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Studio-Einrichtung Roland Finke und Sabrina Fütterer Trotz der konkreten Zielgruppenauswahl und des durchaus angepassten sportlichen Angebots ist jedoch häufig zu beobachten, dass die anderen Bereiche des Studios nicht mit der Zielgruppenausrichtungen übereinstimmen. Ein Beispiel hierfür sind übergewichtige Personen oder Personen, die noch in keiner öffentlichen Sporteinrichtung Mitglied waren, für welche unter Umständen die Gestaltung des Sanitärbereichs eine nicht unerhebliche Rolle bei der Wahl ihres Studios spielt. Unberücksichtigt bleibt hier der Fakt, dass bei geschätzten 80 % der Rundgänge für Interessenten die Umkleiden gemieden werden. Eine Sammelumkleide mit schmalen Bänken und einer Sammeldusche kann für diese Personen leicht abschreckend wirken, da ihnen schon beim ersten Rundgang durch das Studio bewusst wird, dass sie sich bei jedem Training vor allen anwesenden Mitgliedern entblößen müssen. Somit kann das Studio trotz des optimalen und zielgruppengerechten Trainingsangebotes schnell unattraktiv für den Interessenten werden. Eine Wettbewerbsvorteil kann somit schon durch den Bau bzw. die Einrichtung der Fitness-Anlage generiert werden. Werden die Bänke in den Umkleiden breiter gestaltet und zusätzlich zu den Sammelumkleiden und Duschen noch Kabinen installiert, so bekommt der Kunde gleich den Eindruck, dass man alle seine Bedürfnisse befriedigt und er sich in dem Studio rundum wohlfühlen kann. Ebenfalls ist der Platz in den Kabinen zu berücksichtigen. Müssen Personen, denen es unangenehm ist, ihren Körper vor anderen zu zeigen, sich zusätzlich an den anderen Mitgliedern vorbeiquetschen und kaum Platz haben, sich umzuziehen bzw. dabei noch hinzusetzen, so kann auch dieser Faktor dazu führen, dass das Interesse am Training allein aufgrund der Situation im Umkleidebereich zurückgeht. Sollte man sich diesen Wettbewerbsvorteil verschafft haben, sollte er auch aktiv beworben werden. Ein anderes Beispiel sind die Möglichkeiten für die Generation 50+. Die branchenüblichen Theken und Servicebereiche sind selten dazu geeignet, Mitglieder der genannten Generation zu einem freiwilligen verlängerten Aufenthalt einzuladen. Ein passendes (Wohlfühl-) Ambiente könnte aus gemütlicher Kaffee-Ecke, Tischdecken, Kerzen, Untertassen unter dem Kaffee, Keks, passender Musik (kein Heavy Metal oder ACDC) und Sitzgelegenheiten bestehen, in die die Mitglieder rein und auch wieder rauskommen (keine Barhocker oder tiefe, durchgesessene Sessel...). Bei all diesen Betrachtungen ist zu beachten, dass eine zielgruppenorientierte Ausrichtung dazu führen kann, andere Mitgliedergruppen als nicht so wichtig erscheinen zu lassen. Und da wir wissen, dass der Mensch an sich wichtig genommen werden möchte, muss man hier Vorsicht walten lassen. Bei der Änderung der Ausrichtung eines bestehendes Studios ist noch mehr zu beachten als bei der Schaffung eines neuen Angebots im Zuge der Eröffnung einer neuen Anlage. Ein ganzheitliches, zielgruppenadäquates Angebot zu schaffen kann ein klarer Wettbewerbsvorteil sein. Die Risiken und Chancen sind im Vorfeld klar abzuwägen. |




