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Paul Eigenman, QualiCert Schweiz
Ausdruck von Professionalität

fMi: Herr Eigenman, das Deutsche Institut für Normung (DIN) hat jetzt einen Ausschuss für Fitness-Anlagen, in dem Sie Vorsitzender sind. Was bedeutet das?
Paul Eigenman: In erster Line hat man erkannt, dass die Branche erstens genug Bedeutung hat, und zweitens auch Willens ist, sich selbst eine Norm zu schaffen. Das ist natürlich ein riesiger Schritt gegenüber dem Ist-Zustand. Denn eine DIN-Norm ist zwar nicht Gesetz, aber sie tritt erfahrungsgemäß an Gesetzes Stelle. Auch ist die Norm in Zukunft wichtig für die Bedeutung der Fitnessbranche im Gesundheitswesen. Dass ich den Vorsitz im Ausschuss habe heißt zunächst einmal, dass man glaubt, dass ich die nötige Kompetenz dafür besitze. Und zudem die nötige Neutralität die es braucht, um alle Interessen und alle Parteien unter einen Hut zu bringen. Denn die Norm ist immer eine Konsensnorm von möglichst allen Beteiligten. Und nur das gibt einer Norm, wie ja auch einem Gesetz, die demokratische Legitimation.

Sie sind Vorsitzender des Nationalen Trainerregisters in Deutschland. Wie wichtig ist das Register hierzulande?
P. E.: Ich habe den Vorsitz übernommen, weil ich ein nationales Trainerregister in jedem Land als sehr wichtig ertrachte. Es ist Ausdruck der Professionalität einer Branche – jede wichtige und reife Branche hat so ein Register.

Wird der Qualitätsanspruch der Trainer und Unternehmen durch das Nationale Trainerregister verstärkt?
P. E.: Bezogen auf Deutschland kann man das natürlich noch nicht abschließend sagen. Aber die Erfahrungen mit den Registern aus anderen Ländern wie z. B. England, Schweiz und Irland deuten ganz klar darauf hin! In der Schweiz ist es Standard, dass die Studios qualifizierte Trainer suchen und finden, die eben im Trainerregister verzeichnet sind. Darüber hinaus ist ein Trainerregister ausgezeichnet für die Darstellung nach außen. Ein Register, das verlässlich und gültig die Qualifikationen abklärt und ausweist, wirkt natürlich hervorragend z. B. im politischen und medizinischen Umfeld, weil die Qualifikation immer in Zentrum des Interesses steht.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Nationalen Trainerregister und der DIN-Norm für Fitness-Anlagen?
P. E.: Absolut! Es ist offensichtlich, dass auch eine DIN-Norm etwas zur Personalqualifikation sagen muss. Und ohne ein Register wäre die DIN-Norm nicht überprüfbar, weil keine verlässlich geprüften Referenzen vorhanden sind. Es ist nicht nur für einen Laien fast unmöglich, all die existierenden Ausbildungsnachweise, Qualifikationen, Diplome und Zertifikate zu beurteilen. Das muss professionell von einem Register gemacht werden. Deshalb ist ein Register Voraussetzung für eine DIN-Norm.

Wie sehen Sie die Zukunft für das Trainerregister?
P. E.: Die Zukunft sind transparente Qualitätsstandards. Das Trainerregister sichert sozusagen die Zukunft von sich erst entwickelnden Märkten. Diese Märkte kann man aber schon verlässlich erkennen. Dabei geht es nicht nur um Trainer und Fachleute aus dem Bewegungsbereich, sondern auch aus anderen Bereichen mit präventiv gesundheitswirksamen Angeboten. Nur durch die Existenz transparenter Standards, die in Form eines Registers zu einem Qualitätsnetzwerk qualifizierter Trainer werden, wird es Ärzten, Institutionen und Firmen möglich, Menschen gezielt zu verweisen. Ein Arzt wird z. B. an niemanden verweisen, von dem er nichts weiß – er braucht einen objektiven Nachweis bezüglich der Qualifikation. Das Trainerregister ist ein Schlüssel für die Zukunft – Hand in Hand mit der DIN-Norm für Fitness-Studios.

Der EQF (European Qualification Framework for lifelong Learning) ermöglicht gleichzeitig die Schaffung von nationalen Qualitätsrahmen, also auf Länderebene. Wie wichtig ist diese Vergleichsmöglichkeit?
P. E.: Der EQF wurde vor zwei Jahren vom Europäischen Parlament verabschiedet und von den Mitgliedsstaaten adaptiert. An diesem EQF angelehnt werden nun einerseits länderspezifische Qualifikationsrahmen entwickelt, wie z. B. der Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR). Und andererseits dient das als Transparenz schaffendes Instrument in Ländern, wo schon solche Qualifikationsrahmen bestehen. So lassen sich z. B. die Kompetenzstufen in Spanien mit denen in Deutschland ganz einfach vergleichen. Die Berufswelt wird transparent abgebildet – und das ist das Ziel des EQF. Das ist für Fitnessbranche sehr wichtig, denn dadurch kann gerade im äußerst „wildwüchsigen“ Ausbildungsbereich Transparenz geschaffen und so die Spreu vom Weizen getrennt werden. Es ist gerade dieser Wildwuchs mit seinen Auswüchsen, der am Ende wieder der ganzen Branche schadet. Der EQF wird das in Zukunft verhindern.


Wir sind ein expandierendes Dienstleistungsunternehmen im Bereich Gesundheit, Fitness und Prävention und suchen zur weiteren Verstärkung unseres motivierten Teams ab sofort mehrere Mitarbeiter im Vertrieb (m/w) für das Vertriebsgebiet Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und NRW.



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