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Tradition in zweiter Generation

Lankwitz im Südwesten von Berlin: Auf dem riesigen Areal des BFC Preussen liegt einen Steinwurf vom Stadion entfernt das INJOY Berlin.

Lankwitz liegt im Südwesten von Berlin und gehört zum gutbürgerlichen Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Der Stadtteil, verkehrsgünstig erschlossen, ist geprägt von relativ kleinen Wohnsiedlungen und Einfamilienhäusern. An der Straßenkreuzung Malteser Straße und Kamenzer Damm erstreckt sich auf der einen Seite der Gemeindepark Lankwitz und auf der anderen Seite das riesige Areal des BFC Preussen mit dem Preussen Stadion. Als abgeteiltes Grundstück neben dem Stadion liegt das INJOY Berlin.

Begonnen hatte alles im Stadtteil Schöneberg; hier eröffnete das Ehepaar Angelika und Jürgen Fritz im November 1978 seine Olympic Sportstudio GmbH auf 500 qm Fläche. Damals war Berlin/West-Berlin eine Insel. Nur innerhalb der Mauer konnte man sein Leben und damit auch seine Freizeit verbringen. Sport-Studios kamen schnell in Mode. Auch das engagierte Ehepaar Fritz hatte damit Erfolg. Neue Räume wurden gesucht und auch gefunden. Im Erdgeschoss eines Neubaus konnten sie sich auf 1.000 qm einmieten, bereits damals im Stadtteil Lankwitz, in der Seydlitzstraße. Der Betrieb entwickelte sich kontinuierlich weiter, ist seit 1985 DSSV-Mitglied und war nach der Wende für fünf Jahre auch Ausbildungsstätte des Bildungsinstitut DSSV für die Seminare zum Lizenzierten Studioleiter und Fitnesslehrer DSSV.

Durch unermüdliches Engagement gelang es Angelika und Jürgen Fritz, ihren unternehmerischen Erfolg weiter auszubauen. Und es gelang ihnen ein richtiger Coup: etwa 800 m Luftlinie vom Standort Seydlitzstraße entfernt konnten sie auf Erbpacht ein Grundstück vom BFC Preussen erwerben und darauf das heutige Fitness-Studio INJOY bauen. Der Grundstein für kontinuierlichen Erfolg war 2001 definitiv gelegt und es erfolgte eine Betriebsaufspaltung: Von nun an war und ist die Fritz GbR der Vermieter des Fitness-Studios.

Insgesamt hat die Anlage eine Nutzfläche von 2.200 qm. Ein großes Außengelände mit vielen Parkplätzen beeinflusst die Entscheidung des Neukunden für dieses Studio positiv. Der großzügige Eingangsbereich mit Lounge führt den Kunden rechter Hand in den offen einsehbaren Gerätebereich, linker Hand in die zwei Kursräume mit insgesamt 400 qm Fläche und dem dazwischen liegenden Materiallager für die Kursteilnehmer. Die Treppe hoch befinden sich die Umkleiden, der Wellnessteil und die Verwaltung. Das Verhältnis Fläche in qm zu Anzahl Kunden beträgt etwa 1:1, bei einem relativ hohen Betrag von 70,- Euro für eine Mitgliedschaft von 12 Monaten. 60,- Euro zahlen Mitglieder für die doppelte Laufzeit. Schüler und Studenten etwas weniger.

Angelika und Jürgen Fritz haben immer großen Wert auf ein qualitativ hochwertiges und betreutes Training gelegt. Diese Philosophie gaben sie auch an ihre Tochter Daniela (29) weiter. Zu Dritt leiten sie heute das INJOY; in der Familie könnte man es sich nicht besser wünschen.

Daniela hat einen Master-Abschluss an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement DHfPG in Gesundheitsmanagement erworben und sich dabei auf die Bereiche Trainingslehre und Controlling spezialisiert. Eine ausgezeichnete Kombination, perfekt aufgestellt für die Zukunft!

Die Kunden des INJOY halten die Höhe des Mitgliedsbeitrages für angemessen, auch die Tatsache, dass es keine Sonderangebote gibt. Während der Öffnungszeiten sind mindestens immer ein Mitarbeiter im Thekenbereich und mindestens ein Trainer auf den Geräteflächen. Deshalb haben die Öffnungszeiten einen Sinn:
Montag bis Freitag 10.00 – 22.00 Uhr
Samstag und Sonntag 10.00 – 17.00 Uhr
Dienstag und Donnerstag öffnet der Club um 8.00 Uhr.

