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Betreuungsschlüssel für sicheres EMS-Training

Bei der Anwendung von EMS-Training ist die Sicherheit des Trainierenden entscheidend. Die Branche hat dies früh erkannt und unter dem Titel „SAFETY FIRST“ konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt.

Bei der Anwendung von EMS-Training ist die Sicherheit des Trainierenden entscheidend. Die Branche hat dies früh erkannt und unter dem Titel „SAFETY FIRST“ konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt. Diese basieren auf den aktuellen wissenschaftlichen Forschungsergebnissen der im EMS-Bereich forschenden Wissenschaftler der Universitäten Köln, Kaiserslautern und Erlangen-Nürnberg.

Ganzkörper-EMS-Training führt über den sehr hohen Umfang an zeitgleich beanspruchter Muskelmasse zu einer sehr hohen metabolischen Belastung des Organismus. Die Gefahr unerwünschter Komplikationen (z. B. cardiovaskulärer Ereignisse) ist daher beim Ganzkörper-EMS-Training im Vergleich zu einem konventionellen Fitnesstraining als höher einzustufen. Insbesondere bei Personen ohne sportliche Vorerfahrung sowie bei Personen mit zusätzlichen gesundheitlichen Einschränkungen ist daher auf eine hinreichend sichere und behutsame Ganzkörper-EMS-Anwendung zu achten.

Das Gefährdungspotenzial entsteht durch die großflächige Anwendung des Ganzkörper-EMS-Trainings in Verbindung mit der Möglichkeit, eine für jede Körperregion supramaximale Reizintensität generieren zu können. Es besteht somit die Notwendigkeit, Ganzkörper-EMS-Training verantwortungsvoll zu nutzen und die Ganzkörper-EMS-Anwendung nach wissenschaftlichen Kriterien auszuführen.

Konsensus-Konferenz gibt Handlungsempfehlungen
In der Vergangenheit herrschte in wichtigen Fragen Unsicherheit hinsichtlich einer sicheren und dennoch effektiven Ganzkörper-EMS-Anwendung. Auf Anregung der im EMS-Bereich forschenden Wissenschaftler der Deutschen Sporthochschule Köln, der Technischen Universität Kaiserslautern sowie der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg wurden daher im Rahmen einer Konsensus-Konferenz im Dezember 2015 mit Vertretern aus EMS-Forschung, -Ausbildung und -Geräteherstellern Handlungsempfehlungen erarbeitet und publiziert (vgl. Kemmler et al., 2016), die bei der Ganzkörper-EMS-Anwendung künftig Berücksichtigung finden sollen. Diese Handlungsempfehlungen richten sich an EMS-Anwender, Betreiber von EMS-Studios sowie an Trainer, die mit Ganzkörper-EMS arbeiten.

Richtlinien für die Trainingspraxis
Im Kontext dieser Handlungsempfehlungen sprechen Kemmler et al. (2016) unter anderem auch organisatorische Sicherheitsaspekte an, die vor, während und nach der Ganzkörper-EMS-Anwendung zu beachten sind. Folgende Richtlinien werden für den EMS-Trainingsvollzug ausgesprochen:

• Der Trainer bzw. das geschulte und lizensierte Personal hat sich während der Trainingseinheit ausschließlich um die Belange der EMS-Anwender zu kümmern. Vor, während und nach dem Training überprüft der Trainer verbal und per Augenschein den Zustand des Trainierenden, um gesundheitliche Risiken auszuschließen und ein effektives Training zu gewährleisten. Bei möglichen Kontraindikatoren ist das Training sofort abzubrechen.

• Während des Trainings sind die Bedienelemente des Gerätes für den Trainer und auch für den Trainierenden jederzeit direkt erreichbar. Die Bedienung bzw. Regelung muss einfach, schnell und präzise erfolgen können.

Beim Ganzkörper-EMS-Training ist es überaus wichtig, die Belastungsverträglichkeit der EMS-Anwendung zu kontrollieren. Dies erfolgt in erster Linie über die visuelle Kontrolle der Kunden während der EMS-Anwendung oder Rückmeldung. Visuell sichtbare Anzeichen einer zu hohen Impulsstärke bzw. einer Belastungsunverträglichkeit (z. B. schmerzverzerrtes Gesicht, plötzlicher Wechsel der Gesichtsfarbe, Atemnot) sollten zu einer sofortigen Herunterregulierung der Impulsstärke oder bei stark ausgeprägten Erschöpfungs- bzw. Überlastungssymptomen sogar zum sofortigen Abbruch durch den Trainer führen. Das Gleiche gilt auch, wenn ein Kunde während der Ganzkörper-EMS-Anwendung über subjektives Unwohlsein klagt.

Betreuungsrelation maximal 1:2
Damit ein sofortiges Einschreiten des Trainers im Falle von Überlastungssymptomen erfolgen kann, ist eine angemessene Betreuungsrelation beim Ganzkörper-EMS-Training unerlässlich. Um die von Kemmler et al. (2016) formulierten Sicherheitskriterien adäquat umsetzen zu können, sollte nach Ansicht der Experten-Gruppe der Konsensus-Konferenz eine Betreuungsrelation von 1:2 (1 Trainer in Relation zu 2 Kunden) nicht überschritten werden.

In diesem Zusammenhang sieht die Experten-Gruppe die Vorgehensweise von einigen EMS-Anbietern kritisch, den Betreuungsschlüssel auf ein Maß zu erhöhen, welches auch bei Berücksichtigung der technischen Entwicklung und Trainerqualifikation ein individualisiertes und somit sicheres Training nicht mehr zulässt.

Literatur:
Kemmler et al. (2016). Whole-Body Electromyostimulation – The need for common sense! Rationale and guideline for a safe and effective training. Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin, 67 (9), 218-221.

Den vollständigen Artikel finden Sie in fMi Ausgabe 06/2018

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fMi Ausgabe 06/2018

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