Digital, Management | Autor: Prof. Dr. Marco Speicher und Florian Schmidt |

Digitalisierungsimpulse für Fitnessstudios

Die Digitale Transformation hat durch die Corona-Krise nochmals einen immensen Schub erhalten. Sie bietet Fitnessunternehmen zahlreiche Chancen und Potenziale, die bisher aber nur die wenigsten in vollem Umfang für sich nutzen. Die praxisnahen Digitalisierungsimpulse liefern wertvolle Ansatzpunkte dafür, wie Betreiber, Trainer und Mitglieder von der gezielten Studiovernetzung langfristig profitieren können.

Neue Mehrwerte durch gezielte Vernetzung – Chancen und Potenziale für Fitnessunternehmen

In der Digitalen Transformation der Fitness- und Gesundheitsstudios ist das oberste Ziel, Arbeitsprozesse fortlaufend zu rationalisieren, Trainingssysteme zu optimieren, die Betreuung durch Web- bzw. App-Erlebnisse zu individualisieren, menschliche Fehler zu reduzieren, Mitarbeiter zu entlasten sowie Kosten durch den Einsatz von digitalen Tools zu senken.


 


Um diesem Ziel einen weiteren Schritt näherzukommen, werden im Folgenden einige praxisnahe Digitalisierungsimpulse sowie konkrete Umsetzungsfelder skizziert, die perspektivisch für eine noch bessere Studiovernetzung und neue Kundenmehrwerte sorgen können.


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Des Weiteren kann über Beacons (Elektronisches Leuchtfeuer bzw. Hardware-Sender auf Basis von Bluetooth-Low-Energy [BLE] Signalen) oder QR-Codes an den Geräten das Trainingserlebnis zusätzlich gesteigert werden.

Durch innovative digitale Inhalte, wie z. B. interaktive Trainingsvideos oder spezielle Workout-Challenges, haben Kunden mehr Wahlmöglichkeiten. Das sorgt für noch mehr Abwechslung und Motivation beim Training. In Sachen Motivation spielt der Trainingserfolg eine entscheidende Rolle.

Deshalb sollten sich Betreiber die Frage stellen, wie Trainingsfortschritte im Rahmen der Customer Experience künftig noch besser sichtbar und erlebbar gemacht werden können.

Mittels Tablets, Screens, VR-Brillen oder anderen technischen Gadgets haben Trainer hier jede Menge neue Möglichkeiten, um Erfolge direkt erkennbar und nachvollziehbar zu machen.

Gamification als weiterer wichtiger Motivationsfaktor

Über fitnessspezifische Spiele und Wettkämpfe (z. B. digitale Ruderergometer-Rennen, virtuelle Cycling- und Running-Touren oder fordernde Workout-Challenges sowie Fitnessbattles fürs Studio und/oder das Training zu Hause) können Betreiber wettbewerbsorientierten Fitnesssportlern eine digitale Plattform bieten, um sich – allein oder gemeinsam – auszupowern und sich gleichzeitig mit anderen Mitgliedern zu messen.

Solche digitalen Zusatzangebote können künftig für noch mehr gemeinsame Interaktion, Spaß und Entertainment sorgen und dadurch auch die Studiocommunity positiv beeinflussen.


 


Etablierung von digitalen Incentive-Programmen

Für viele Studios wäre ein additives digitales Incentive-Programm ebenfalls sinnvoll. Solche spezifischen Programme dienen dazu, Kunden oder auch Mitarbeiter (hier alternativ über Boni für positives Kundenfeedback, gute Verkaufszahlen o. Ä.) zusätzliche Motivationsanreize zu bieten. Für Studios bietet sich hier die Gelegenheit, ein motivierendes, interaktives Belohnungssystem zu etablieren.

Über die eigene Studio-App könnten beispielsweise abwechslungsreiche Workout-Challenges und optimale Trainingszeiten angeboten werden. Auf Grundlage der persönlichen Basisinformationen des Kunden, wie u. a. Alter, Körpergröße, Gewicht oder individuelle Trainingsziele, könnten diese Fitnessherausforderungen mithilfe von Computeralgorithmen zukünftig automatisch erstellt und auch ausgewertet werden.

Die Zielerreichung (regelmäßige Studiobesuche, Abnehmziele, Trainingsfortschritte usw.) wird dann automatisch an attraktive Mitgliedschaftsrabatte, Treuepunkte für kostenlose Personal-Training-Stunden oder ähnliche Gutscheine gekoppelt.

In Verbindung mit einem funktionierenden Customer-Relationship-Management (kurz: CRM) unterstützt solch ein strukturiertes Incentive-Programm somit die Kundenbindung, reduziert Fehler sowie Informationsverluste und sichert auch in stressigen Phasen die Kundennähe. Ebenfalls ergeben sich dadurch zusätzliche Möglichkeiten für personalisierte Marketing- und Werbeaktionen.


Fazit

Die vorgestellten Impulse bieten Betreibern und Trainern unterschiedliche Ansatzpunkte, um die digitale Vernetzung des eigenen Studios weiter voranzutreiben. Durch eine optimale Vernetzung aller Bereiche profitieren Betreiber, Trainer und Mitglieder gleichermaßen.

Wer hier ganzheitlich und professionell agieren will, muss die digitalen Potenziale und Möglichkeiten für sein Unternehmen gewinnbringend nutzen und gezielt in den Ausbau der eigenen Infrastruktur sowie in die Mitarbeiterqualifizierung investieren.


Über die Autoren

Prof. Dr. Marco Speicher ist Dozent an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG). Er promovierte zum Thema 'Measuring User Experience for Virtual Reality' und war wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI).

Florian Schmidt absolvierte nach einem Hotelmanagement-Studium und mehreren Jahren Berufserfahrung in der internationalen Hotellerie zusätzlich ein Master-Studium in Sportwissenschaft. Er ist als Dozent, Wissenschaftsredakteur und Tutor für die Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und die BSA-Akademie tätig.

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