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San Francisco
Neues aus Amerika?

Alle Jahre wieder zieht es einige Vertreter der deutschen Fitnessbranche in die USA, in der Hoffnung, dass ihnen die International Health, Racquet & Sportsclub Association (IHRSA) im Rahmen ihres Kongresses neue Ideen für ihre eigenen Geschäftsfelder präsentiert. Diese Tatsache alleine versetzt mich immer wieder in Staunen, berücksichtigt man, dass die mit 60.000 qm Ausstellungsfläche weltgrößte Fitnessmesse, die FIBO, doch vor der eigenen Haustür stattfindet. Dagegen muss dem Branchenkenner der IHRSA-Kongress auf einer weit geringeren, weiträumig ausgelegten Fläche und eher subspektakulärem Auftritt schon ziemlich „familiär“ vorkommen. Wie dem auch sei, schließlich haben wir im Laufe der Jahre ja gelernt, gewisse Wertigkeiten nicht an Größenordnungen, sondern eher an Qualitäten zu messen.

Aber starten wir von Beginn an. Wie immer eröffnete der Kongress mit den flammenden Worten eines „keynote speakers“, einer in der Regel in der Vergangenheit berühmten bzw. erfolgreichen Personalie. In diesem Jahr war es u.a. Joe Montana, der ehemalige Quarterback der San Francisco 49ers, der sich bemühte, die Zuhörer auf die Straße des Erfolgs zu führen. Und um ehrlich zu sein, nach den Reden namhafter Erfolgsmenschen aus den vergangenen Jahren war das, was dem Zuhörer jetzt zu Ohren kam, nichts wirklich Neues: „ Let´s do it … go for it ….. work harder…. und nicht zuletzt….yes we can….!“ Trotz alledem glaube ich, dass Mister „49ers“ zumindest seine leichter zu motivierenden und euphorischen amerikanischen Zuhörer mit seinen Ausführungen erreicht hat, wenngleich der Erfolg aus meiner Sicht wohl auch seinem mythenhaften Auftritt als ehemaliger Football-Star zuzuschreiben war.

Aber der Kongress bestand ja nicht nur aus keynote speeches, sondern aus einer Vielzahl interessant anmutender Vorträge aus allen Bereichen des Studioalltags. Auf dem Convention-Programm standen u.a. Referate und Workshops zu den Themen:

- neue Kundenbindungsmaßnahmen

- neue Wettbewerbsstrategien

- neue Kostenmanagement-Strategien

- außergewöhnliches Club-Management

- neue Personal Training-Systeme

- Strategien zum Umgang mit neuen Wettbewerbern

- Aktivierung neuer Zielgruppen

Der Erfahrungsaustausch über die Inhalte ergab innerhalb unserer„deutschen Delegation“ hinterher folgende Ergebnisse: In den meisten Vorträgen wurde Altbewährtes kritisch hinterfragt, was ja vom Grunde her nicht nur legitim, sondern im Rahmen lernender Organisationen auch durchaus wünschens- und empfehlenswert ist. Abenteuerlich endete unseres Erachtens jedoch der Versuch, Altes durch Neues, Revolutionäres zu überschreiben und als die zukünftige Erfolgsformel darzustellen. Dabei hielten es einige der Redner vornehmlich wie Designer mit der Mode – man muss nur lange genug warten, bis „aus der Mode geratenes“ wieder „in“ wird, steckt es in eine neue Verpackung, und schon kann man mit einer renovierten Zukunftsvision aufwarten. Bei den meisten dieser revolutionären Lösungsansätzen konnte ich mich jedoch einer geistig-bildlichen Vorstellung nicht erwehren: Nämlich, wie einige der namhaften, leider jedoch offensichtlich praxisfremden Autoren dieser Musterlösungen zwischenzeitlich am unausgesprochenen Widerstand meiner liebenswerten Kunden und Mitarbeiter bei der täglichen Routinearbeit im Club verzweifeln.

Aber es wäre anmaßend zu sagen, dass nicht einige Vorträge durchaus motivierende Wirkung zeigten, und uns durchaus dazu veranlassten, über eigene zum Teil sehr veraltete Verhaltensweisen nachzudenken. Ganz besonders die Aussage eines

Referenten hat mich sehr beschäftigt: „Club industry needs sales and options“ – Vertrieb und Optionen. Damit hat er mich und meine Kollegen im Kern unser aller Probleme getroffen, denn genau daran mangelt es der Mehrzahl deutscher Fitnessanlagen. Zum einen verwechseln viele Clubbesitzer immer noch die Begriffe Verkauf und Vertrieb, und zum anderen unterbreiten wir unseren Kunden bis zum heutigen Tage die gleichen Fitnessmitgliedschaften wie vor 20 Jahren. Und damit wären wir beim Thema Optionen.

