Corona, Fitness, Gesundheit | Autor: Florian Schmidt |

Immunsystem: Diese Rolle spielt das Körpergewicht bei einer Corona-Infektion

Angesichts aktueller Studienbefunde scheint starkes Übergewicht einer der Risikofaktoren zu sein, die eine schwere COVID-19-Erkrankung begünstigen. Soll heißen: Jedes überflüssige Kilo auf der Waage kann das Immunsystem belasten und zusätzlich schwächen. Was die Gründe dafür sind und was Sie dagegen tun können?

Corona: Übergewicht aktiv senken und damit Immunsystem stärken

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Die wichtigsten Fakten in Kürze:

  • Alles eine Frage des Körpergewichts? Warum adipöse Menschen schwerer an Covid-19 erkranken
  • Studienergebnisse zeigen: Starkes Übergewicht – ein wichtiger Risikofaktor
  • Adipositas und viszerales Bauchfett verursachen chronische Entzündungsprozesse
  • Das Immunsystem ist dadurch geschwächt und die Infektanfälligkeit steigt
  • Bessere Fitness und eine gesunde Ernährung senken Risiko und schützen präventiv 

Los geht's! Die Hintergründe und Detailinformationen:

Dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes und Adipositas für eine Vielzahl von Folgeerkrankungen verantwortlich sind und sich untereinander potenzieren können, ist längst bekannt.

Im Rahmen der weltweit anhaltenden Corona-Pandemie untersuchen immer mehr internationale Forscher diese Risikofaktoren in Bezug auf das neuartige SARS-CoV-2-Virus und die Lungenkrankheit COVID-19.


 


Vorerkrankungen –> schwere Krankheitsverläufe  

Deutsche Forscher konnten in einer aktuellen Studie bereits nachweisen, dass die Mehrheit der COVID-19-Klinikpatienten mindestens eine oder mehrere Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Herz-Rhythmus-Störungen, COPD oder Adipositas aufwies.

Unter den Patienten, die auf der Intensivstation künstlich beatmet werden mussten, war die Zahl jener mit Vorerkrankungen noch einmal deutlich erhöht.

Adipositas – einer der Hauptrisikofaktoren

Gerade Adipositas (BMI 30 und größer, Einteilung von Grad 1 bis 3) scheint unter den genannten Risikofaktoren besonders relevant zu sein. Das belegt u. a. ein aktueller Review (inkl. Metanalyse) aus dem Fachjournal 'Obesity Review'.

Je höher der Adipositasgrad, umso schwerer die Folgen

US-Forscher konnten in diesem Zusammenhang in ihrer Studie ebenfalls neue Zahlen liefern: Bei Patienten mit Adipositas Grad 1, war das Risiko nach einer COVID-19-Infektion auf der Intensivstation zu landen, fast doppelt so hoch wie bei Patienten mit einem BMI unter der kritischen Schwelle von 30.

Bei Patienten mit Adipositas Grad 2 war das Risiko nochmals um das 3,6-fache erhöht

Noch besorgniserregendere Ergebnisse lieferte ein französisches Medizinerteam. Die Forscher fanden in ihren Untersuchungen heraus, dass COVID-19-Patienten mit einem BMI jenseits der 35 siebenmal häufiger künstlich beatmet werden mussten, als Normalgewichtige.  


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Warum trifft es Übergewichtige besonders schwer?

Noch wissen die Wissenschaftler, Mediziner und Virologen über die Langzeitfolgen und den genauen Zusammenhang zwischen Risikofaktoren und dem spezifischen Krankheitsverlauf zu wenig, um hier verlässliche Aussagen zu treffen.

Angesichts der bisherigen Studienergebnisse gehen die internationalen Experten aber davon aus, dass die Ursachen für diese negativen Effekte u. a. bei Fettzellen der Betroffenen Patienten selbst zu suchen sind.

Übergewicht und viszerales Bauchfett fördern Entzündungen

Aufgrund hormoneller Veränderungen in den Zellen kommt es bei Übergewichtigen deshalb häufiger zu latenten Entzündungsprozessen, die die körpereigene Immunabwehr permanent beanspruchen und bei einer zusätzlichen COVID-19-Infektion zu einer akuten Überbelastung der Abwehrkräfte führen können.

Dieser Effekt konnte bei normalen Grippeviren bereits nachgewiesen werden, weshalb der Schluss naheliegt, dass dies auch bei dem neuartigen Erreger der Fall sein könnte. (Lesen Sie mehr in folgendem ZEIT-ONLINE-Interview)



Immunsystem kommt dadurch an seine Grenzen

Eine chronische Überbelastung des Immunsystems kann dazu führen, dass die Immunzellen auf 'Dauerfeuer' permanent Botenstoffe aussenden.

Dieser sogenannte 'Zytokinsturm' scheint ein weiterer Grund dafür zu sein, weshalb Patienten mit starkem Übergewicht signifikant häufiger besonders schwer erkranken und auf der Intensivstation landen. (Lesen Sie jetzt weiter: Studie (englisch!) im Journal 'Nature Reviews Immunology')

Erhöhtes Thromboserisiko als weitere Komplikation

Gleichzeitig haben Übergewichtige per se bereits vor einer COVID-19-Erkrankung ein erhöhtes Thromboserisiko, was zu zusätzlichen Komplikationen während der Erkrankung und der weiteren Behandlung führen kann.


 


Risiko minimieren und durch gezieltes Training schützen

Zwar können wir das Infektionsrisiko und die Wahrscheinlichkeit an COVID-19 zu erkranken nicht gänzlich ausschließen, aber sehr wohl können wir aktiv etwas dafür tun, die Symptome und den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.

Der Schlüssel: Minimieren Sie alle Risikofaktoren (so weit wie möglich) und investieren Sie mehr Zeit in Ihre körperliche Fitness.

Im Falle von Adipositas spielen hier eine gezielte Ernährungsumstellung und regelmäßiges Training eine zentrale Rolle, um nicht nur das eigene Körpergewicht und das damit einhergehende Gesundheitsrisiko aktiv zu senken, sondern auch die chronischen Entzündungsprozesse zu stoppen, die das Immunsystem dauerhaft belasten und schwächen.