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"Carb rinsing" – warum Sportler ihre Getränke wieder ausspucken

Viele Sportler tun es und bei Fußballspielern sehen wir es am häufigsten. Beim sogenannten "Carb rinsing" werden kohlenhydrathaltige Getränke in den Mund genommen, um sie dann wieder auszuspucken. Aus sportmedizinischer Sicht ist das sogar durchaus sinnvoll.

Wer regelmäßig Fußballspiele verfolgt, hat es schon gesehen. Immer wieder spucken die Spieler ihr gerade zu sich genommenes Getränk auf den Rasen. Was im ersten Moment eklig aussieht, hat aus medizinscher Sicht jedoch einen Sinn.

Pünktlich zum Bundesligastart stellen sich wieder viele Fußballfans die Frage: Was soll das ausspucken der Getränke? Ob bei den Amateuren oder bei den Profis, selten werden die Getränke in den Pausen hinuntergeschluckt. Oft gibt es zwar einen tiefen Schluck aus der Flasche, dieser wird jedoch nach kurzem Gurgeln auf dem Grün verteilt

Spucken ist beim deutschen Volkssport Nummer 1 nichts Neues. Auch während des Spielverlaufes landet immer mal wieder etwas auf dem Boden. Was Psychologen als Revierverhalten bewerten, hat aber tieferen medizinischen Nutzen – es kann die Leistung verbessern.

Beim sogenannten "Carb rinsing" oder "Mouth rinsing" (deutsch: Mundspülung), nehmen die Spieler gezuckerte Brühe, mit einem Kohlenhydratgehalt von etwa sechs Prozent, zu sich und behalten diese für fünf bis zehn Sekunden im Mund, bevor sie ausgespuckt wird.

Dr. Stephanie Mosler, akademische Mitarbeiterin an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd, bestätigt: "Es gibt Studien, die gezeigt haben, dass die Methode bei intensiven Belastungen von circa einer Stunde ausreicht, um die Leistungsfähigkeit zu steigern.“

Die Idee zum „Carb rinsing“ kommt auch nicht von irgendwo her. Das Konzept von Sportwissenschaftlern basiert auf der einfachen Grundlage, das Muskeln Kohlenhydrate zur Energiegewinnung brauchen. Energiezufuhr in Form von Bananen oder auch gezuckerten Getränken ist daher bei Ausdauersport nicht unüblich.

Doch auch bei kurzem Training haben Wissenschaftler positive Effekte für den Körper beobachtet. Während einer Studie mit Fahrradfahrern konnte festgestellt werden, dass sowohl das Trinken als auch das kurze Gurgeln und spätere Ausspucken einer kohlenhydrathaltigen Flüssigkeit, eine Zeitersparnis von zwei Prozent bringt.

Die Ursache für diese Wirkung sind bis dato noch nicht ergründet. Mosler vermutet: "Als mögliche Mechanismen sehen Forscher eine Aktivierung von bisher unbekannten Kohlenhydrat-Rezeptoren im Mund, die wiederum höhere Gehirnareale unter anderem im Belohnungs- und Bewegungszentrum aktivieren.“ „Carb rinsing“ hätte demnach „also eher einen psychologischen Effekt."

Wer jedoch sehr lange Sport treibt, verliert jedoch mit dieser Methode Leistung. Die Kohlenhydrate kommen dann nicht im Muskel an.

"Im Fußball mit 90 Minuten ist "Mouth rinse" eine Methode, die man ausprobieren kann – vor allem, wenn die Spieler den Magen-Darm-Trakt nicht zu sehr belasten möchten", so Mosler. "Ich empfehle dennoch, in der Halbzeitpause ein isotonisches Getränk beziehungsweise eine Apfelschorle (wenn sie vertragen wird) zur Flüssigkeits- und Energiezufuhr."

Bei Spielen mit Verlängerung ist daher der Griff zur Gelpackung nicht unüblich, um den Körper für die letzten Minuten noch einmal mit Energie zu versorgen.

Wer den eigenen Körper während des Trainings mit Energie versorgen möchte, liegt mit isotonischen Getränken (z.B. Apfelschorle) auf der sicheren Seite. Grade natriumreiches Wasser ist hier zu empfehlen, da es einem potenziellen Natriummangel durch ausschwitzen entgegenwirkt.

Der Spiegel hat das Thema "carb rinsing" bereits zur Fußball-WM in Russland behandelt. Bitte klicken Sie hier für den Artikel.

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