Die einzigen Optionen, welche die meisten unserer Mitgliedschaften beinhalten, liegen in der „variablen“ Länge der Laufzeit und hieraus resultierend im Preis. Inhaltliche, produktorientierte Optionen wie beim Kauf von anderen Gütern oder Dienstleistungen bieten derzeit nur wenige Studiobetreiber an. Da muss halt die 74-Jährige im Rahmen ihrer Mitgliedschaft die Option „Kinderbetreuung oder Hip Hop für Fortgeschrittene” mit einkaufen, ohne diese wirklich nutzen zu können. Ein ähnliches Optionsdilemma widerfährt dem wenig Sauna-affinen Hypertoniker und dem Gruppentraining-resistenten Kraftsportler.

Die Trade Show selber bot aus Sicht des geübten Messegängers nichts wirklich Aufregendes. Zwar betonten die Verantwortlichen ein aus ihrer Sicht beeindruckendes Zahlenwerk hinsichtlich Ausstellungsflächen, Ausstellern und internationalen Besuchern, was sich jedoch beim Gang über die Messe nicht nachhaltig widerspiegelte.

In Sachen Innovationen zeigten sich die Global Player der Geräteindustrie bei der diesjährigen IHRSA meines Erachtens eher zurückhaltend. Hier und da gab es ein paar Detailveränderungen und Faceliftings, aber die ganz große Überraschung blieb dann doch aus. So präsentierte STAR TRAC eine neue, sehr kundenfreundliche Variante der Steckgewichtsregulierung sowie eine pfiffige Hologrammvariante der Übungsbeschreibung am Gerät mit unterschiedlichen Bildausschnitten je nach Blickwinkel. AbCoaster stellte seinen neuen Prototypen mit freiem Laufwerk ohne Führungsschiene vor. Innovativ präsentierte sich WOODWAY mit dem neuen Speedfit Speedboard. Dieses Gerät bietet dem geübten Jogger eine Art von Hybrid-Fitness auf dem Laufband, praktisch ohne Strom und Elektronik. Der Trainierende bestimmt durch Schrittfrequenz und Handling der Laufflächensteigung sein individuelles Tempo und somit die Intensität der Belastung. Der schwedische Gerätehersteller X-Force AB präsentierte eine neue Krafttrainingslinie, die auf einer elektronischen Funktionsweise basiert und im Rahmen der Bewegungsausführung vornehmlich die exzentrische (negative) Belastungsphase betont. Im Bereich des Gruppentrainings wäre da noch das Thema Pole Dancing oder Jukari – Fit to Fly, das neue Cirque du Soleil-Workout von Reebok zu erwähnen. Hierbei werden Schwung und Kräftigungsübungen mittels Trapez in der Gruppe durchgeführt.

Sicherlich besteht die Möglichkeit, dass selbst dem aufmerksamen Messegänger im Rahmen seiner Erkundungen die eine oder andere kleine Neuigkeit entgangen ist, dennoch bleibt festzustellen, dass es leider nicht sehr viel mehr Begeisterndes gab, von dem zu berichten wäre. Am Ende bleibt festzustellen, dass das faszinierendste an meiner diesjährigen IHRSA-Reise einmal mehr die Stadt San Francisco mit ihrem einzigartigen Flair und ihren vielen Attraktionen war. Ähnlich erging es mir übrigens bei meinen vergangenen IHRSA-Besuchen in Las Vegas und San Diego. Diese Eindrücke sowie der Erfahrungsaustausch mit einigen sehr netten und interessanten deutschen und internationalen Weggefährten und letztlich die Erkenntnis, dass wir in Deutschland/Europa schließlich doch nicht hinter dem „Fitness-Mond“ leben, machte meine diesjährige USA-Reise dann doch noch zu einem lohnenswerten Unternehmen.

Aber Hand aufs Herz: Würden zukünftige IHRSA-Kongresse in Underwood, North Dakota, Lewistown, Montana oder etwa Omaha, Nebraska stattfinden, dann müsste ich wohl passen, und vermutlich einige andere reiselustige Fitnessunternehmer aus deutschen Landen ebenso...

Wir sind ein expandierendes Dienstleistungsunternehmen im Bereich Gesundheit, Fitness und Prävention und suchen zur weiteren Verstärkung unseres motivierten Teams ab sofort mehrere Mitarbeiter im Vertrieb (m/w) für das Vertriebsgebiet Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und NRW.