraffin

Aufgrund  der milden klimatischen Bedingungen sind Outdooraktivitäten wie Wandern, Laufen, Fahrradfahren, Surfen und Mountainbiken in Südafrika ganzjährig möglich und sehr beliebt.

Die dortigen Krankenkassen subventionieren einen aktiven, gesunden Lebensstil und belohnen ihn mit Award-Programmen wie vergünstigten Flügen, Preisnachlässen auf Mitgliedsbeiträge im Fitnessstudio oder beim Kauf gesunder Lebensmittel.

Auf zwei Rädern durch Südafrika

Das passt perfekt: „In meiner Freizeit bin ich am liebsten auf zwei Rädern unterwegs, auf dem Rennrad, Mountain- oder Motorbike”, so der Fitnessfreak.

„Wir haben schon viele Motorbike-Adventure-Trips hinter uns gebracht, von Kairo bis Kapstadt und Amsterdam bis Ulaanbaantar in der Mongolei. Ich wünsche mir noch viel Zeit, um mit dem Motorrad den faszinierenden afrikanischen Kontinent weiter zu entdecken.”

EMS-Training als Premiumangebot

Beruflich will Boris Leyck die Etablierung des EMS-Marktes in Südafrika weiter vorantreiben, getreu dem Credo: „The Purpose of BODYTEC is to Make People Stronger: Get Stronger, Feel Stronger, Look Stronger”. Bisher findet man EMS-Studios nur in den Ballungszentren Johannesburg, Pretoria, Durban und Kapstadt.

Für südafrikanische Verhältnisse ist das Training ein Nischenangebot und relativ teuer. Das Durchschnittseinkommen liegt bei 20.000 Rand, circa 1.200 EUR. Zwar ist die Zielgruppe um ein Vielfaches kleiner als im deutschsprachigen Raum, trotzdem sind bei 60 Millionen Einwohnern etwa 140 Anbieter auf dem Markt.

Die größten, BODYTEC und Body20, leiten insgesamt circa 80 Studios, hinzu kommen 60 individuelle Anbieter. Das Konzept unterscheidet sich nicht von Deutschland. Eröffnet werden Mikrostudios mit zwei bis vier EMS-Geräten, an denen jeder Kunde einmal pro Woche 20 Minuten mit einem Personal Trainer trainiert.

Dabei liegt der Fokus auf einer optimalen Trainingsbetreuung, die sich an den Zielen und Erwartungen der Kunden – beispielsweise Zeitersparnis – orientiert. Das Klientel ist zwischen 35 und 55 Jahren alt, zu 70 Prozent weiblich und zu 30 Prozent männlich.

Networking aus der Ferne

Um einen guten Überblick über den aktuellen Stand der Fitnessbranche in der DACH-Region und die Entwicklungen auf dem deutschen EMS-Markt – dem Ursprungsland des EMS – zu behalten, hat Boris Leyck seit 2012 die fMi abonniert.

Zweimal im Jahr fliegt er nach Deutschland und tauscht sich mit deutschen EMS-Anbietern wie fitbox, Körperformen und Bodystreet aus, nutzt die FIBO zum Networking und trifft Freunde und Familie.

Leben, wo andere Urlaub machen

Die Entscheidung, langfristig in Südafrika statt in Brasilien zu leben, hat er nie bereut – schon allein weil die Lebensqualität in Kapstadt und Umgebung kaum zu übertreffen ist. Die Landschaft, Kulinarik und das Klima sprechen für sich.

Nicht umsonst wurde Kapstadt sieben Jahre in Folge mit dem Telegraph Travel Award als beste Stadt der Welt ausgezeichnet.

Südafrika bietet viele Freiheiten

„Persönlich schätze ich vor allem die Freiheit in Südafrika. Gerade weil nicht immer alles perfekt organisiert und geregelt ist, bietet das Land sehr viele Freiheiten“, schwärmt Boris Leyck.

„Hier herrscht eine unglaubliche Vielseitigkeit, wir sind eine echte Regenbogennation mit vielen unterschiedlichen Kulturen und Traditionen, haben elf offizielle Landessprachen und zahlreiche weitere Stammessprachen und Dialekte.”

Den vollständigen Artikel finden Sie in fMi 04/2020

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fMi 04/2020

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