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Unternehmensressource Gesundheit – ein strategischer Ansatz
BGM & SWOT … so what?

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)
Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) hat nach Bamberg die Aufgabe, verschiedene gesundheitsbezogene Maßnahmen in einem Unternehmen zu planen, zu adressieren, zu organisieren und untereinander abzustimmen. Diese stellt eine äußerst interessante komplexe Projektaufgabe mit vielfältigen Aspekten dar.

BGM ist ein eigenständiger Managementansatz, der strategische Bedeutung für die Unternehmensleistung hat. Spitzenunternehmen wie beispielsweise BMW, Bosch, VW, etc. haben seit vielen Jahren BGM als wertvolles strategisches Managementwerkzeug integriert und verfeinern es permanent. Bei BMW werden beispielsweise gezielt sogenannte Gesundheitsbotschafter eingesetzt. (Wirtschaftswoche – 23.12.2011 – www.bmwgroup.com/whatsnext)

Lernen von den Besten, das so genannte „Benchmarking“, auch wenn nicht alles 1:1 „abgekupfert“ werden kann.
Mittlere und kleine Unternehmen hinken noch hinterher. Aber das ist auch die große Chance für unsere Branche. (siehe Badura et al.: Fehlzeitenreport 2008, 2009, 2010, 2011)



Mögliche Vorteile für Unternehmen, aber auch Non-Profit-Organisationen, die BGM anwenden, sind beispielsweise:
• Höhere Produktivität
• Weniger Fehler
• Größere Leistungsreserven
• Fehlzeitenreduktion
• Mehr Wohlbefinden
• Höhere Qualität
• Höhere Arbeitszufriedenheit
• Verbessertes Betriebsklima
• Stärkere Bindung ans Unternehmen
• Verbesserte Teamarbeit
• Attraktivität des Arbeitgebers steigt (great-place-to-work)
• Geringere Flopraten
• Höhere Umsatz-/Kapitalrenditen
• Unternehmenswerterhöhung

Ganzheitliches Gesundheitsmanagement umfasst sechs Schritte der Implementierung:
• Bedarfsbestimmung mit Fokus Geschäftsführung und Grobplanung „Projekt“
• Analyse (Management-, Mitarbeiterbefragung, Gesundheitszirkel etc.)
• Interventionsplanung aufgrund strategischer u. operativer Zielsetzungen
• Umsetzung von Maßnahmen (Gesunde Führung, Rückenschule, Yoga, Arbeitsplatz(um)gestaltung, Gesundheitstage
• Evaluation (Projekterfolg im Hinblick auf Zielsetzungen klären und Optimierungen ableiten!)
• Nachhaltigkeit (Neue Verhaltensmuster in puncto Gesundheit weiter vorantreiben, weitere „gezielte“ Projekte starten)

Die Projektdauer vom Erstgespräch bis zur Sicherung der Nachhaltigkeit beträgt mindestens 1,5 bis 2 Jahre. Ein erfolgreicher Projektverlauf generiert Folgeaufträge mit attraktiven Umsätzen. Zum Beispiel als BGM-Gesundheitszentrum oder BGM-Kompetenzzentrum der bundesweiten Initiative „Gesundheit im Betrieb selbst gestalten“ (www.gesundheitimbetrieb.de) profilieren Sie sich in einem sehr attraktiven anspruchsvollen Marktsegment. Der Return-on-Investment von BGM ist durch zahlreiche Studien belegt (siehe Badura, Bamberg, Kramer). Wer viel für andere tut, tut auch viel für sich: „Gesunde Mitarbeiter und Netzwerke heißt gesunde (Unternehmens) Bilanz.“



SWOT
Die SWOT-Analyse ist ein wichtiges Instrument der Analyse und Planung im strategischen Management (Abb. 1).
Strategisches Management ist nach Scheuss „die Navigation des Unternehmens aus heutiger Perspektive in eine potentiell attraktivere Zukunft.“ Was ist heute zu tun, um morgen (auch noch) erfolgreich zu sein? Die strategische Analyse muss nach Scheuss sehr treffend offen, direkt, umfassend, trendbezogen, kunden- und wettbewerbsorientiert sowie vor allem selbstkritisch und möglichst ungeschminkt erfolgen.

Aus einer Analyse der Stärken (Strengths) und Schwächen (Weaknesses) eines Unternehmens in Verbindung mit einer Analyse der Chancen (Opportunities) und Risiken (Threats) des Umfeldes können strategische Lösungsstrategien abgeleitet werden.

Idealerweise wird eine SWOT-Analyse im Rahmen eines eintägigen Workshops mit klarer Zielstellung im Führungs-Team mit den wichtigsten Schlüsselpersonen erarbeitet. Die Zielstellung könnte lauten: Neues Geschäftsfeld BGM in unserem Gesundheitsclub implementieren! Sie wollen mit „gesunden“ Innovationen neue Wege gehen und ihr bestehendes Portfolio erweitern.

