Events, Fitness, Gesundheit | Autor: Florian Schmidt |

Ausblick Weltkindertag: Unsere Jugend braucht Vorbilder & mehr Prävention 

Jedes Jahr am 20. September ist Weltkindertag: Wir liefern Ihnen mit unserer Infografik als Ausblick relevante Fakten und den passenden Lesestoff für den Aktionstag. Damit unsere Kinder gesund aufwachsen können, sind wir gemeinsam gefordert, innovative zielgruppenspezifische Bewegungs-, Ernährungs- und Präventionskonzepte zu liefern und als Vorbilder für die Heranwachsenden zu fungieren.

Wie fit sind unsere Kids? Anlässlich des Weltkindertages nehmen wir den Fitnesszustand unseres Nachwuchses unter die Lupe.

Die Zukunft unserer Kinder liegt in unseren Händen. Herbert Grönemeyer forderte bereits 1986 'Kinder an die Macht' – das Bundesland Thüringen führte den Weltkindertag 2019 sogar als gesetzlichen Feiertag ein. (Lesen Sie auch: Kinder an die Macht)

Aktuelle Studien zum Gesundheitsverhalten von Kindern und Jugendlichen verdeutlichen jedoch, dass es in Sachen Prävention noch viel zu tun gibt. Insbesondere die Eltern haben hier eine Vorbildfunktion.

 

Im Kindesalter wird der Grundstein für einen aktiven und gesunden Lebensstil gelegt. Denn wer sich schon von Kindesbeinen an bewegt und mit Sport und Bewegung aufwächst, lebt langfristig deutlich gesünder und hat von Anfang an einen positiven Bezug zur körperlichen Fitness sowie zu Bewegung und Sport.

Soweit so gut, aber leider fehlen vielen Kindern und Jugendlichen heute diese positiven Bezüge. Die Gründe dafür sind vielfältig und haben unterschiedlichste Ursachen. 

Fitte Kinder: So fit ist unser Nachwuchs wirklich

Ein Blick auf ausgewählte Daten des Robert Koch-Instituts zeigt, dass sich zwar 2/3 der Kinder sportlich betätigen, aber über 70 Prozent die Basisempfehlungen der WHO hinsichtlich eines empfohlenen Aktivitätsniveaus nicht erreichen.

Lediglich 22,4 Prozent der Mädchen und 29,4 Prozent der Jungen im Alter von 3 bis 17 Jahren erreichen die Bewegungsempfehlung tatsächlich. Die Folgen dieser Entwicklung spiegeln sich unter anderem im aktuellen Aktivität-Status und dem Gesundheitszustand der Kinder und Jugendlichen wieder. Bewegungsmangel, Fehlernährung und Essstörungen bei Heranwachsenden nehmen zu.

Sozialstatus und Elternhaus als relevante Einflussfaktoren 

Weitere Analysen des RKI verdeutlichen, dass signifikante Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen, dem Alter, aber besonders auch dem Sozialstatus existieren. Etwa steigt die Prävalenz geringer körperlicher Aktivität mit zunehmendem Alter deutlich an und ist in der Altersgruppe von 14 bis 17 Jahren bei Mädchen doppelt so hoch wie bei Jungen.

Die Detailanalysen auf Basis des familiären Sozialstatus zeigen, dass hier deutliche Unterscheide in puncto Sport- und Bewegungsverhalten, gesunder Ernährung und Co. bestehen.

Die aktuellen Ergebnisse aus der KiGGS Welle 2 (2014-2017) bestätigen, dass sich Kinder und Jugendliche mit niedrigem sozioökonomischen Status wesentlich häufiger als Gleichaltrige aus sozial bessergestellten Familien ungesund ernähren, weniger Sport treiben und häufiger übergewichtig oder sogar adipös sind. 

Viele Eltern kommen Vorbildfunktion nicht nach

Die AOK-Familienstudie 2018 (Lesen Sie hierzu auch: Familienbewegung: Ein klares Alarmsignal) zeigt, dass sich jede dritte Familie zu wenig bewegt und mehr als die Hälfte der Eltern ebenfalls übergewichtig ist.


