Wie Studios vom HYROX-Boom profitieren und Mitglieder gewinnen

HYROX etabliert sich als Wachstumstreiber für Fitnessstudios und stärkt die Mitgliederbindung. Interviewpartner bewerten den HYROX-Boom und leiten strategische Ansätze für Fitnessstudios ab.
Lesezeit: 4 Minuten
Linke Bildhälfte zeigt eine Athletin frontal beim Schieben eines Gewichtsschlittens mit vertikalen Griffstangen auf dunkler Trainingsfläche; rechte Bildhälfte enthält drei kreisförmige Porträtbilder, oben rechts Viola Oberländer, mittig Lars Drengwitz, unten rechts Mintra Tilly, jeweils mit Namensbeschriftung
Drei Branchenperspektiven zeigen, wie unterschiedlich Akteure den HYROX-Boom bewerten und welche strategischen Ansätze sich daraus für Fitnessstudios ableiten lassen
Der Fitnesstrend HYROX gewinnt für Studios an Bedeutung. Anbieter wie Fitness First nutzen das Konzept, um Mitglieder zu gewinnen und zu binden. Spezielle Trainingsflächen, geschulte Trainer und Community-orientierte Formate spielen dabei eine zentrale Rolle. Auch Einsteiger finden über strukturierte Angebote Zugang. Wir haben in Interviews mit Lars Drengwitz (LifeFit Group), Viola Oberländer (HYROX Eliteathletin) und Mintra Tilly (HYROX) über die Integration des Konzepts ins Studioangebot gesprochen.

fM: Welche Chancen bietet der Fitnesstrend HYROX für eure Studios und habt ihr durch die Kooperation neue Mitglieder gewonnen?

Lars Drengwitz: HYROX ist derzeit absolut angesagt und die Nachfrage ist groß – sowohl in unseren Studios als auch über die digitalen Kanäle.

Durch die Kooperation gewinnen wir neue Mitglieder und binden bestehende Mitglieder stärker und länger an die Marke Fitness First. Mit HYROX können sich unsere Mitglieder neue Ziele setzen – das motiviert und unterstützt die Community in den Clubs.

Welche spezifischen Angebote oder spezielle Ausstattung braucht es, um HYROX-Athletinnen und -Athleten einen professionellen Trainingsrahmen zu bieten und welche Qualifikationen müssen Trainerinnen und Trainer mitbringen?

Unsere Studios statten wir mit speziellem Equipment für das HYROX-Training aus – u. a. sind das Ski- und Ruderergometer, Kettlebells, Sandsäcke und Wall Balls. Darüber hinaus erweitern wir seit Beginn des Jahres flächendeckend das Angebot an HYROX-Kursen in unseren Studios.

Über den Interviewpartner

Lars Drengwitz

Head of Product bei der LifeFit Group

Foto: LifeFit Group

Unsere Trainerinnen und Trainer absolvieren ein offizielles Online-Training direkt von HYROX, das Teil der Partnerschaft ist. Zusätzlich schulen wir unsere Teams auch intern, um ein fundiertes Verständnis für die Trainingsmethodik zu gewährleisten und professionelle HYROX-Workouts anbieten zu können.

Wie begeistert ihr Otto Normalfitnesssportler für das leistungsorientierte Training?

Wir setzen auf den Challengecharakter von HYROX: Durch die Möglichkeit, sich auf ein Event vorzubereiten, entsteht eine motivierende Community in unseren Clubs. Diese Atmosphäre ist mitreißend und sorgt dafür, dass Mitglieder mit einem klaren Ziel vor Augen deutlich fokussierter und regelmäßiger trainieren. Für diejenigen, die kein HYROX-Race mitmachen wollen, ist es ein wunderbares Training, um sich auszupowern und fitter zu werden.

Weitere Hintergründe

Lies unseren Artikel „Challenge accepted“ als Einstieg zum Interview.

Indem du auf das Bild oberhalb dieses Textes klickst, gelangst du direkt zum Artikel.

Was macht die Faszination von HYROX aus?

Viola Oberländer: Die Besonderheit ist, dass du alles brauchst – als Hybridathlet. Du musst schnell laufen können und die Geschwindigkeit über einen Kilometer halten. Du brauchst ein gewisses Maß an Kraft, um die Übungen, wie z. B. Sled Push, zu absolvieren, darfst aber auch nicht zu schwer sein, da du sonst beim Laufen oder Übungen wie den Burpees zu langsam wirst.

Die Challenge, allen Anforderungen gerecht zu werden, macht HYROX so interessant und das Training abwechslungsreich.

Alle können sich wiederfinden: Freizeitsportler, die sich ausprobieren möchten, ambitionierte Athleten, die eine Challenge brauchen und Topathleten, die den Sprung in den Profisport anpeilen.

