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Investitionsvolumen in der Fitness- und Gesundheitsbranche auf konstant hohem Niveau

Investition in die Zukunft: Die getätigten Investitionen in der Fitness- und Gesundheitsbranche haben auch 2018 ihr hohes Niveau erreicht. Grund: Die wirtschaftliche Situation wird nach wie vor überwiegend positiv eingeschätzt. In unserer Infografik aus den "Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2019" präsentieren wir Ihnen die wichtigsten Kennzahlen zum Thema Investitionen. Auch die Attraktivität bei branchenfremden Investoren steigt.

1,36 Milliarden Euro. Dieser Betrag wurde im Jahr 2018 in die Fitness- und Gesundheitsbranche investiert. Tendenz weiter steigend. Denn: Die geplanten Investitionen für 2019 betragen sogar 1,43 Milliarden Euro.

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Bei der reinen Gegenüberstellung der Zahlen aus der Eckdaten-Studie 2019, die jährlich durch den DSSV, die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte und die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) erhoben werden, ergibt sich folgendes Verhältnis: Rund 25 Prozent des Branchenumsatzes, der im Betrachtungszeitraum 2018 festgestellt wurde (5,33 Mrd. Euro), werden reinvestiert. Dies scheint auf den ersten Blick viel. Insbesondere, wenn dieser Wert ins Verhältnis zu anderen Branchen gesetzt wird. Beispielsweise liegt die Investitionsquote im Maschinenbau oder in der Chemiebranche zwischen fünf und zehn Prozent. Allerdings lässt diese Betrachtung auch außer Acht, dass die Fitness- und Gesundheitsbranche eine Wachstumsbranche ist.

Anlagenwachstum als Treiber der Investitionen

Allein im Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2018 wurden laut der Eckdaten-Studie 355 neue Fitnessanlagen in Deutschland eröffnet. Da es sich bei der in der Studie dargestellten Anlagenzahl um eine Nettoangabe handelt (Anlageneröffnungen abzgl. -schließungen), ist die tatsächliche Zahl der Neueröffnungen folglich höher als 355. Die Investitionen für die zusätzlichen Anlageneröffnungen sind ebenfalls in der Summe der getätigten Investitionen enthalten. Die primären Investitionsfelder in der Fitness- und Gesundheitsbranche sind Eröffnung, Umbau, Übernahme von Anlagen, Geräte für Kraft-, Herz-Kreislauf- und Gruppentraining sowie Mitarbeiterbildung und -weiterbildung.

91,3 Prozent der geplanten Investitionen wurden getätigt

Werden die geplanten Investitionen aus der Vorjahresstudie als Vergleichswert herangezogen, ergibt sich folgendes Verhältnis: Rund 91,3 Prozent der geplanten Investitionen wurden in 2018 auch getätigt. Dies ist für die Fitness- und Gesundheitsbranche insofern erfreulich, da die Betreiber auch für das Jahr 2019 angegeben haben, ähnlich hohe Summen in Höhe von insgesamt 1,43 Mrd. Euro an Investitionen geplant zu haben. Auch hier umfassen die primären Investitionsbereiche die Anlagenerweiterung und den Anlagenumbau, Investitionen in Geräte für verschiedene Trainingsbereiche sowie die Bildung und Qualifikation der Mitarbeiter. Insbesondere planen über zwei Drittel (77,2 %) der Kettenbetreiber (mit mehr als fünf Anlagen) eine Erweiterung ihrer Anlagen im aktuellen Jahr.

„Zertifizierung“ gewinnt an Bedeutung

Eine weitere interessante Entwicklung ist, dass laut der Eckdaten-Studie in 2018 bereits jede 10. Fitness-Anlage in Deutschland in den Bereich „Zertifizierung“ investiert hat, z. B. Studiozertifizierung (ZertFit) oder Fachkraft UVSV. Für 2019 plant sogar mehr als die Hälfte der Betreiber ein Budget für diesen Bereich ein. Durch die beschlossenen Anpassungen zur Erweiterung der DIN-Norm 33961 um den Bereich „EMS-Training“ (Teil 5) steht auch dem Marktsegment der Mikrostudios die Möglichkeit einer Zertifizierung auf Basis dieser DIN-Norm offen.

Eine mögliche Begründung bzgl. der geplanten Investitionen im Bereich „Zertifizierung“ ist der zunehmende Wettbewerbsdruck aus Sicht der Einzelstudiobetreiber gegenüber Kettenanlagen. Eine klare Positionierung und Abgrenzung zu anderen Konzepten gewinnt hier zunehmend an Bedeutung. Durch eine Zertifizierung wird Qualität sichtbar. Und mit einer Zertifizierung lässt sich die gebotene Leistung differenzieren und der aufgerufene Preis besser rechtfertigen.

Attraktivität bei branchenfremden Investoren steigt

In Summe lässt sich Folgendes feststellen: Die getätigten wie auch die geplanten Investitionen in der Fitness- und Gesundheitsbranche deuten auf weiteres Wachstum hin. Nicht zuletzt sind auch vermehrt Aktivitäten von Investoren aus anderen Branchen sowie aus dem Ausland zu beobachten, was auf die Attraktivität der Fitness- und Gesundheitsbranche schließen lässt.

Fazit: Das Investitionsvolumen steht bereit, jetzt muss es verteilt werden.

 

Auszüge aus der Literatur

Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV e. V.) (Hrsg.) (2019): Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2019. Hamburg.

Statistisches Bundesamt; VCI – Chemiewirtschaft in Zahlen (2018): Investitionsquote in der deutschen Chemieindustrie. Wiesbaden.

Statistisches Bundesamt; VDMA – Maschinenbau in Zahl und Bild (2018): Investitionsquote im Maschinenbau in Deutschland. Wiesbaden.

Den vollständigen Artikel finden Sie in fMi Ausgabe 02/2019

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