Bei einer Öffnungszeit von wöchentlich 80 Stunden macht es für die Controllerin Daniela keinen Sinn, die Zeiten auszuweiten. Das gilt insbesondere für das Wochenende, wo die Familie Fritz im Theken-, als auch im Trainingsbereich mit jeweils einer Mitarbeiterschicht auskommt. Angesichts von 30 Prozent Personalkosten gemessen am Umsatz (ohne GF) wird ihr jeder Studiobesitzer Recht geben, auch unter Berücksichtigung der Mietkosten in Höhe von 17 Prozent im Verhältnis zum Umsatz.

Einen wichtigen Aspekt sieht die Familie zukünftig im Angebot von Firmenfitness. Die wachsenden Anfragen führt man auf die durchweg hohe Qualität in allen Bereichen zurück. Qualität spricht sich rum und setzt sich durch. Anfragen zu dem Angebot Firmenfitness kommen allein von außen, aktuell sind es Berliner Wasserwerke, Arbeitsagenturen und Krankenkassen. Eine komfortable Situation, die die jahrzehntelange Aufbauarbeit krönt.

Das INJOY Berlin, die Familie Angelika und Jürgen Fritz zusammen mit Daniela Fritz-Samsen, sind für die Zukunft gut aufgestellt, auch in einem wirklich konkurrenzbetonten Markt wie Berlin mit traditionell hoher Studiodichte. Man gewinnt in jeder Beziehung den Eindruck von Struktur, Übersicht, Konzentration auf das Wesentliche und gediegene Ordnung, optisch wie auch im Umgang und im Gespräch.

www.injoy-berlin.de

Interview mit Angelika und Jürgen Fritz und Tochter Daniela

fMi: Das familiengeführte Fitnessunternehmen INJOY Berlin hat eine gute Nachfolgeregelung mit Tochter Daniela gefunden. Was hättet Ihr gemacht, wenn Eure Tochter einen anderen Weg eingeschlagen hätte?
Jürgen Fritz: Dann hätten wir einen Verkauf angestrebt.

fMi: Daniela, was hat Dich dazu bewogen, die Familiengeschichte fortzuschreiben?
Daniela Fritz-Samsen: Ich bin in diesem Unternehmen im wahrsten Sinne des Wortes aufgewachsen. Ich habe im Teenie-Alter angefangen, im Service zu jobben. Ich mochte immer schon den Kundenkontakt. Und auch bei den Netzwerktreffen war ich immer schon lange dabei. In meiner schulischen Laufbahn habe ich keinen anderen Bereich entdeckt, der mich mehr interessiert hätte. Ich habe mich in diesem Dienstleistungssegment immer sehr wohl gefühlt. Mein Studium in Gesundheitsmanagement an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement DHfPG hat meine Überzeugung nur bestätigt, obwohl ich schon vieles wusste und das Lernen mir dadurch leichter fiel. Im Master-Studium, ebenfalls an der DHfPG, ist man noch mehr in die Tiefe gegangen. Der Studiengang Master of Arts Gesundheitsmanagement hat genau meine Erwartungen erfüllt. Meine Schwerpunkte waren Controlling und Trainingslehre.

fMi: Welcher Schwerpunkt hat Dir besser gefallen?
Daniela Fritz-Samsen: Ich will das gar nicht trennen. Im Controlling-Bereich fühle ich mich sehr zu Hause. Man kann vieles steuern, besonders in der Personalführung. Allerdings fehlen in diesem Bereich ein wenig die Emotionen, was aber durch den Kundenkontakt kompensiert wird. Ich freue mich über den direkten Umgang mit unseren Mitgliedern und ihre Fortschritte im Training.

fMi: Was willst Du anders machen als Deine Eltern und/oder weiterentwickeln?
Daniela Fritz-Samsen: Ich denke, vor allem in der Personalführung haben sich die Zeiten geändert. 1978 brauchte man mit den Mitarbeitern nicht unbedingt Zielvereinbarungsgespräche oder 10-Minuten-Meetings. Heute müssen die Mitarbeiter wesentlich geschulter, besser informiert sein, um die Aufgabenvielfalt erfüllen zu können. Auch musste nicht immer wieder nachgeschult werden, da sonst nach fünf Tagen nicht mehr alles präsent ist.

