Fitness, Gesundheit | Autor/in: Albert Busek |

Happy 75th Birthday, Arnold Schwarzenegger!

Arnold 75 – die zwei Zahlen hinter den sechs Buchstaben klingen unfassbar, jedenfalls für Millionen Menschen in aller Welt, die Arnold Schwarzenegger als Actionstar, Ausnahmeathleten oder Politiker kennen. Seine weltweite Popularität hat bereits vor vielen Jahren eine unfassbare Dimension erreicht, sodass man bei Nennung seines Vornamens auf allen Kontinenten sofort weiß, wer gemeint ist. Mit dieser außergewöhnlichen Aura werden fast automatisch die Attribute Stärke, Energie, Beharrlichkeit und vieles mehr verbunden – aber nicht „älter werden“.

Um externe Inhalte anzuzeigen, aktivieren Sie bitte Cookies der Kategorie "Marketing". Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Im Volksmund heißt es: Wer lange leben will, muss älter werden! Am 30. Juli 2022 wird Arnold Alois Schwarzenegger 75 Jahre alt. Wenn ich seinen unerschütterlichen Glauben an die Verwirklichung neuer Ziele und seine aktuellen Aktivitäten auf so vielen Gebieten in Betracht ziehe, muss ich schreiben: 75 Jahre jung!


Lesen Sie auch: 'Arnold – die jungen Jahre'


In seinem Geburtshaus in der Gemeinde Thal bei Graz wurde vor elf Jahren das Museum „Arnie’s Life“ eröffnet, das sein Schulfreund Peter Urdl initiiert hat und das seither Besucher:innen aus aller Welt begeistert.

Arnolds herausragendes Leben

Unzählige Berichte, Bücher und Dokumentationen sind über Arnold produziert worden. In diesem Beitrag auch nur ansatzweise dieses so herausragende Leben zu beschreiben, ist nicht möglich. Auch den Teil seines Lebens, der mit unserer Fitness- und Gesundheitsbranche zu tun hat, kann ich nur stichwortartig in einigen Beispielen zusammenfassen.

Als Arnold vor 60 Jahren bei der „Athletik Union Graz“ zunächst als Gewichtheber begann, hatte er schon Bodybuilding „im Visier“. Das wurde allerdings nur toleriert, solange er auch seine Leistung im Gewichtheberteam erbrachte.


Lesen Sie auch: 'Die große Bodybuilding-Bibel von Arnold Schwarzenegger'


Damals setzte Arnold erstmals eine Priorität, die immer wieder aufs Neue für sein gesamtes weiteres Leben entscheidend werden sollte: Alles, aber auch wirklich alles dem angesteuerten Ziel unterzuordnen und sich total darauf zu fokussieren.

Arnolds „Eisenliebe“

Arnold brachte seine Leistung im Team und trainierte zusätzlich gezielt unter so widrigen Umständen für die angesteuerte Bodybuildingkarriere, dass die meisten in seiner Situation wohl aufgegeben hätten. Schon damals waren es sein unbändiger Wille und die Liebe zum „Eisen“, die alles ermöglichten.


FOLGEN Sie uns bei LinkedInFacebookInstagram & Twitter
und verpassen Sie keine Fitness-NEWS mehr!


In diesen schweren Anfangsjahren fand Arnold im späteren Mitglied des Bundesrats, Alfred Gerstl aus Graz, ab 1962 neben seiner Mutter Aurelia seinen größten Förderer, vor allem auch, was die regelmäßige Versorgung mit zusätzlichen Mahlzeiten betraf. Mit „Fredi“ verband Arnold eine lebenslange Freundschaft bis zu dessen Tod 2016.

Arnolds erster Wettkampf

Noch während seiner Zeit beim österreichischen Bundesheer wagte Arnold 1965 trotz Reiseverbots seine erste internationale Wettkampfteilnahme in Stuttgart. So lernte ich ihn am 31. Oktober 1965 bei der Meisterschaft „Bestgebauter Athlet“ kennen.