Du bist seit Langem sehr erfolgreich als HYROX-Athletin und gleichzeitig auch als Trainerin aktiv. Wie sieht dein Trainingsalltag aus und wie bringst du Sport und Beruf unter einen Hut?

Das Trainingsvolumen ist hoch und man muss einige Stunden pro Woche dafür einplanen. Ich habe lange in Vollzeit als Vereinsmanagerin beim TSV München von 1860 e. V. gearbeitet, nebenbei als Coach.

Über die Interviewpartnerin

Viola Oberländer

Physiotherapeutin, Athletiktrainierin, Sportwissenschaftlerin (B. Sc.), MBA in Sportmanagement, Coach, Beraterin im Sportmanagement und HYROX Eliteathletin.

Foto: Filipa Ribeiro

Dann ist der Tag schon sehr getaktet. Nach dem Ausstieg aus dem Angestelltenverhältnis muss ich als Selbstständige zwar auch viel Zeit einplanen, bin jetzt aber deutlich flexibler mit den Arbeitszeiten und -orten. Das erleichtert einiges.

Dennoch sind die Tage vollgepackt mit Arbeit, Training und Wettkämpfen. Das gilt allerdings für alle Sportarten, die ambitioniert betrieben werden.

Was ist deine Empfehlung für Trainerinnen und Trainer sowie Athletinnen und Athleten, die überlegen, mit HYROX zu starten?

Einfach mal machen. Man sollte sich mit den Übungen vorher vertraut machen und der ein oder andere Laufkilometer schadet ganz sicher nicht. Ausprobieren und danach dann gezielt trainieren.

Wenn man unsicher ist oder vielleicht gerade erst mit dem Sport angefangen hat, würde ich ein Doppel oder Relay für den Anfang empfehlen, das ist ein sanfterer Einstieg als ein Single-Race.

Seit Stunde Null bist Du im HYROX-Team. Was war dein Impuls, ein Studio für funktionelles (Gruppen-)Training mit dem Schwerpunkt HYROX zu eröffnen?

Mintra Tilly: Der Impuls kam ganz klar aus der Community. Die Nachfrage nach gezieltem, HYROX-orientiertem Training war da, aber es gab nur wenige Angebote, die dieses Training wirklich strukturiert abgebildet haben.

Bei der Entwicklung von HYROX war mir aus sportlicher Sicht wichtig, Übungen und Bewegungsmuster zu integrieren, die sowohl Eliteathletinnen als auch Hobbysportler gleichermaßen fordern.

Über die Interviewpartnerin

Mintra Tilly

Sie ist Director of Sports bei HYROX und hat das sportliche Konzept des Fitesswettkampfs entwickelt. In Norderstedt bei Hamburg betreibt sie das Boutiquestudio R-OG Gym.

Foto: HYROX

Genau dieses Prinzip wollten wir auch im R-OG Gym umsetzen: funktionelle Movements, die ohne komplexes Techniktraining auskommen und auf jedem Leistungsniveau funktionieren. HYROX dient dabei als starker Anker für Motivation, Mitgliederbindung und langfristige Trainingsplanung, ohne den Studioalltag unnötig zu verkomplizieren.

Was sind die größten Vorteile des funktionellen Kleingruppentrainings und der dazugehörigen Community?

Kleingruppentraining verbindet individuelles Coaching mit der Motivation einer Gruppe. Bewegungen werden klar vermittelt, sinnvoll skaliert und dennoch gemeinsam durchgeführt. Das führt zu besseren Trainingsergebnissen, einer höheren Trainingsfrequenz und einer stärkeren Mitgliederbindung.

Die Community spielt dabei eine entscheidende Rolle: Sie schafft Verbindlichkeit, Identifikation und ein echtes Zugehörigkeitsgefühl. Unsere Mitglieder bleiben nicht wegen einzelner Trainingseinheiten, sondern wegen der Atmosphäre und der gemeinsamen Ziele.

Mit welchen Angeboten adressiert ihr Fitnesssportlerinnen und -sportler, die bisher keine Beziehung zu HYROX hatten?

Wir setzen auf einen klaren und zugänglichen Einstieg. Viele beginnen bei uns ohne Wettkampfambitionen. Sie möchten fitter werden, sich wieder belastbar fühlen oder einfach regelmäßig trainieren.

Über Einsteigerpakete sowie Grundlagen- und Technikformate führen wir sie Schritt für Schritt an funktionelle Bewegungen und verschiedene Kursformate heran.

Das Interesse an HYROX entwickelt sich dabei häufig ganz automatisch. Entscheidend ist: HYROX ist eine Option, kein Muss. Genau das macht den Zugang für viele so attraktiv.

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Für fitness MANAGEMENT berichtet

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