Ernährung, Fitness, Gesundheit | Autor/in: Florian Schmidt & David Köndgen |

Spinat: Grüner Powerstoff, Muskel-Booster und Diskussions-Thema

Spinat stärkt die Muskeln – das wusste schon Popeye der Seemann. Dem grünen Blattgemüse werden viele positive Wirkungen auf die Gesundheit zugesprochen. Welche das konkret sind und warum spezielle Inhaltsstoffe des Spinats aktuell rund um den 'Popeye-Effekt' heiß diskutiert werden, erfahren Sie in unserem Artikel zum Tag des Spinats.

Spinat spaltet wie kein anderes Gemüse seit jeher die Gemüter: Liebhaber stehen seit der Kindheit total auf das grüne Blattgemüse, vielen anderen graut es bereits beim bloßen Anblick der 'grünen Pracht'.


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Man kann ihn mögen oder nicht, aber Fakt ist: Der Spinat beinhaltet sehr viele gesundheitsförderliche Inhaltsstoffe und ist ein Allrounder in der Küche

Spinat: Gesunder Powerstoff für die Zellen 

Spinat besteht zu 91 Prozent aus Wasser und hat pro 100 Gramm gerade einmal 3,6 Gramm Kohlenhydrate – die perfekte Wahl also für eine Low-Carb-Ernährung. Er enthält viele nützliche Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, die sich nachweislich positiv auf beispielsweise den Blutdruck sowie die Venengesundheit auswirken.

Die im Spinat enthaltenen Antioxidantien schützen vor freien Radikalen, oxidativem Stress und können das Risiko für Diabetes und Krebserkrankungen senken.

Lesen Sie hierzu auch diese beiden Studien (beide in engl.): Sekundäre Pflanzenstoffe als Gesundheitsförderer in Gemüse (Galactolipids as Potential Health Promoting Compounds in Vegetable Foods) und Impact of spinach consumption on DNA stability.

Spinat als Muskel-Booster

Des Weiteren können die im Spinat enthaltenen Nitrate das Muskelwachstum aktiv unterstützen. Das belegt eine Studie des Karolinska-Instituts aus Schweden.

Die Nitrate, wie sie natürlicherweise im Spinat vorkommen, bewirken in den Zellen einen besseren Sauerstofftransport und fördern somit indirekt auch das Muskelwachstum – allerdings nur, sofern der Spinat nicht aus der Dose stammt und möglichst frisch zubereitet wird. Deshalb sollten Fitnesssportler – wenn möglich – immer die frische Variante bevorzugen

'Popeye-Effekt' – ein heiß diskutiertes Thema

Der sogenannte 'Popeye-Effekt' hingegen sorgt bereits seit Längerem für heiße Diskussionen. Der natürliche Inhaltstoff Ecdysteron, ein pflanzliches Phytosteroid, das in speziellen Nahrungsergänzungsmittel, aber auch natürlich im Spinat vorkommt, steht seit längerem in der Kritik, in der Vergangenheit im russischen Leistungssport zu Dopingzwecken eingesetzt worden zu sein.

Deshalb ist ein Forscherteam der Freien Universität Berlin dem 'Popeye-Effekt' in einer Studie weiter auf den Grund gegangen und lieferte jüngst interessante Ergebnisse. (Lesen Sie auch: Muss Spinat auf die Dopingliste?).

IM VIDEO: Doping mit Spinat? Wissenschaftlerin fordert Regelreform

Die Forscher konnten in ihrer Studie mit 46 Sportlern eine entsprechende Leistungssteigerung durch Ecdysteron in Verbindung mit einem zehnwöchigen Krafttraining nachweisen.

Ecdysteron sorgt für Kraftzuwachs

Im Vergleich zur Placebo-Gruppe konnte die Ecdysteron-Gruppe dreimal höhere Kraftzuwächse verzeichnen als die Kontrollgruppe.

Dass diese Effekte so groß ausfielen, verblüffte selbst die Berliner Forscher um Prof. Dr. Maria Paar, weshalb Sie dafür plädierten, zukünftig darüber nachzudenken, diesen Stoff auf die internationale Dopingliste der WADA aufzunehmen.

Spinat vom Speiseplan verbannen?

Die jüngste Debatte rund um den 'Popeye-Effekt' zeigen, dass sich um das Blattgemüse immer wieder Mythen und Diskussionen ranken.

Nichtsdestotrotz gehört der Spinat mit seinen zahlreichen positiven Effekten nach wie vor auf den Speiseplan. Egal, ob als Salat, Gemüse, Suppe oder Smoothie – Popeyes Liebling ist ein wahres Allround-Talent, auf das Sie in der Küche keinesfalls verzichten sollten.

Mehr zum Thema: 'Die große Spinat-Verschwörung'