Arnold gewann den Juniortitel mit Idealpunktzahl und ich machte ihm als damaliger Studioleiter (Schillerstraße, München) unmittelbar nach der Siegerehrung im Wulle-Festsaal das Angebot, nach München zu kommen.

Um diesen Vorgang zeitlich richtig einzuordnen, muss man wissen, dass Muskeltraining damals entweder abgelehnt oder belächelt wurde. Akzeptanz und so etwas wie eine Fitnessbranche waren noch in weiter Ferne. Unserer kleinen Gruppe war das egal, wir waren total davon überzeugt und lebten unseren Traum.

Arnold nutzt München als Sprungbrett

Vom 1. August 1966 bis 19. September 1968 lebte und trainierte Arnold dann in München. Diese Zeit bezeichnete er mehrmals öffentlich als „Sprungbrett für meine Karriere in Amerika“, letztmals am 7. September 2021 in Köln.

Arnolds Auswanderung in die USA

Als Arnold am 19. September 1968 von München nach London flog, um am professionellen „Mr. Universum“-Wettkampf teilzunehmen, wusste keiner von uns, dass er nicht mehr zurückkommen würde.


Der fM Podcast #FitnessImOhr:
Reinklicken, anhören & abonnieren: Bei Spotify, Deezer, Apple oder Podigee


Nach Arnolds Sieg schickte ihm der amerikanische Medienmogul Joe Weider ein Flugticket zum „IFBB Mr. Universum“-Wettkampf in den USA. Zwar verlor Arnold in Miami umstritten, aber Joe machte ihm das Angebot, in den USA zu bleiben und dort mit ihm zu arbeiten. Der Rest ist Geschichte.

Arnold als Galionsfigur

Für unsere heutige Branche war Arnolds Auswanderung in die USA 1968 ein entscheidendes Element zur weltweiten Popularisierung des partiellen Muskeltrainings. Er wurde zunächst in den Special-Interest-Publikationen von Joe Weider, dann in unzähligen Berichten in Zeitungen, Zeitschriften und im TV weltweit zur Galionsfigur für Muskeln, Kraft und eine athletische Figur.

Arnolds Karriere hautnah

Im deutschsprachigen Raum durfte ich von 1963 bis 2017 als Redakteur und Fotograf der Zeitschriften Sport Revue, Athletik Sportjournal, Muscle & Fitness und FLEX und der fMi meinen Teil zu dieser Entwicklung beitragen und Arnolds unglaubliche Karriere hautnah miterleben. Was Muhammad Ali im Boxen wurde, gelang Arnold Schwarzenegger im Bodybuilding – THE GREATEST.

Der 18. Januar 1977 wurde mit der Premiere von „Pumping Iron“ in New York zum bis dahin wichtigsten Meilenstein für die im Entstehen befindliche Fitnessbranche. Das Muskeltraining landete endlich im Mainstream – mit Arnold als überzeugendem und unwiderstehlichem Protagonisten.


Lesen Sie auch: 'Sandow & Schwarzenegger: Brüder im Geiste'


Sogar im Whitney Museum of American Art (MoMA) in New York zeigten Arnold und seine Athletenkollegen vor versammelter Presse ihr Posing als „lebende Skulpturen“. Die öffentliche Resonanz auf den Film und die Darbietung im Whitney Museum waren überwältigend positiv.

Arnolds Filmkarriere

Eine neue Ära begann und erneut sorgte Arnold  nach seinem ersten großen Spielfilm „Kaktus Jack“ an der Seite von Filmlegende Kirk Douglas 1979 und vor allem als „Conan der Barbar“ 1982 für Schlagzeilen.

Ich gehörte damals zu den ganz wenigen, die ihm auch eine ganz große Karriere beim Film zutrauten. Zu genau hatte ich vom Beginn unserer Freundschaft an hautnah miterlebt, welche unglaublichen Energien Arnold freisetzen kann, um ein angepeiltes Ziel zu erreichen.

