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Neue Studienergebnisse zum Dropout in Fitnessanlagen

Was bewegt Kunden dazu, den Studiovertrag zu kündigen? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine aktuelle Untersuchung der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS).

DSHS untersucht Kündigungsgründe von Männern bei Fitnessverträgen

Die DSHS hat im aktuellen IMPULSE Wissenschaftsmagazin eine Studie zu Dropout-Gründen im Fitnessstudio veröffentlicht. Im Rahmen der Studie wurden insgesamt 61 männliche Personen im Zeitraum zwischen Juli 2015 und Juni 2016 zu ihren Kündigungsgründen befragt. Die Probanden wurden telefonisch unmittelbar nach der Kündigung kontaktiert und bezüglich der Wichtigkeit verschiedener Aspekte befragt.

Die Kölner Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass bei einer Kündigung persönliche individuelle Gründe entscheidend sind. Entgegen vieler Vorurteile und verschiedener Studienergebnisse spielen die Studiobedingungen, mangelnde Hygiene und schlechte Betreuungsqualität hier keine bzw. einer eher untergeordnete Rolle. Angesichts der Befunde sind, neben den Kosten für die Mitgliedschaft, besonders mangelndes Zeitbudget, gesundheitliche Probleme (nicht in Verbindung mit falschem Training) und die Trainings-Priorisierung bzw. private Prioritätensetzung, Hauptgründe für eine Kündigung.

Über die verschiedenen Altersspannen hinweg lassen sich hier erwartbare Unterscheide feststellen. Gesundheitliche Probleme als Kündigungsgrund sind desto relevanter, je älter die befragten Studiomitglieder sind. Besonders für die jüngeren Generationen sind berufliche Verpflichtungen und mangelndes Zeitbudget deutlich wichtiger und stehen einem regelmäßigen Studiobesuch eher im Weg. Hohe Kosten für die Mitgliedschaft und Probleme bei der Planung der Trainingseinheiten in den Alltag stellen bspw. für Rentner ein deutlich geringeres Problem dar, als für Berufstätige.

Die Ergebnisse der Studie sind wenig verwunderlich und sollten angesichts der geringen Stichprobengröße nicht ohne Vorbehalt auf den Gesamtfitnessmarkt übertragen werden. Betrachtet man aber die aktuellen Entwicklungen in der Fitness- und Gesundheitsbranche, haben Sie dennoch eine hohe Relevanz. Gerade für jüngere Kunden können flexible Preismodelle oder ein Pay-per-Use Modell geeignete Lösungen darstellen, um Kündigungen zu vermeiden. Gerade diese Zielgruppe scheint sich eine differenziertere und flexiblere Preispolitik seitens der Unternehmen zu wünschen und profitiert gleichermaßen von zeitlich flexiblen Kursangebote (auch digital) und längeren Öffnungszeiten. Dies sind nur einige von vielen weiteren Maßnahmen, wie Studiobetreiber die Fluktuationsrate senken und Kunden nachhaltig über eine optimale Trainingsbetreuung an das eigene Unternehmen binden können.

Hierzu forscht aktuell auch die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und liefert wichtige Hinweise dazu, wie Studiobetreiber bzw. Unternehmer Kündigungen in der Praxis vermeiden und die Fluktuation durch flexiblere Modelle sowie eine bessere Dienstleistung weiter senken können.  

Bitte klicken Sie hier für die Ausgabe Juni 2018 des Wissenschaftsmagazin der Deutschen Sporthochschule Köln "IMPULSE", in dem die Studie "Dropout bei Männern im Fitnesssport" veröffentlicht wurde.

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