fMi: Die Mitarbeiterführung wurde der neuen Zeit angepasst?
Angelika Fritz: Ja, das ist sehr wichtig geworden. Je nach Größe des Betriebes hat man nicht täglich den Kontakt mit allen Mitarbeitern. Dann muss man andere Wege finden, auch durch Zahlen und Fakten kontrollieren. Und man muss immer wieder 10-Minuten-Gespräche führen; das ist heute anders als bei unserem kleineren Studio in den 80er Jahren.

fMi: Gibt es auch Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Familie?
Daniela Fritz-Samsen: Ja natürlich. Vor allem im Marketing-Bereich gibt es Dinge, die meine Eltern nicht ausprobieren wollten. Auch wenn es danebengeht und man Lehrgeld zahlt zum Beispiel bei einer Facebook-Kampagne. Neue Wege und neue Erfahrungen sind aber enorm wichtig.

fMi: Wie viele neue Mitglieder kommen durch Empfehlungen in das Studio?
Daniela Fritz-Samsen: Mindestens 60 Prozent der Neukunden sind Weiterempfehlungen.

fMi: Welche Fehler sollte man bei einer familiären Nachfolgeregelung nicht machen?
Angelika Fritz: Ein Grundproblem ist die Altersversorgung. Für uns war es ein Grundprinzip, eine Altersversorgung unabhängig vom Studiobetrieb aufzubauen. Bereits mit Firmengründung wurde uns der Umstand der nicht mehr bestehenden Sozialversicherungspflicht bewusst und es wurde das ganze Portfolio von Direktversicherungen und später Pensionskassen für uns als Geschäftsführer ausgenutzt. In unserem Unternehmen wurde Daniela langsam an ihre Aufgaben herangeführt. Heute ist sie Prokuristin und Mit-Gesellschafterin. Damit ist gewährleistet, dass sie als Nachfolgerin einen funktionierenden Betrieb übernimmt. Man kann einen jungen Menschen auch überfordern, in dem man sich auszahlen lässt und damit einen schnellen Schnitt macht.

Daniela Fritz-Samsen: Ich glaube grundsätzlich nicht, dass eine familiäre Nachfolgeregelung ein kurzfristiger Prozess sein kann. Wir haben bei unserer GmbH die Übergabe von Anteilen auf mich gestaffelt, auch aus steuerrechtlichen Gründen. Dazu sollte man sich von einem Fachanwalt gut beraten lassen.

fMi: Betriebliches Gesundheitsmanagement und Betriebliche Gesundheitsförderung ist für unsere Branche ein wichtiger Bereich geworden. Wie sieht es im INJOY mit der Mitgliederstruktur aus?
Daniela Fritz-Samsen: Unser Altersdurchschnitt liegt bei 56 Jahren, also über dem Branchendurchschnitt. Deshalb haben wir den Fokus darauf gelegt, jüngere Mitglieder zu gewinnen. Unser Vorteil ist, dass wir es oft mit umsichtigen Erwachsenen zu tun haben, die die Vorzüge unseres Studios sehen. Wir wissen von Eltern oder Großeltern, die aus ganz verschiedenen Gründen möchten, dass ihr Kind oder Enkel bei uns trainiert. Aus diesem Grund beteiligen sie sich an unserem relativ hohen Monatsbeitrag. Ein Beispiel, unseren Anteil an jungen Mitgliedern zu halten.

Angelika Fritz: Dazu ist zu sagen, dass ein großer Teil unserer Mitglieder mit uns und dem Studio alt geworden ist. Viele von ihnen sind mit 30 Jahren eingetreten und geblieben; und heute sind sie 60 Jahre alt.

fMi: Welche Wünsche hast Du als Master of Arts und Geschäftsführer?
Daniela Fritz-Samsen: Die Digitalisierung wird uns zukünftig viele Vorteile im Studio bieten. Was fehlt, sind einheitliche Lösungen, viele offene Kooperationen und Schnittstellen, die es mir ermöglichen, die Tools zur Mitgliederbetreuung beliebig zu kombinieren.

Den vollständigen Artikel finden Sie in fMi Ausgabe 02/2018

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