Ernährung, Fitness, Gesundheit | Autor: Anke Sörensen |

Warum schlechte Fitness zu Diabetes führen kann

Eine US-amerikanische Studie analysiert den Zusammenhang zwischen Fitness, Gewicht und Insulinresistenz, einem Risikofaktor für die Typ-2-Diabetes-mellitus-Erkrankung. Erstmals wird dazu eine große Zahl gesunder Teilnehmer untersucht.

Fitness schützt vor Diabetes

Insulinresistenz kann selbst bei ansonsten gesunden Menschen auftreten und erhöht das Risiko, an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken. Außerdem stellt sie eine Gefahr für Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettstoffwechselstörungen und Übergewicht da. Liegen diese Erkrankungen gemeinsam vor, spricht man vom metabolischen Syndrom.

Im American Journal of Medicine wurde jetzt eine Studie des Cooper Institutes veröffentlicht, für die die Autoren die Daten von über 67.000 Personen (48.433 Männer und 19.263 Frauen) ohne Vorgeschichte in Bezug auf Diabetes oder Herzerkrankungen untersucht hatten.


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Die Probanden

Die Studienteilnehmer wurden an der Cooper-Klinik in Dallas, Texas eingeschrieben, ihr jeweiliger Fitnessgrad über Laufbandtests ermittelt. Es wurde eine Querschnittsanalyse der kardiorespiratorischen Fitness, des Body-Mass-Index und der Marker für Insulinresistenz durchgeführt.

Zum Hintergrund

Dass körperliche Fitness vor Insulinresistenz schützen kann, ist kein neues Thema. Der Zusammenhang zwischen Fitnesslevel, Gewicht und Insulinresistenz wurde aber zuvor noch nie an einer derart großen Population gesunder Erwachsener untersucht. Der Fokus lag auf der Frage, ob Fitness vor der im Volksmund auch Zuckerkrankheit genannten Krankheit schützt.

Sport als Prävention

Die Studie zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen Fitnesszustand, Gewicht und einer Insulinresistenz. Schon frühere Studien belegen, dass ein gesunder Lebensstil mit regelmäßiger körperlicher Aktivität ein wichtiger Bestandteil in der Prävention und Therapie des Typ 2 Diabetes mellitus ist. Es besteht ein breiter Konsens, dass eine effiziente Diabetes-Prävention und Therapie von einer Modifikation des Lebensstils begleitet sein müsse.

Die Forschungsergebnisse

Die aktuelle Studie analysiert, wie wichtig körperliche Fitness zur Prävention ist. Bei normalgewichtigen Personen ergab ein schlechter Fitnesszustand bei Frauen die 2,2-fache, bei Männern die 2,8-fach höhere Wahrscheinlichkeit, an einer Insulinresistenz zu erkranken. Diese Wahrscheinlichkeit stieg an, je schlechter es um die Fitness der Teilnehmer stand und je mehr Gewicht sie auf die Waage brachten.

Den höchsten Risikofaktor, eine Odds Ratio von 20,3, weist die Gruppe der unsportlichen adipösen Frauen auf. Die Wissenschaftler kamen zu der Schlussfolgerung, dass ein niedriges Fitnesslevel unabhängig vom Gewicht mit dem Risiko einer Insulinresistenz assoziiert ist.

Auf gesunden Lebensstil umsteigen

Regelmäßiges Training erhöht das Fitnesslevel und senkt gleichzeitig dieses Risiko. Am deutlichsten profitieren adipöse Frauen von einer Umstellung ihrer Lebensweise hin zu mehr Bewegung und gesundem Lifestyle.

Sie  sollten das Herz-Kreislaufsystems trainieren und ihre Muskulatur kräftigen, also den Energieverbrauch steigern und die Inaktivität reduzieren. Für einen substanziellen gesundheitlichen Nutzen werden wöchentlich mindestens 150  Minuten aerobe körperliche Aktivität mit mittlerer oder höherer Intensität empfohlen plus muskelkräftigende Bewegungen, die dauerhaft in den Alltag integriert werden.

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