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Neben diesen generellen Entwicklungen spielen auch Stress und mangelndes Zeit-Budget eine weitere Rolle, warum für 28 Prozent der befragten Erziehungsberechtigten körperliche Aktivität, Sport und Fitness in der Freizeit überhaupt keine Rolle spielen.

Mit steigendem Gewicht der Eltern nimmt auch die Bewegung innerhalb der Familie und der Kinder dramatisch ab.

Weitere aktuelle Analysen im Rahmen der GEDA-Studie geben aus Sicht der RKI-Experten Anlass zur Sorge: Fast zwei Drittel der jungen Eltern bewegt sich zu wenig und nicht einmal die Hälfte ernährt sich ausgewogen und gesund.


„Wie viel sich Kinder bewegen und was sie essen, wird auch durch das Gesundheitsverhalten der Eltern beeinflusst: Bewegen sich Eltern viel und ernähren sich ausgewogen, tun es die Kinder häufig auch. Mit Bewegungsmuffeln als Eltern steige daher das Risiko der Kinder, fettleibig oder adipös zu werden.“

_______________________________
Robert Koch-Institut


Angesichts der Ergebnisse kommen viele Eltern ihrer Vorbildfunktion beim Thema Bewegung, Sport und gesunder Ernährung also gar nicht oder nur unzureichend nach. So beginnt ein Teufelskreis, da Aktivitätsniveau, Lebensstil und Ernährungsverhalten der Kinder wiederum eng mit dem der Eltern verknüpft sind.

Deshalb gilt es an dieser Stelle weiter zu sensibilisieren und gemeinsam an geeigneten Lösungen und Konzepten zu arbeiten, damit unsere Jüngsten auch aktiv und gesund aufwachsen können. 

Prävention: alle sind gefordert

Ganzheitliche Präventionskonzepte und Strategien zur Vorbeugung von Übergewicht im Kindes- und Jugendalter sollten angesichts der alarmierenden Ergebnisse stärker als bisher in den Fokus gerückt werden.

Außerdem müssten sie bereits deutlich früher in der Kita, der Schule und der Erziehung ansetzen, da hier häufig bereits der negative Grundstein für Adipositas und Bewegungsmangel im Erwachsenenalter gelegt wird.

Engere Kooperation nötig

Hier sollten Politik, Kommunen, Kitas, Schulen, Krankenkassen sowie Fitness- und Gesundheitsanbieter deshalb noch enger miteinander kooperieren, denn eine zielführende nachhaltige Verhaltens- und Verhältnisprävention kann nur gemeinsam gestemmt werden. 

Ziel muss es deshalb sein, nicht nur die Eltern zu sensibilisieren, sondern gleichzeitig auch durch entsprechende Angebote ein positives Bewusstsein zu schaffen, welches Kinder nachhaltig für mehr Fitness, Bewegung und eine gesunde Ernährungsweise begeistert.

Hier kann die Fitness- und Gesundheitsbranche als starker und qualifizierter Partner fungieren und mit qualifizierten Trainern entsprechende Bewegungs-, Ernährungs- und Präventionskonzepte bieten, damit das Motto 'Fit Kids' nicht nur eine leere Worthülse bleiben muss.

Die fMi Artikelserie 'Fitness bei Kindern' können Sie hier nachlesen:

'Wie gesund sind unsere Kinder und Jugendlichen?', Autor: Prof. Dr. Arne Morsch (fMi 3/2018, S. 100-101)

'Kids-Club im Fitness-Studio', Autorin: Anna Welker, geb. Weinmann (fMi 3/2018, S. 102-103)

'Gesunde Ernährung bei Kids', Autorin: Andra Knauer (fMi 3/2018, S. 106-107)

Mehr fM ONLINE News zum Thema finden Sie hier:

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Ausbildungen der BSA-Akademie

Hier finden Sie weitere Informationen rund um die Weiterbildungen 'Kursleiter(in) Fit Kids' und die Lehrgänge im Bereich Ernährung der BSA-Akademie.

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