mfhc: Als es nach dem Schulabschluss um die weitere berufliche Zukunft ging, haben Sie sich für den B. A. Sport- und Bewegungstherapie entschieden. Was hat Sie besonders gereizt?
Joshua Kampa: Am B. A. Sport- und Bewegungstherapie hat mich insbesondere die Vorstellung gereizt, eine Basis an Grundwissen zu erlangen über die Entstehung und Rehabilitation verschiedener Verletzungen des Bewegungssystems.
Wissen allein reicht jedoch nicht aus, um ein guter Coach zu sein. Jedes Training stellt ein Zusammenspiel zwischen Trainer und Trainierendem dar. Hier kommt der praktische Teil des dualen Studiums ins Spiel.
Was sind für Sie die größten Vorteile des dualen Studiensystems der DHfPG?
Joshua Kampa: Durch das Fernstudium ist es mir möglich, meine Zeit flexibel einzuteilen, sodass Ausbildung, Studium und private Bedürfnisse parallel in meinem Alltag Platz finden. Dies bildet zugleich eine Aufgabe, die es zu lösen gilt, sowie im Umkehrschluss auch die Möglichkeit, daran zu wachsen.
Sie absolvieren den praktischen Teil Ihrer Ausbildung bei RC Physio. Was sind Ihre Aufgabenfelder?
Joshua Kampa: Den praktischen Teil absolviere ich auf der Trainingsfläche von RC Physio. Hier plane und betreue ich das Training unserer selbstzahlenden Mitglieder – als Personal Group Training.
Von älteren Menschen mit verschiedenen Beschwerden bis hin zu Athletinnen und Athleten unterschiedlichster Sportarten ist alles dabei. Ich betrachte Therapie und Performance als die zwei gegenüberliegenden Enden derselben Skala. Bei RC Physio komme ich mit beiden Bereichen in Kontakt.
Wo genau können Sie die Inhalte des Studiums in Ihrer alltäglichen Arbeit anwenden?
Joshua Kampa: Anatomische Zusammenhänge sowie die aktuelle Studienlage zu trainingswissenschaftlichen Themen bilden die Basis für die Traininngsplanung und -umsetzung. Diesbezüglich sind die Studienbriefe ein hervorragendes Nachschlagewerk, auf das ich gern zurückgreife.
Ein anderer persönlicher Vorteil entsteht für mich durch die Möglichkeit, Module flexibel zu buchen. So kann ich den Besuch am Stuttgarter Stützpunkt oft mit einem Familienbesuch verbinden.
Welche Vorteile sehen Sie für Unternehmen der Gesundheitsbranche, wenn diese auf dual Studierende setzen?
Joshua Kampa: Ein betrieblicher Ausbildungsanteil innerhalb des Studiums ermöglicht es, sämtliche Aspekte eines guten Therapeuten oder Trainers zu entwickeln – insbesondere Sozialkompetenz, die in einem rein theoretischen Studium schwer zu vermitteln ist.
Über die Interviewpartner
Zudem kann der Ausbildungsbetrieb individuelle Praktiken, Systeme und andere Einzelheiten des Unternehmens vermitteln, während die Hochschule ein standardisiertes Wissensniveau gewährleistet.
Nur durch eben diese Kombination aus wissenschaftlich fundiertem Fachwissen und praktischen Kompetenzen kann der Gesundheitssektor seiner Aufgabe gerecht werden.
Was ist für Ihre berufliche Zukunft geplant?
Joshua Kampa: Ich fühle mich im Team von RC Physio sehr wohl und möchte auch nach dem Bachelor weiterhin bleiben. Langfristig möchte ich mehr mit Athleten verschiedener Sportarten arbeiten – am liebsten irgendwann im Profisport!
Die nötige Kompetenz will ich mir durch meine Ausbildung, weiterführende Studiengänge, Fortbildungen sowie durch eigene Recherche aneignen. Da die Trainingswissenschaft noch immer große Fortschritte macht, lernt in diesem Bereich zum Glück niemand in naher Zukunft aus.
Herr Stäudel, wie ist RC Physio aufgestellt und welche Leistungen werden in den einzelnen Abteilungen angeboten?
Markus Stäudel: Der Inhaber von RC Physio ist Ron Conrad, er leitet die Abteilung Physiotherapie. Dort bieten wir von Krankengymnastik über Manuelle Therapie bis hin zur Osteopathie alle gesetzlichen und privaten Leistungen an, inklusive der erweiterten Ambulanten Physiotherapie.
Ich selbst bin sportwissenschaftlicher Leiter bei RC Physio und verantwortlich für die Abteilung Sporttherapie & Training. Mit meinem Team von Coaches und Therapeuten bieten wir Trainingstherapie mit Rezept für KGG und MTT/MAT und Selbstzahlerleistungen wie unser Personal Group Training oder Leistungsdiagnostik an.
Im Zentrum steht immer die persönliche Betreuung und die individuelle Trainingsplanung.
Was sehen Sie als Pluspunkte bei der Zusammenarbeit mit dual Studierenden der DHfPG?
Markus Stäudel: Wer später in der Praxis arbeiten möchte, kann durch die praktische Orientierung des Studiums schon gute Einblicke und Erfahrungen sammeln.
Auch für uns als Betrieb ist das attraktiv, weil wir schon während des Studiums die praktische Ausbildung mitgestalten und so einen Mitarbeiter ausbilden, der nach seinem Abschluss nahtlos in unser System und unsere Prozesse integriert werden kann.
Was sind für Sie die größten Vorteile des dualen Studiensystems der DHfPG?
Markus Stäudel: Das Studium ist vonseiten der DHfPG gut strukturiert und der Ablauf vorgegeben – wir haben wenig Aufwand. Gleichzeitig bleibt es flexibel, etwa bei der Modulplanung.
Wie integrieren Sie dual Studierende im Arbeitsalltag?
Markus Stäudel: Wir legen großen Wert auf eine hohe Betreuungsqualität im Training.
Das ermöglicht uns, Themen wie Trainingsplanung, Anatomie, Verletzungspathologie und Übungsausführung im Arbeitsalltag zu besprechen. So können wir studien- bzw. ausbildungsrelevante Themen unmittelbar in der Praxis erarbeiten.
Welche Vorteile sehen Sie für Unternehmen der Gesundheitsbranche, wenn diese auf dual Studierende setzen?
Markus Stäudel: Vor allem Qualität. Wir können als Ausbildungspartner direkt beeinflussen, wie gut Studierende in ihrer Arbeit sind. Dazu gehören Soft Skills, sportwissenschaftliche Kenntnisse, praktische Erfahrungen mit Übungsausführung und vieles mehr.
Gerade die Gesundheitsbranche leidet unter unzureichend qualifizierten Trainerinnen und Trainern. Wir können aber selbst dafür sorgen, dass Studierende eine hohe fachliche Qualität erlangen und sich auf Dauer von unqualifizierten Anbietern abheben können.
Was war das schönste Erlebnis mit dual Studierenden?
Markus Stäudel: Es ist immer toll, diese Aha-Momente zu sehen – wenn aus etwas lesen und hören echtes Verstehen wird.






