AUF EINEN BLICK
- Konzept: Das Buch führt den „Künstlichen Intelligenz Quotienten“ (KIQ) als eigenständige Kompetenz ein.
- Ansatz: Im Fokus steht dabei die aktive Steuerung von KI statt passiver Nutzung.
- Inhalte: Theorie, Trainingsansätze und Anwendungsfelder werden systematisch dargestellt.
- These: KI ist integraler Bestandteil des Alltags und erfordert neue Fähigkeiten.
- Wichtigste Erkenntnis: Die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine ist eine der zentralen Zukunftskompetenzen.
Ein Tandem, gesteuert vom Menschen, angetrieben von einer Maschine: Dieses Bild zieht sich wie ein roter Faden durch den Entwurf einer neuen Intelligenzordnung von Christoph Santners und Christine Papadopoulos. Es ist ein eingängiges Bild – und zugleich das zentrale Versprechen ihres Buches: Wer Künstliche Intelligenz nicht nur nutzt, sondern lenkt, verschafft sich einen entscheidenden Vorsprung.
„KIQ – Der Künstliche Intelligenz Quotient: Warum er unseren persönlichen und beruflichen Erfolg bestimmt und wie wir ihn steigern können“ ist am 22. April 2026 bei Goldmann erschienen. Es folgt auf den bereits 2024 ebendort veröffentlichten Titel „Alles KI? Die Welt der Künstlichen Intelligenz verstehen und nutzen — Das erste Buch mit eigener KI“ (wir berichteten).
Tandem-Modell: Mensch steuert Künstliche Intelligenz
Mit dem „Künstlichen Intelligenz Quotienten“ (KIQ®) führen die Autor:innen eine Kategorie ein, die den Umgang mit KI als eigenständige Kompetenz beschreibt. Dabei geht es nicht nur um technisches Know-how, sondern um eine vielschichtige Fähigkeit: präzise Prompts formulieren, Ergebnisse kritisch prüfen und kreative Prozesse gemeinsam mit Maschinen gestalten. Der KIQ wird somit zur Schnittstelle von Denken und Handeln in einer (fast) vollständig digitalisierten Welt.
Das Buch bewegt sich zwischen programmatischem Manifest und praxisorientiertem Trainingshandbuch. Santner und Papadopoulos argumentieren mit Nachdruck, dass KI längst Teil des Alltags ist – oft unbemerkt – und dass sich daraus eine neue Form von „Verstandeskraft“ ergibt, die sie pointiert als „digitales Hirnschmalz“ bezeichnen. Ihre These ist klar: „KI ist (fast) immer und überall“ – wer das ignoriert, verliert den Anschluss.
KI im Alltag: Den „KIQ-Muskel” trainieren
Stilistisch setzen die Autor:innen stark auf Metaphern und narrative Verdichtung. Besonders überzeugend ist die Tandem-Analogie, weil sie ein abstraktes Konzept anschaulich macht: „Der Mensch lenkt, die KI tritt in die Pedale“. Solche Bilder tragen das Buch, wenngleich sie gelegentlich an der Grenze zur Überdehnung operieren. Der Ton ist motivierend bis missionarisch, was den Anspruch unterstreicht, nicht nur zu erklären, sondern auch zu aktivieren.
Inhaltlich gliedert sich das Werk klar in eine Einführung in das Konzept, ein systematisches Trainingsprogramm und Anwendungsfelder von Beruf bis Privatleben. Besonders die Idee eines trainierbaren „KIQ-Muskels” verleiht dem Buch eine handlungsorientierte Struktur. Übungen und Challenges sollen Leserinnen und Leser in die Praxis führen und den Transfer in den Alltag explizit fördern.
Co-Intelligenz und die Messbarkeit von KI-Kompetenz
Das Buch fügt sich in den größeren Kontext der wachsenden Literatur zur „Co-Intelligenz“, also der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine, ein. Interessant ist dabei der Versuch, diese Beziehung messbar zu machen und somit in eine Logik von Leistungsfähigkeit und Wettbewerb zu überführen. Hier zeigt sich zugleich eine Schwäche, denn die Eigenständigkeit des KIQ als Intelligenzform bleibt dabei eher eine Behauptung als eine eindeutig belegte These.
Stärker ist das Buch dort, wo es konkrete Denkhaltungen vermittelt: etwa Skepsis gegenüber KI-Output, bewusste Steuerung, ethische Reflexion. Schwächer wirkt es hingegen, wenn es große evolutionäre Linien zeichnet und den KIQ als den nächsten Schritt menschlicher Entwicklung inszeniert – hier fehlt die kritische Distanz.
Stärken und Schwächen des KIQ-Konzepts
Dennoch: „KIQ® – Der Künstliche Intelligenz Quotient“ ist weniger ein nüchternes Sachbuch als ein engagierter Leitfaden für eine Gegenwart im Umbruch. Er richtet sich an Leser:innen, die nicht nur verstehen wollen, was KI kann, sondern auch, wie sie selbst darin handlungsfähig bleiben können. Der Anspruch ist hoch, weshalb die Argumentation nicht immer vollständig eingelöst werden kann. Dennoch bleibt die zentrale Botschaft wirksam: Intelligenz ist künftig keine Einzelleistung mehr, sondern ein Zusammenspiel.
Über die Autoren
Christoph Santner, 1961 in Innsbruck geboren, ist Journalist, Autor (u.a. „Alles KI?“) und KI-Stratege. Er setzt sich seit den 1980er Jahren mit Künstlicher Intelligenz auseinander. Er hat unzählige Pioniere der KI-Forschung und Robotik interviewt und wird regelmäßig zu Branchenkonferenzen eingeladen, zuletzt zu „AI for Good“ der UNO. Als KI-Experte der Zeitschrift FORUM Nachhaltig Wirtschaften steht er mit AI-Labs, führenden Unternehmen und Start-up-Gründern der Szene in Kontakt. Als KI-Consultant berät er Unternehmen bei der Entwicklung und Implementierung von KI-Strategien.
Die international tätige KI- und Marketing-Expertin Christine Papadopoulos hat ihre Wurzeln in Südafrika und lebt heute in der Schweiz. Sie entwickelt Chatbots und Assistenten mit KI-Technologie, erstellt KI-gestützte Social-Media-Strategien und besitzt eine KI-Zertifizierung der University of Pennsylvania. Als Mitgründerin und Geschäftsführerin von Summit Media berät sie Unternehmen, schult Teams und moderiert Fachveranstaltungen.
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