Management, Markt | Autor: Sabine Kind |

UV-Schutz-Verordnung - Mit qualifiziertem Personal als Qualitätsanbieter punkten

Wer möchte nicht fit und aktiv aussehen und dabei jugendliche Vitalität ausstrahlen? Ein frischer Teint und eine sommerlich gebräunte Haut können Ausdruck dieses Lebensgefühls sein.

UV-Schutz-Verordnung
Mit qualifiziertem Personal als Qualitätsanbieter punkten

Wer möchte nicht fit und aktiv aussehen und dabei jugendliche Vitalität ausstrahlen? Ein frischer Teint und eine sommerlich gebräunte Haut können Ausdruck dieses Lebensgefühls sein.

Neben dem klassischen Training bieten daher viele Fitness- und Gesundheitsanlagen den Solariumbesuch als ergänzende Leistung an. Da ultraviolette Strahlen (UV-Strahlung) u. a. jedoch eine gesundheitsschädigende Wirkung haben, wurde der Betrieb von Solarien seit 2012 gesetzlich reglementiert. Diese Verordnung hatte in der Branche zunächst für viel Unruhe und Unsicherheit gesorgt, da die Betreiber von Solarien seitdem wesentliche Änderungen beachten müssen. Betrachtet man jedoch die fünfjährige Entwicklung, so lässt sich pauschal feststellen: Die gesetzliche Verordnung hat der Solarien-Branche in Deutschland trotz der anfänglichen Unruhe erhebliche Vorteile gebracht.

Zudem hat sich die Erkenntnis vertieft, dass eine alleinige Investition in Hardware nicht sinnvoll scheint. Der Fokus sollte daher verstärkt auf Mitarbeiterkompetenz, (Mitarbeiter-)Motivation und die fachliche Beratung der Kunden gelegt werden.

Auch im internationalen Vergleich profitieren Kunden und Betreiber von der Verordnung in Deutschland. In Belgien wurden 2016 beispielsweise ca. 71 Studios mit Solarien kontrolliert, davon wurden lediglich vier Studios mit „gut“ bewertet. Ein großer Teil der übrigen Studios wurde anschließend zwangsweise geschlossen. Die Kontrolle bezog sich dabei nicht nur auf die möglichen gesundheitsgefährdenden Aspekte der technischen Geräte, sondern auch auf die Hygiene, die einen wesentlichen Aspekt der UV-Schutz-Verordnung in Deutschland ausmacht.

Was ist zu beachten?
Zum einen bezieht sich die Regelung auf technische Aspekte wie Bestrahlungsstärke und Dosierungssteuerung der Geräte. Zum anderen sind seitens der Verordnung die Informationspflichten der Betreiber genau definiert. Mitarbeiter sind verpflichtet, Schulungen zu besuchen und sich als „Fachkraft UVSV“ zertifizieren zu lassen. Was beim ersten Lesen negativ anmuten mag, bringt eine Vielzahl positiver Faktoren mit sich.

Die Gesundheit der Kunden steht im Vordergrund
Das geschulte UVSV-Fachpersonal berät die Nutzer, sodass gesundheitliche Risiken minimiert werden. Hierzu gehören u. a. die Bestimmung des Hauttyps, die Klärung von Ausschlusskriterien, die eine Solariennutzung nicht zulassen, und die Erstellung eines Dosierungsplans.

In der fachlichen Beratung erhält der Kunde auch nützliche Hintergrundinformationen, vor allem zum Umgang mit der „natürlichen“ Sonne. Die hiermit verbundene Wertschätzung vermittelt dem Kunden das positive Gefühl: „Meine Gesundheit steht im Vordergrund.“ Die verbesserte Qualität der angebotenen Dienstleistung kann somit das Vertrauen des Kunden in die Fitness- oder Gesundheitseinrichtung stärken: Ist der Kunde überzeugt, steigen in der Regel die Bereitschaft zur Weiterempfehlung und auch die Bereitschaft, zusätzliche Angebote des Betreibers in Anspruch zu nehmen.

Positionierung der Betreiber als Gesundheitsanbieter
Zu einer verbesserten Beratungskompetenz des UVSV-Fachpersonals gehört z. B. auch Hintergrundwissen zum Aufbau und zur Funktion der Haut. Im Rahmen der verpflichtenden Schulung erfährt der Mitarbeiter z. B., welche Wirkungen UV-Strahlen haben und wie er das Risiko einer Hautschädigung des Kunden möglichst gering halten kann. Er lernt u. a. auch, wie und warum der Bräunungseffekt entsteht, welche UV-Strahlung für welche Vorgänge der Bräunung verantwortlich ist, und was in diesem Zusammenhang im Hinblick auf die Gesundheit des Kunden zu beachten ist.