Arnolds „American Dream“

Wie kein anderer deutschsprachiger Einwanderer seit 1945 setzte Arnold in den folgenden Jahrzehnten den „amerikanischen Traum“ im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ in Taten um, die selbst in den USA als unvergleichlich und einmalig eingestuft werden.

Anfang der Neunzigerjahre erreichte er auch in der Filmbranche die absolute Spitze – er wurde zum erfolgreichsten „Box Office Star“ der Welt, also zu dem Filmstar, der an den Kinokassen das meiste Geld einspielte.


Lesen Sie auch: 'Die Influencer der Branche'


Seine spektakuläre Körperpräsenz in vielen „Arnold-Filmen“ brachte der Fitnessbranche von Nahrungsergänzungsmitteln über Trainingsbekleidung und -geräte bis hin zu den Sportstudios immer wieder mächtige Schübe.

Arnolds politische Ambitionen

Im Januar 1990 wurde Arnold von US-Präsident George H. W. Bush zum „Chairman of the President’s Council on Physical Fitness and Sports“ berufen. Arnold nahm dieses erste große Mandat so ernst, dass er – auf eigene Kosten – alle 50 US-Bundesstaaten besuchte. Dabei brachte er jeweils die führenden Persönlichkeiten im weitesten Sinne aus Sport, Fitness, Gesundheit, Ausbildung und Politik an einen Tisch.

In dieser Zeit organisierte er auch die legendären „Great American Workouts“ am White House South Lawn und auf der großen Terrasse des Capitols in Washington.

Arnold als Gouverneur

Für mich war es folgerichtig, dass Arnold seine Energie zum geeigneten Zeitpunkt in die politische Arena einbringen würde, was er dann am 7. August 2003 mit der Ankündigung seiner Kandidatur als Gouverneur von Kalifornien auch tat – ganz „Arnold-like“ in der populären TV-Show seines Freundes Jay Leno.

Mit 55 Prozent der Stimmen wurde Arnold Schwarzenegger am 7. Oktober 2003 zum 38. Gouverneur Kaliforniens gewählt.

Mit dem „Global Warming Solutions Act“ (AB 32) von 2006 schrieb Arnold Schwarzenegger als Gouverneur Umweltgeschichte und setzt sich bis heute kontinuierlich für eine bessere Umwelt ein. Dazu zählt auch die alljährliche „Schwarzenegger Climate Initiative“ in Wien (Lesen Sie auch: 'Einsatz fürs Klima').

Arnolds soziales Engagement

Seit vielen Jahren gehören weitere große Projekte zu seinen Herzensangelegenheiten:

Dass Arnold zusätzlich in vielfältiger Weise sozial Schwächere unterstützt und auch für die Make-A-Wish-Foundation zur Verfügung steht, macht alles noch unglaublicher, wenn man bedenkt, dass auch für ihn der Tag nur 24 Stunden hat. „Schneller schlafen“, meinte er einmal augenzwinkernd auf die Frage nach seinem Zeitmanagement.

Bei allem, was Arnold seit den Anfängen seiner weltweiten Karriere machte, warb er bei jeder sich bietenden Möglichkeit für die Fitnessbranche, auch während seiner Jahre als Gouverneur (2003–2011), selbst wenn ihn seine Berater des Öfteren davon abbringen wollten.


Im Video: 'Mini-Workout mit Arnie'


Egal, was Arnold alles in seinem Leben erreicht hat – er war und ist zuallererst EINER VON UNS in der Fitness- und Gesundheitsbranche.

Erlauben Sie mir eine persönliche Anmerkung. Die Zahl 75 drehe ich um und sage: „DANKE Arnold für 57 Jahre Freundschaft. Bis hierher war es eine herrliche „Reise“. Bleib gesund.“

HAPPY BIRTHDAY „Mr. Joy“ ARNOLD!

Diesen und weitere Artikel finden Sie in der fMi 03/2022 & für Abonnenten EXKLUSIV vorab.

Zum Abonnement
fMi 03/2022