EXTERNER BLICKWINKEL
Die SWOT-Strategien sind systematische, strategische Optionen, die sich aus dem internen Leistungsvermögen und den externen komplexen Umweltbedingungen ergeben.

Die Umweltanalyse beschäftigt sich mit Leitfragen wie:
• Welche externen Faktoren beeinflussen unser Geschäft?
• Wie entwickeln sich die Trends?
• Oder handelt es sich nur um Modeerscheinungen?
• Was machen vergleichbare Wettbewerber, das für uns zur Gefahr werden könnte?
• Was erwartet der Markt (künftig)?
• Welche Chancen, Risiken können wir identifizieren?

Die Umweltanalyse untersucht externe Marktkräfte, sie verfolgt zahlreiche Einflussfaktoren, die einen Markt, eine Branche und ein Unternehmen formen. Hierzu zählen folgende Faktoren der Unternehmenswelt:
• demografisch
• ökonomisch
• soziokulturell
• politisch-rechtlich
• technologisch
• global

Als Quellen dienen beispielsweise:
• Branchenreporte
• Statistische Ämter
• Kammern und Verbände
• Wirtschaftsforschungsinstitute
• Bundes-/Landesministerien
• Messen und Kongresse
• Brancheneinschätzungen von Rating-
• Agenturen, Banken, …
• Fachbücher
• Internetrecherchen
• Expertengespräche
• Tagespresse und Fachzeitschriften

„Um sechs Prozent“, so eine Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger, „legt der weltweite Gesundheitsmarkt pro Jahr zu.“ „Ursachen sind eine immer älter werdende Bevölkerung, der medizinische Fortschritt,…“, so ein Bericht in der Wirtschaftswoche vom 23.12.2011.

Zum Thema Stress & Burn-out steht einleitend in Focus Spezial (November 2011): „Steigender Arbeitsdruck, unsichere Lebensperspektive, zunehmende Verschmelzung von Beruf und Privatleben: Die Belastungen wachsen. Gerade viele Leistungsträger fühlen sich ihnen nicht mehr gewachsen – und werden krank.“ Gerade die Frühverrentungen aufgrund von psychischen Erkrankungen steigen laut Focus von 1993 bis 2009 von rund 15 auf über 37 % rapide und verursachen hohe unternehmerische und volkswirtschaftliche Kosten. Diese Analysen müssen regelmäßig durchgeführt werden, um Entwicklungen, Trends und somit Chancen und Risiken für das Unternehmen rechtzeitig und richtig einschätzen zu können.

INTERNE BETRACHTUNG
In einem zweiten Schritt werden die unternehmensspezifischen Stärken und Schwächen analysiert. Es geht hier um eine Analyse der internen Unternehmensressourcen. Ausgewählte Erfolgsfaktoren des eigenen Unternehmens werden zur Identifikation von Stärken und Schwächen in Relation zu den wichtigsten Wettbewerbern bewertet. Mögliche Faktoren zur Einschätzung sind:
• Produkt
• Personal
• Finanzen
• Marketing/Vertrieb
• Produktion
• Organisation
• Führung
• Rechnungswesen
• Innovation

Diese Analyse kann einmalig für bestimmte Zwecke oder Fragestellungen wie im vorliegenden Text „BGM als neues Geschäftsfeld?“ erstellt werden. Idealerweise finden solche Analysen regelmäßig für die Identifikation von Leistungslücken, kontinuierliche Verbesserungsprozesse (KVP) und den bewussten Aufbau bzw. Ausbau von Stärken statt. Die Stärken-Schwächen-Analyse beschäftigt sich mit Leitfragen wie:
• Was sind unsere Stärken?
• Was sind unsere Kernkompetenzen?
• Was können wir leisten?
• Was sind unsere Schwächen?
• In welchen Bereichen müssen wir
• uns verbessern?

Die SWOT-Analyse kann sehr wissenschaftlich und zeitintensiv, aber auch sehr pragmatisch durchgeführt werden, indem erfahrene Führungskräfte, Spezialisten und langjährige Mitarbeiter ihren Input für Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken zur Verfügung stellen, konstruktiv kritisch diskutieren und anschließend Strategien bzw. mögliche Stoßrichtungen sowie Ziele und konkrete Maßnahmen ableiten, um auch zukünftig erfolgreich zu sein. In der Praxis hat sich ebenso gezeigt, dass ein externer Moderator gerade beim Einsatz von nicht so vertrauten Managementwerkzeugen einen wertvollen Beitrag leisten kann.

Ein konkretes Beispiel mit Ergebnissen einer SWOT-Analyse sehen sie in der Abbildung 2 mit den vier möglichen strategischen Fenstern.

