Das FIBO Future Forum 2026 stand am 18. und 19. April 2026 ganz im Zeichen von Innovation, Digitalisierung und Technologie. Die DHfPG und die BSA-Akademie präsentierten ein abwechslungsreiches Eventprogramm, das wissenschaftliche Erkenntnisse, technologische Entwicklungen und konkrete Anwendungsbeispiele zusammenbrachte und erlebbar machte. Das innovative Eventformat bot Besucherinnen und Besuchern Einblicke in die digitale Weiterentwicklung der Fitness- und Gesundheitsbranche.
KI, Gamification und Fitness 2050 im Fokus
Von Künstlicher Intelligenz im Training und Coaching über digitale Trainingswelten und Mixed-Reality-Anwendungen bis hin zu neuen Technologien für Motivation und Trainingserlebnis zeigte das Future Forum, wie eng Innovation und Alltagstauglichkeit inzwischen zusammengedacht werden.
Gleichzeitig machte das Programm deutlich, dass technologische Entwicklungen für Studios, Trainerinnen und Trainer sowie Gesundheitsanbieter vor allem dann relevant werden, wenn sie einen konkreten Mehrwert für Betreuung, Trainingserlebnis und Prävention schaffen und die fachliche Expertise und das Know-how der Anwender sinnvoll ergänzen.
Die digitale Zukunft der Fitness- und Gesundheitsbranche hautnah erleben
Der Messesamstag stand ganz im Zeichen digitaler Zukunftsszenarien. Bereits zum Auftakt richtete der Vortrag „Fitness 2050 – Holodeck trifft Digitalen Zwilling“ von Prof. Dr. Marco Speicher (Fachbereichsleiter Informatik an der DHfPG) den Blick auf ein Training, das durch immersive Mixed-Reality-Erlebnisse, digitale Zwillinge, Wearables und nachhaltige Lösungen immer individueller, vernetzter und smarter werden könnte. Die Verschmelzung von realer und digitaler Trainingswelt ist dabei bereits heute in ersten Anwendungen erkennbar und erlebbar.
Thomas Immich (Geschäftsführer der Centigrade GmbH) zeigte in seinem Vortrag, wie Gamification, motivierende User Experience und adaptive Feedbacksysteme künftige Fitnesskonzepte entscheidend beflügeln können. Gerade die Verbindung aus Technologie, Spielmechanik und individueller Rückmeldung eröffnet neue Möglichkeiten, um Menschen dauerhaft zu Bewegung und gesundheitsorientiertem Verhalten zu motivieren.
Mensch vs. KI oder doch sinnvolle Symbiose?
Auch die Rolle des Menschen im digitalisierten Trainingsalltag wurde beleuchtet. So stellte DHfPG-Experte Dr. Andreas Barz die Frage, welche Bedeutung Trainerinnen und Trainer in einer Zukunft haben werden, in der KI-Systeme Empfehlungen liefern.
Die Antwort fiel differenziert aus: Gerade als Motivatoren, Kontextinterpreten und Begleiter nachhaltiger Verhaltensänderungen bleiben qualifizierte Trainer unverzichtbar. Technologie kann unterstützen, strukturieren und personalisieren, ersetzt jedoch keine menschliche Beziehung, Empathie und fachlich fundierte Betreuung.
Abgerundet wurde der erste Forumstag von einer gemeinsamen Diskussionsrunde mit angehenden Hochschulabsolventinnen des Studiengangs Sport-/Gesundheitsinformatik und einer wissenschaftlichen Posterpräsentation, die neue Perspektiven und Lösungsansätze aufzeigten und Einblicke zu aktuellen Forschungsergebnissen von DHfPG-Experten und Studierenden boten.
Digitale Gesundheit, Motivation und datenbasierte Kundenbetreuung
Am FIBO-Sonntag rückten datenbasierte Innovationen und digitale Gesundheitsanwendungen in den Mittelpunkt. Im Fokus standen Themen wie persuasive Technologien im Gewichtsmanagement, Exertion Games und Gamification im Fitnessalltag sowie digitale Wege zur psychischen Gesundheit.
Gerade diese thematische Breite machte deutlich, dass die Zukunft der Branche nicht nur in neuen Tools und technischen Systemen liegt, sondern in deren sinnvoller, menschenzentrierter Integration in bestehende Konzepte.
Der Vortrag von Prof. Dr. Marco Speicher zur Frage, ob Künstliche Intelligenz die Fitness- und Gesundheitsbranche revolutioniert, beleuchtete Potenziale von der präzisen Leistungsmessung bis zur frühzeitigen Erkennung von Gesundheitsrisiken. Gleichzeitig wurden Herausforderungen, Grenzen und offene Fragen KI-basierter Lösungen diskutiert.
Weitere praxisnahe Impulse setzten die Vorträge von Timo Engler (Softwareentwickler und Dozent an der DHfPG/BSA-Akademie) und Werkstudent Ivo Bakowsky, die Exertion Games und Gamification im Spannungsfeld von Wissenschaft und Fitnessalltag und die Erweiterung der Grenzen persuasiver Technologien beim Gewichtsmanagement beleuchteten.
Wissenschaft trifft Praxis – Austausch in der Speakers Corner
Das Future Forum 2026 zeigte eindrucksvoll, wie eng wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Umsetzung inzwischen miteinander verknüpft sind. Die Sessions lieferten nicht nur technologische Perspektiven, sondern ordneten diese auch in den Alltag von Fitness- und Gesundheitseinrichtungen ein. Zukunftsthemen wurden nicht abstrakt verhandelt, sondern mit konkreten Anwendungsbeispielen, strategischen Impulsen und praxisnahen Fragestellungen verbunden.
Dazu trugen vor allem auch die Poster-Sessions und der Austausch in der Speakers Corner bei. Sie ermöglichten einen direkten Dialog zwischen Referierenden, Branchenvertretern und dem interessierten Publikum. Gerade dieser offene Austausch unterstrich den Anspruch des diesjährigen Future Forums, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern auch Vernetzung, Transfer und Innovation aktiv zu fördern.
Fazit
Das FIBO Future Forum setzte wichtige Impulse und bot Einblicke in die Zukunft der Fitness- und Gesundheitsbranche. Die Sonderveranstaltung bot Fachpublikum und Interessierten praxisnahe Einblicke und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse.
Die Vorträge, Paneldiskussionen und Posterpräsentationen der Experten der DHfPG sowie der Studierenden und Absolventen machten deutlich, dass KI, Digitalisierung und Gamification längst keine Randthemen mehr sind, sondern zentrale Bausteine moderner Trainings-, Präventions- und Gesundheitskonzepte.
Entscheidend ist dabei der wissenschaftlich fundierte und praxisnahe Einsatz technologischer Lösungen. Digitale Tools unterstützen qualifizierte Fachkräfte dabei, Kundinnen und Kunden effizienter und individueller zu betreuen.
Ihr voller Mehrwert entsteht im Zusammenspiel von Mensch und Technik: wenn digitale Systeme präzise Erkenntnisse liefern und qualifizierte Fachkräfte diese in individuelle, wirksame Betreuung übersetzen. So wird Technologie nicht zum Ersatz des Menschen, sondern zu seiner gezielten Verstärkung – von Menschen für Menschen.
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