Weitere Inhalte der Schulung sind auszugsweise:
•Aufbau und Funktion eines Solariums
•Arten der UV-Strahlung
•Welche Hauttypen werden unterschieden?
•Welche Hauttypen sind für die Solariennutzung geeignet?
•Was ist eine Bestrahlungsserie und wie viele Einheiten umfasst diese?
•Welche Vorgaben gilt es bei der Erstellung des Dosierungsplans zu beachten?
•Was ist wichtig, im Umgang mit Solarien in Kombination mit der natürlichen Sonne zu wissen?
•Welche Hygienevorschriften sind zu beachten?

Eine qualifizierte Beratung und der sichere Umgang mit Solarien vermitteln dem Kunden eine hohe Dienstleistungsqualität. So gelingt es dem Anbieter, bei Kunden und Partnern Vertrauen zu schaffen, seine Gesundheits(beratungs-)kompetenz verstärkt zu präsentieren und dadurch ggf. den eigenen Marktanteil weiter auszubauen.

Eine Beratung im Sinne der Gesundheit des Kunden stellt außerdem einen langfristigen Vorteil dar, da die Sensibilität für gesundheitliche Belange immer mehr in den Fokus der Verbraucher rückt.

Neben den fachlichen Inhalten wird in der Schulung zur „Fachkraft UVSV“ Wert auf Aspekte der Kundenfreundlichkeit gelegt. Ein Mitarbeiter, der sicher im Umgang mit der UV-Schutz-Verordnung ist, verkörpert neben Zuverlässigkeit und Kompetenz auch eine ausgeprägte Orientierung an den Kundenbedürfnissen. Dies kann ebenfalls zur Vertiefung der Positionierung als Gesundheitsanbieter beitragen.

Für 2017 beachten: Erste Zertifikate laufen aus!
Die Qualifikation als „Fachkraft UVSV“ ist maximal fünf Jahre gültig. Um diese Qualifikation aufrechtzuerhalten, muss vor Ablauf der Gültigkeit eine mindestens fünfstündige Fortbildung bei einem zugelassenen Bildungsträger besucht werden und im Anschluss eine Re-Zertifizierung erfolgen. Die Fortbildung mit anschließender Re-Zertifizierung ist frühestens sechs Monate vor Ablauf des gültigen Zertifikates zu absolvieren. Wird innerhalb dieser Zeit keine Fortbildung besucht, kann die betreffende Person bis zur Teilnahme an einer Fortbildung nicht mehr als Fachpersonal im Sinne der UVSV eingesetzt werden.

Regelungen im Rahmen der UV-Schutz-Verordnung

Diese Regelungen greifen erstmals in 2017, denn in diesem Jahr laufen die ersten Zertifikate aus dem Jahr 2012 aus. Damit besteht für Schulungsteilnehmer aus 2012 die Verpflichtung, an Fortbildungen teilzunehmen, um eine Re-Zertifizierung und somit den Status als „Fachkraft UVSV“ zu erhalten. Arbeitgeber wie die geschulten Personen selbst sollten die Fünf-Jahres-Frist beachten und rechtzeitig an Fortbildungen teilnehmen, um die Voraussetzungen für den Betrieb von Bestrahlungsgeräten und damit reibungslose Betriebsabläufe durchgehend zu erfüllen. Fortbildungen nach § 5 Absatz 2 der UV-Schutz-Verordnung sollen die Kenntnisse aus der Schulung zum UVSV-Fachpersonal auffrischen und technische Fortschritte vermitteln. Dementsprechend behandelt auch die Fortbildung dieselben drei großen Themengebiete wie die Schulung zur „Fachkraft UVSV“: UV-Strahlung, Gerätekunde, Kundengespräch und -beratung.

Fachpersonal nach UVSV schulen und zertifizieren
Die BSA-Akademie, Bildungspartner des DSSV, bietet die Schulung zur „Fachkraft UVSV“ sowie die „Fortbildung UVSV“ in mehreren Lehrgangsvarianten an. Weitere Informationen unter: www.bsa-akademie.de/uv-schutz

Die Erst- als auch die Re-Zertifizierungsprüfung erfolgt direkt im Anschluss an den Lehrgang durch das DAkkS-akkreditierte Prüfhaus BSA-Zert. Weitere Informationen unter: www.bsa-zert.de

Sabine Kind
M. A. Prävention und Gesundheitsmanagement, ist als Referentin und Tutorin für die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement / BSA-Akademie in den Fachbereichen Gesundheitsförderung und UV-Schutz tätig.

www.dhfpg-bsa.de

 

 

Quellen
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2011). Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen künstlicher ultravioletter Strahlung (UVSV). Bundes- gesetzblatt (37), 1412.
Landesamt für Arbeitsschutz (2014). B07 Fachprojekt: Überprüfung von Solarien. Anhang 3: Übersicht über die Anzahl der vorgefundenen Mängel, Potsdam.
Mischke, M. (2014, 17. November). B07 Fachprojekt: Überprüfung von Solarien. Potsdam: Landesamt für Arbeitsschutz.

 

Den vollständigen Artikel finden Sie in fMi Ausgabe 03/2017

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fMi Ausgabe 03/2017

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