SO-Strategien
Dieses Fenster sollte fokussiert bearbeitet werden. Es stellt die Stärken/Kernkompetenzen und die Chancen am Markt in den Vordergrund. Mögliche kombinierte Ableitungen in unserem Gesundheitsclub könnten sein:
• Firmeninhaber/Manager als bisherige Kunden gezielt und professionell in puncto BGM ansprechen (Kosten/ Nutzen) und konkreten Bedarf analysieren. Dann gezielt Pilotprojekte planen und durchführen.
• Firmeninhaber/Manager als bestehende Kunden bezüglich Netzwerkpartnerkompetenz (Physiotherapeuten, Heilpraktiker, Ärzte, Arbeitsplatzspezialisten etc.) analysieren.
• Externe Unternehmen auf bisherige Aktivitäten bezüglich BGM professionell analysieren und auswerten.

WO-Strategien
Es berücksichtigt die Schwächen und die Chancen. Mögliche Ableitungen in unserem Gesundheitsclub könnten sein:
• Anreizsystem im Unternehmen näher unter die Lupe nehmen und durchaus Teilaspekte von BGM selbst implementieren. Lebe was du lehrst, und lehre was du lebst!
• Aus- und Weiterbildungen im Bereich BGM und Qualitätsmanagement forcieren. Grundlegende Elemente der Balanced Scorecard berücksichtigen.
• (Langfristige)Netzwerke mit Spezialisten im Bereich BGM aufbauen.

ST-Strategien
Mögliche Bedrohungen, Risiken werden mit den Stärken verbunden. Mögliche Ableitungen in unserem Gesundheitsclub könnten sein:
• Die Positionierung als Gesundheitsclub klar vom (teilweise) unberechtigten Image der Fitnessbranche „marketing-technisch“ aufzeigen.
• Analyse der BGM-Anbieter insgesamt und der (potentiellen) Anbieter vor Ort (Analyse der Klassenbesten).
• Optimale allgemeine und individuelle Vorbereitung des Vertriebes von BGM in interessanten Unternehmen (Ausbildung, „Spionage“, Kooperationspartner, …).

WT-Strategien
Vorhandene Schwächen werden mit den Risiken am Markt verbunden. Mögliche Ableitungen in unserem Gesundheitsclub könnten lauten:
• Einen professionellen BGM-Projektleiter im Unternehmen interimsmäßig oder dauerhaft einsetzen.
• Einen Anbieter aufkaufen oder eine strategische Allianz eingehen.
• Neues Geschäftsfeld BGM auf Eis legen, aber selbst BGM durch einen professionellen externen Anbieter im eigenen Unternehmen durchführen. Nach spätestens einem Jahr das Thema als Geschäftsfeld nochmals zur Diskussion stellen.
Die hier abgeleiteten und dargestellten Strategien und Maßnahmen werden vom Managementbereich und einigen Schlüsselkräften erstellt. Entscheidend bei der SWOT-Analyse ist ein pragmatisches Vorgehen im Führungsbereich und das konsequente Absegnen und Umsetzen von beschlossenen Stoßrichtungen.

Im Gesundheitssektor schlummern immense Produktivitätsreserven. In Deutschland erreichten die Gesundheitsausgaben in 2008 nach Granig/ Nefiodow bereits ein Volumen von ca. 300 Mrd. EUR Das sind rund 11 % vom Bruttoinlandsprodukt. Jährliche hohe durchschnittliche Wachstumsraten weltweit von 6 % werden auch von der Unternehmensberatung Roland Berger (Wirtschaftswoche – 23.12.2011) bis 2030 vorausgesagt.

Die weltweit agierende Unternehmensberatung Booz&Company schreibt in einer Pressemitteilung vom 7.6.2011: „Deutsche Volkswirtschaft verliert mit 225 Mrd. EUR jährlich rund ein Zehntel des BIP durch kranke Arbeitnehmer“
(
http://www.booz.com/de/home/Presse/Pressemitteilungen/pressemitteilung-detail/49542837).

Wie schnell wächst Ihr Umsatz? Der Umsatz der Fitnessbranche betrug für das Jahr 2010 knapp 4 Mrd. EUR Das sind etwa 1,3 % vom gesamten Gesundheitskuchen. Da steckt mehr Potential drin. Gerade mit einem attraktiven, neuen und herausfordernden Geschäftsfeld wie „BGM“ bewegen wir uns auf der Überholspur. So manche Dinge sind schwer, bevor sie leicht werden. Sind Sie dabei?

Wie fällt Ihre Analyse bezüglich „SWOT & BGM“ aus. Ich wünsche Ihnen ein kreatives produktives Schaffen mit den beiden strategisch hochwertigen Managementwerkzeugen und viel Erfolg mit Ihrer Analyse.

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